Trillerpfeifen und Sprech-Chöre

Junge Alternative erhebt schwere Vorwürfe gegen Heilbronner Gymnasien

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Der Vorwurf: Lehrer sollen Schüler zur Gegen-Demo motiviert haben. 

Schrille Trillerpfeifen tönen über den Platz. Dann, viel leiser zu hören, jemand, der in ein Mikrofon spricht - oder schreit? Sprechchöre werden angestimmt. Die Kundgebung der Jungen Alternative (JA) zieht am Montagnachmittag rund 40 Interessenten auf den Heilbronner Friedensplatz. Und knapp 350 Gegner, unter diesen sind auffallend viele Schüler. Kein Wunder, denn: Am Robert-Mayer-Gymnasium (RMG), Mönchsee-Gymnasium (MSG) und am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) fiel deshalb der Unterricht am Nachmittag teilweise aus. 

Polizei teilt Sicherhheitsbedenken nicht

Man könne die Aufsichtspflicht nicht gewährleisten, hieß es laut "SWR" in einer Nachricht an die Eltern. Diese Sicherheitsbedenken teilt die Polizei nicht. Ja,  die Nähe, welche zwischen beiden Kundgebungen zugelassen wird, ist außergewöhnlich. Nein, eine erhöhte Gefahr für die Schüler der umliegenden Gymnasien sieht Frank Belz, Pressesprecher der Polizei Heilbronn, nicht: "Beide Veranstaltungen sind angemeldet. Es gibt einen vorgeschriebenen Raum, in dem alles abzulaufen hat. Und wenn dieser verlassen wird, sind wir da." 

Junge Alternative stinksauer

Die Partei fühlt sich eingeschränkt. Joshua Wittmann (17) ist Kooptierter Beisitzer der Jungen Alterntive. Am Mikrofon macht er seinem Ärger Luft: "Uns haben WhatsApp-Nachrichten und Mails von Schülern erreicht - bei deren Inhalt haben wir fast geweint!" Der Vorwurf: Am RMG sei durch Lehrer massiv Stimmung gegen die AfD und auch die Junge Alternative gemacht worden. "Wir fordern umgehend die Untersuchung des Gymnasiums", ruft Wittmann und ergänzt noch: "Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt! Wenn wir kommen, wird ausgemistet!" 

Dass die JA überhaupt irgendwohin kommt, wollen die Gegendemonstranten verhindern. "Meine Eltern waren zuerst auch besorgt, dass ich hierher komme", verrät ein 14-jähriger THG-Schüler aus Untergruppenbach. "Aber ich habe mich dann durchgesetzt und meine Eltern denken auch, dass es für eine gute Sache ist." Eine andere Schülerin sagt: "Wenn was passiert, soll ich weggehen." Und ihre Freundin wirft ein: "Aber ich fühle mich hier total sicher. Es ist so viel Polizei hier."

Von der Gegen-Veranstaltung und auch der Menge an Gegnern sei die Junge Alternative nicht überrascht, sagt Sprecher Marcel Wolle gegenüber echo24.de. "Aber davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Uns geht es hier nur darum, jungen Menschen unsere Politik näher zu bringen." Am Stand der JA lassen sich davon allerdings nur wenige ausmachen. 

Letztendlich behält die Polizei Recht. Die knapp zweistündige Veranstaltung verläuft ohne Zwischenfälle. 

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