Ermittlungen dauern weiter an

Angeklagter im Kinderporno-Skandal geständig

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Der Beginn des zunächst für den am 16. März geplanten Prozesses, bei dem es allein um den Besitz und das Verbreiten von Kinderpornos gehen sollte, wurde bereits abgesagt.

Der inhaftierte Heilbronner Kindergartenleiter hat den Tausch von Kinder-Porno-Bildern und den schweren sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden. Die bisher ermittelten Straftaten habe der 31-Jährige eingeräumt, sagte eine Sprecherin der Heilbronner Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen dauerten aber noch an. Die Staatsanwaltschaft werde eine separate Anklage wegen des Missbrauchs eines Achtjährigen erheben, den der in einem evangelischen Kindergarten beschäftigte Erzieher mit einer Kamera aufgenommen haben soll.

Weil der Mann seit Anfang März in Untersuchungshaft sitzt, sei mit der Anklage spätestens Anfang September zu rechnen. Dann würden beide Delikte höchstwahrscheinlich in einem Prozess am Landgericht Heilbronn verhandelt, erläuterte die Sprecherin. Der Beginn des zunächst für den am 16. März geplanten Prozesses, bei dem es allein um den Besitz und das Verbreiten von Kinderpornos gehen sollte, wurde daher abgesagt.

Bislang noch keine Belege für Übergriffe

Den Jungen und seine Familie kannte der Erzieher nach Angaben aus der Kirchengemeinde privat. Die Ermittlungen zum Missbrauch im Jahr 2013 waren durch die Strafanzeige eines Vaters angestoßen worden. Dieser hatte angegeben, sein Sohn habe erzählt, der Kindergartenleiter habe ihm beim Toilettengang fotografiert. Zwar sei dieser Vorfall bislang noch nicht belegt, aber durch die nochmalige Sichtung von Material hätten sich Hinweise auf den sexuellen Missbrauch ergeben. Die Ermittlungen haben laut Staatsanwaltschaft bisher keine Belege ergeben, dass der Mann im Kindergarten selbst übergriffig war.

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