Selbsttest: sechs Versuche, sechsmal Risiko

Ampel-Wirrwarr auf der Allee: Hier brauchen Heilbronner richtig Nerven!

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Die Ampelschaltung auf der Allee sorgt bei vielen Autofahrern für Ärger!
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Die Allee führt mitten durch Heilbronn - und sorgt bei vielen Autofahrern für großen Ärger! echo24.de schaut sich das Problem für euch genauer an.

Die Ampel springt auf Rot und die Autokolonne, die sich über die Heilbronner Allee schiebt, kommt zum Stehen. Schon wieder - denn auch die Ampel davor war bereits rot! Als direkt darauf die Straßenbahn auf die Kreuzung fährt, ist klar: Diese Rot-Phase dauert mal wieder länger. Und genau darüber regen sich viele Autofahrer so richtig auf!

echo24.de will es genauer wissen und macht den Selbsttest. Täuscht der Eindruck, dass Autofahrer auf der Allee von einer roten Ampel zur nächsten fahren? Wie lange braucht man als Autofahrer wirklich, wenn man die Allee abfährt? Wie viele Ampeln schalten auf Rot um? Und wie sehr behindert die Stadtbahn den Autoverkehr?

Die zwei Minuten Fahrzeit, die Google Maps angibt, sind im Selbsttest nicht zu schaffen.

Heilbronner Allee: Ampelschaltung im Selbsttest

Um einen realistischen Eindruck von der Verkehrssituation zu bekommen, fährt echo24.de die Allee sechsmal in beide Richtungen ab - über den ganzen Tag verteilt. Schon zu Beginn des Versuchs wird klar: Die zwei Minuten Fahrzeit, die Google Maps angibt, sind nicht machbar. Zumindest nicht, wenn man sich an die Verkehrsregeln hält. Und erst recht nicht, wenn die Stadtbahn dazu kommt. 

Drei Minuten und 37 Sekunden - so lange beträgt die Fahrzeit beim Test im schlechtesten Fall. Viel ärgerlicher für Autofahrer aber: Ganze fünf der acht Ampeln sind dabei rot! Ein fließender Straßenverkehr für Autos ist so nicht möglich. Und das ist - indirekt - auch so gewollt! "Die Straßenbahn hat immer Vorfahrt. Kurz bevor sie auf die Kreuzung fährt, geht ein Signal an die Ampeln, das eine Rot-Phase für die Autofahrer auslöst", erklärt Dirk Herrmann, stellvertretender Amtsleiter beim Amt für Straßenwesen. 

Ärger für Autofahrer - Freude für S-Bahn-Nutzer

Das ist ärgerlich für Autofahrer, freut die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs dafür umso mehr. Herrmann: "Man darf das eben nicht nur aus der Windschutzscheibe heraus betrachten. Der Nahverkehr soll gefördert werden und deshalb ist es wichtig, dass die S-Bahnen gleichmäßig durchfahren können." Kommt keine Straßenbahn dazwischen, gibt es für die Allee vier verschiedene Programme, die den Verkehr regeln. Herrmann: "Es gibt für jede Ampel ein Steuergerät, das an einen Verkehrsrechner angeschlossen ist. Anhand der Verkehrszählungen wird so je ein Programm für vormittags, mittags, nachmittags und nachts eingestellt. Und dieses regelt die Ampelschaltung. Einen regelmäßigen Zyklus, in dem die Ablaufprogramme neu eingestellt werden, gibt es allerdings nicht."

Dass dieses Programm durchaus gut funktionieren kann, beweist eine der echo24.de-Testfahrten: In zwei Minuten und 16 Sekunden und mit nur einer roten Ampel kann man die Allee abfahren. Wenn keine Straßenbahn dazwischen kommt! Beim Selbsttest zeigt sich also, dass der Ärger der Autofahrer über die Ampelschaltung auf der Allee berechtigt ist - zumindest teilweise. Vielleicht wäre es wieder an der Zeit für eine neue Verkehrszählung - und für eine verbesserte Ampelschaltung, die nicht nur der Straßenbahn freie Fahrt ermöglicht.

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