Seit Mitte März 2020 liegt das Nachtleben brach

Der Club Creme 21 will irgendwann wieder richtig feiern

Im Club Creme 21 in Heilbronn liegt das Nachtleben brach
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Betriebsleiter Felix Seeger liebt das Creme 21 und vermisst die Clubnächte.

Seit März liegt das Nachtleben im Cub Creme 21 in Heilbronn brach. Genau jetzt würde der Club sein zwanzigjähriges Bestehen feiern.

  • Seit dem 13. März hatte der Club Creme 21 nur vier Wochen geöffnet.
  • Seit zwei Jahren ist Felix Seeger Betriebsleiter.
  • Corona hat alles verändert.

Ganze vier Wochen lang hatte das Creme 21 in Heilbronn seit dem 13. März geöffnet. Als Barkonzept ab Mitte September. „Da waren die Zahlen so niedrig, dass wir dachten, wir können an den Start gehen“, erzählt Betriebsleiter Felix Seeger. Die Leute seien dankbar gewesen, dass sie im Creme ein Stück Normalität leben konnten. Großartig war es auch für das Team. Doch eine Woche vor der angeordneten Sperrstunde war es den Betreibern schon zu heiß und aktuell sieht Seeger auch keine große Perspektive, dass sich das bald ändern wird.

Felix Seeger war auch schon Restaurantleiter in Basel

Seeger kommt ursprünglich aus Besigheim, besuchte unter anderem die Hotelfachschule in Lausanne und absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. „Ich war auch mal Restaurantleiter in Basel, aber nebenbei immer im Nightlife aktiv, habe Partys veranstaltet und war mit Clubs in Kontakt“, erzählt der 35-Jährige. Schon früh merkt er, dass ihm das liegt, dass er da seinen Platz gefunden hat. „Irgendwann kommt dann der Erste und fragt ’Könntest du nicht meinen Club schmeißen’, und das hab ich dann gemacht.“

Seit gut zwei Jahren ist Seeger Betriebsleiter im Creme 21, dem Heilbronner Club, der eigentlich genau jetzt sein zwanzigjähriges Bestehen feiern würde. „Ich hab mich direkt verliebt, denn die Infrastruktur und das Drumherum sind hier einfach sensationell.“ Immer wird im Team über die Ausrichtung des Clubs entschieden. Es gibt 90er und 2000er-Mottopartys, Hiphop und Black, Reaggaton und eine Plattform für die Elektronik-DJs aus der Region und ihre internationalen Kollegen. „Als fester Bestandteil des Heilbronner Nachtlebens musst du verschiedene Zielgruppen ansprechen.“

Corona hat alles verändert

Doch seit März liegt eben dieses Nachtleben brach, Corona hat alles verändert. Im Creme sind davon 48 Mitarbeiter betroffen, die ihre zweite Familie vermissen. Die Minijobber haben kein Zusatzeinkommen mehr, der Rest ist in Kurzarbeit. „Bis jetzt hat uns keiner verlassen, aber klar, je länger das geht, desto schwieriger wird es“, sagt Seeger. In den letzten Monaten hat er länderübergreifend mit anderen Gastronomen Hygienekonzepte entwickelt, sich Gedanken über Kontaktnachverfolgung gemacht und die 2017 im Rahmen des Generalumbaus modernisierte Lüftungsumlage analysiert. Pro Stunde findet im Club 13- bis 15-mal ein kompletter Luftaustausch statt. Klarnamen werden in Clubs eh immer mit den Ausweisen abgeglichen. Die ganzen Lösungsansätze liegen dem Sozialministerium vor.

Es ist schwer, geschlossen zu haben

Seeger ist nicht verbittert, dass trotzdem nichts passiert. „Das Infektionsgeschehen ist da, das kann man nicht wegdiskutieren. Wir haben da eine große gesellschaftliche Verantwortung, der wir auch gerne nachkommen“, betont er. Außerdem gebe es großartige Hilfen von der Bundesregierung, die wirklich funktionieren. „Natürlich ist es schwer, dass wir geschlossen haben, aber wenigstens gibt es diese Unterstützung. Wenn wir uns alle an die entsprechenden Maßnahmen halten und verzichten, auch wenn es schwer fällt, dann haben wir die Chance, irgendwann wieder zu feiern.“