Kern's Gewürze ist normalerweise auf Märkten zu finden

Familie Kern eröffnet Onlineshop

Obersulm-Weiler, Kern&#39s Gewürze, Onlineshop
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Gehen neue Wege (von links): Marco, Sami (8 Monate), Tamara, Manfred Michael und Elisabeth Kern.

Weihnachtsmärkte, Pferdemärkte, große Krämermärkte und Kirchweihen – das ist normalerweise die Welt der Familie Kern aus Obersulm-Weiler. Seit rund 65 Jahren sind sie mit Kräutern, Gewürzen, Tees und Bonbons im Umkreis von sechzig Kilometern unterwegs.

  • Die Familie Kern will mit einem online-Shop die Kunden erreichen
  • Rezepttipps auf Facebook und Instagram
  • Starterbox für Koch-Einsteiger

Und dann kam Corona. „Zuerst war man in so einem Schockzustand, hat gar nicht begriffen, was los ist. Und vor allem hätte ich niemals gedacht, dass es so lange geht“, erzählt Manfred Michael Kern. Keine Märkte bedeuten keinerlei Einnahmen für ihn und seine Frau Elisabeth. Doch sie lassen sich nicht unterkriegen und wollen mit einem Onlineshop ihre Kunden erreichen.

Jetzt auch noch die Absage des Öhringer Pferdemarkts im Februar – der nächste Schlag. „Wenn es so weitergeht, ist die Frage, ob es die Märkte so noch gibt“, sagt Sohn Marco Kern. Er würde das Unternehmen gerne übernehmen, neben seinem eigentlichen Beruf führen. Deswegen geht die Familie nun neue Wege. Kern: „Mein Opa kannte das Internet noch gar nicht und mein Vater hat erst seit drei Monaten ein Smartphone.“

Mit der jahrelang erworbenen Erfahrung wollen die Kerns auch online punkten. Dabei haben sie zunächst vor allem ihr Stammpublikum im Auge, das teilweise weite Strecken fuhr, um sich an ihrem Stand mit Kräutern, Tee und Bonbons einzudecken.

Doch Marcos Frau Tamarageht noch ein Stück weiter. Auf Facebook und Instagram teilt sie Rezepttipps mit den passenden Gewürzen. „Mir geht es selbst oft so, dass ich zwar Gewürze kenne, aber nicht weiß, was ich damit machen soll.“ Gerade für Koch-Einsteiger haben die Kerns eine Starterbox mit den „Alltagshelden“ zusammengestellt, alles unter dem Motto „Sei frech, wild & würzig“.

Als nächster Schritt sind vielleicht auch eigene Gewürzmischungen und nachhaltigere Verpackungen im Gespräch. Denn eins ist klar: Kampflos wird die Familie das traditionsreiche Geschäft sicher nicht aus der Hand geben.