Zwischenfall bei A6-Ausbau

A6-Ausbau: Pfeiler an neuer Neckar-Brücke bei Heilbronn abgesackt – so geht's weiter

  • vonIsabel Ruf
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Im Rahmen des A6-Ausbaus entsteht auch die neue Neckartal-Brücke. Jetzt haben Experten festgestellt, dass ein Brückenpfeiler abgesackt ist. Das hat Folgen für die Arbeiten bei Heilbronn.

  • Der sechsstreifige A6-Ausbau zwischen Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg kommt voran.
  • Das Herzstück ist der Neubau der Neckartalbrücke zwischen Heilbronn/Untereisesheim und Neckarsulm.
  • Jetzt wurden die Arbeiten vorerst eingestellt, denn ein Brückenpfeiler an der neuen A6-Brücke über den Neckar sackt ab.

A6-Ausbau: Pfeiler an neuer Neckartal-Brücke bei Heilbronn abgesackt

Der Ausbau der A6 ist seit 2017 in vollem Gange. Auf einer Länge von 25,5 Kilometern baut der private Autobahnbetreiber ViA6West die A6 auf sechs Fahrstreifen aus – und das bei laufendem Verkehr. Das Herzstück des Projekts bildet die 1,3 Kilometer lange Neckartalbrücke zwischen Heilbronn/Untereisesheim und Neckarsulm, die dabei neu errichtet wird. Noch bis zum Sommer 2022 dauern die Bauarbeiten – wenn alles glatt läuft.

Jetzt ist aber eine Veränderung aufgefallen, die den Ablauf der Bauarbeiten durcheinanderwirbelt und weitere Schritte erfordert. Einer der insgesamt 42 Pfeilerpaare, die für den neuen Neckartalübergang gebaut werden, ist leicht abgesackt – ViA6West spricht von „geringfügigen Setzungen außerhalb der Toleranzen“. Konkret handelt es sich zwar „nur“ um rund vier Zentimeter, doch das hat jetzt Auswirkungen auf das komplette Projekt. In diesem Bereich mussten die Arbeiten an der Brücke vorerst gestoppt werden.

A6-Ausbau bei Heilbronn: Brückenpfeiler abgesackt – Boden hat wohl nachgegeben

Das Wichtige vorweg: Die Standsicherheit sei nicht gefährdet, teilte ViA6West mit. Allerdings muss jetzt natürlich der Grund für das Absenken gefunden sowie die weiteren Brückenpfeiler überprüft werden. Aufgefallen ist der Unterschied bei einer der täglichen Überprüfungen der mehrere hundert Tonnen schweren Pfeiler. Als Grund für das Absacken des Brückenpfeilers vermutet der Autobahnbetreiber den Untergrund unter dem Fundament der beiden Pfeiler. Der Boden sei schlicht weicher als erwartet.

Um das zu beheben, wird der Boden jetzt stabilisiert. Wie Endres auf echo24.de-Nachfrage mitteilt, wird in den nächsten Tagen der weniger tragfähige Boden mit einem Hochdruckverfahren durch eine Zementsuspension ersetzt. Zudem wird das Lager, auf dem der sogenannte Brückenbau auf dem Pfeiler aufliegt, mit Metallplatten unterfüttert, um die vier Zentimeter zu kompensieren. Im Anschluss sollen die Bauarbeiten an dieser Stelle fortgesetzt werden.

Bei einem dieser Brückenpfeiler für den neuen Neckartalübergang bei Heilbronn ist das Fundament abgesackt.

Ausbau der A6: Hat der abgesackte Brückenpfeiler Auswirkungen auf das gesamte Projekt?

Nach aktuellem Stand ist lediglich das eine Pfeilerpaar betroffen. Mithilfe zusätzlicher Bodensondierungen wird jetzt aber trotzdem noch einmal die Boden-Tragfähigkeit unter allen Pfeilern überprüft. Aus heutiger Sicht seien die Fertigstellung und die Streckenfreigabe der A6 im Jahr 2022 nicht gefährdet, teilt ViA6West mit.

Grund sei der zeitliche Puffer und dass das aktuelle Problem ausschließlich den sogenannten Brückenüberbau betreffe. Das bedeutet, dass an den weiteren Brückenpfeilern und der Neckarbrücke ohne Unterbrechung weitergearbeitet werden kann. Auch der Verkehr ist nicht betroffen, der aktuell auf dem benachbarten Brückenteil fließt. Dieses wurde bereits im April 2019 für Autos und Lkw freigegeben.

Ausbahn der A6: Auf dieses Highlight freuen sich die Verantwortlichen

Für die Dauer von 30 Jahren betreibt das Unternehmen ViA6West die rund 47 Kilometer lange Projekt-Strecke zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg. Der Ausbau der A6 und die Unterhaltung der Strecke kostet rund 1,3 Milliarden Euro. Etwa 100.000 Fahrzeuge rollen täglich über die A6-Strecke.

Besonders spektakulär wird es Ende 2021 beziehungsweise Anfang 2022. Dann wird die bestehende neue Autobahnbrücke mit der auffälligen Schallschutz-Welle seitlich auf die künftige Endposition verschoben. Das gesamte Bauwerk muss dabei auf einer Länge von 1,3 Kilometern verschoben werden – eine technische Meisterleistung. Endres geht davon aus, dass der Querverschub vom internationalen Fachpublikum mit Interesse verfolgt werden wird.

Im Rahmen des A6-Ausbaus war zuletzt auch die Bundesstraße 27 zwischen Heilbronn und Neckarsulm gesperrt worden. Die A6-Brücke wird über die B27 gebaut. Dafür mussten knapp 30 Betonfertigteile eingehoben werden.

Rubriklistenbild: © ViA6West/Endres

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