Ein „Bild der Zerstörung“

Explosion in Leingarten: „Bild der Zerstörung“ - Woher kam der Riesen-Akku?

Eine zerborstene Terrassentür, die durch eine Explosion aus den Angeln gehoben wurde.
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Die Explosion war so heftig, dass sie die Terrassentür aus der Verankerung riss.
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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In der Nacht zum Sonntag (18. April) ist in Leingarten im Kreis Heilbronn ein Akku explodiert und hat einen riesigen Schaden angerichtet.

Update, 21. April: Die Polizei sucht weiter nach der Ursache für die Akku-Explosion am Wochenende in Leingarten. In der Nacht zum Sonntag war in einem Wohnhaus ein Akku explodiert - doch was die Ermittler beschäftigt, ist vor allem die Frage, was die Batterie in der Küche zu suchen hatte. Denn mittlerweile ist klar: Bei dem explodierten Gegenstand handelt es sich um einen Lithium-Ionen-Akku für „große elektrische Gerätschaften mit einem hohen Energiebedarf“.

Diese Art von Akku-Modul wird unter anderem in Elektrofahrzeugen oder Energiespeichern benutzt, erklärt Polizeisprecher Daniel Fessler auf Anfrage von echo24.de* - und Lithium-Ionen-Batterien, die in E-Autos verwendet werden, können bei einer Explosion riesigen Schaden anrichten. Wieso der 51-jährige Bewohner des Einfamilienhauses in Leingarten den Akku von der Größe eines Schuhkartons überhaupt hatte und wie die Explosion entstanden ist, wird derzeit noch ermittelt.

Explosion in Leingarten: Lithium-Ionen-Akku macht Haus unbewohnbar

Erstmeldung, 20. April: Ein 51-jähriger Mann hatte am vergangenen Wochenende (18. April) wohl noch mal Glück im Unglück. Er war am Abend im Wohnzimmer eingeschlafen - gegen 2:20 Uhr wurde er dann durch „laute Knackgeräusche“ wieder wach. Der Mann machte sich sofort auf die Suche nach der Ursache dieses Geräusches und entdeckte dann den Akku eines Gartengerätes, den er über Nacht in der Küche aufgeladen hatte.

Aus der Batterie lief demnach bereits eine Flüssigkeit aus, deshalb wollte sie der 51-Jährige nach draußen in den Garten bringen. Dabei entzündete sich der Akku zunächst und explodierte schließlich. Dadurch wurde die Küche des Hauses laut Polizeibericht zerstört - und weitere Räume, einschließlich des Dachgeschosses, so stark beschädigt, dass das Haus jetzt unbewohnbar ist. Denn durch die Explosion des Akkus war eine Druckwelle entstanden, die unter anderem die Fenster des Gebäudes teilweise zerstörte.

Explosion in Leingarten: Einsatzkräfte sprechen von einem „Bild der Zerstörung“

Die Feuerwehr Leingarten war, genauso wie die Polizei, bei dem Einsatz im Landkreis Heilbronn vor Ort. Als die Kameraden beim Einsatzort eintrafen, bot sich ihnen „ein Bild der Zerstörung eines Wohngebäudes“, wie es im Einsatzbericht heißt. Die Feuerwehrleute stellten zunächst den Brandschutz sicher und mussten dann feststellen, dass sich im gesamten Gebäude dichter Rauch entwickelt hatte.

Die Feuerwehr Leingarten musste die geborstenen Fenster mit Holzplatten verkleiden, um das Haus vor potenziellen Einbrechern zu schützen.

Diesen entfernten die Einsatzkräfte mittels Druckbelüftung, dann musste eine sogenannte „Notverschalung“ an den Fenstern angebracht werden. Denn durch die Explosion war eine enorme Druckwelle entstanden - diese hatte eine Fensterfront komplett aus der Verankerung im Mauerwerk gerissen. Mittels Holzbalken und Holzplatten wurde dieses „Loch im Haus“ verschalt. Insgesamt ist an dem Haus wohl ein Schaden von 200.000 Euro entstanden - es ist aktuell unbewohnbar.

Explosion in Leingarten: Wie geht es den Bewohnern - und den Katzen?

Der 51-jährige Hausbewohner, der den Akku ins Freie gebracht hatte, erlitt bei der Explosion schwere Verletzungen. Seine Frau und die jugendlichen Kinder - der 16-jährige Sohn und die 13 Jahre alte Tochter - wurden ebenfalls verletzt. Alle vier Bewohner wurden sofort ins Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Bewohner des zerstörten Hauses - die beiden Katzen - wurden von der Feuerwehr gerettet. Die Einsatzkräfte holten die Tiere aus dem unbewohnbaren Haus und versorgten sie am Sonntag noch mit Futter und Wasser. Zu welchem Gartengerät der explodierte Akku genau gehörte, ist bisher noch unklar. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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