Betriebsleiter Matze Kern hat die Laube in Böckingen auch das private Glück gebracht

Kneipen-Urgestein in der Laube in Heilbronn-Böckingen

Kneipen-Urgestein Matze Kern ist seit 19 Jahren Betriebsleiter der Laube in Heilbronn-Böckingen
+
Laube-Betriebsleiter Matze Kern freut sich schon darauf, irgendwann wieder nachts abzuschließen, nachdem er seine Gäste einen Abend lang unterhalten hat.

Matze Kern ist seit 19 Jahren Betriebsleiter der Laube in Heilbronn. In der Coronakrise läuft seiner Meinung nach nicht alles so wie es soll.

  • Soziale Verantwortung - die hat Matze Kern eigentlich vom Staat erwartet.
  • Matze Kern ist ein Urgestein in der Heilbronner Szene.
  • Das Team beschäftigt sich jetzt mit monatlichen Livestreams.

Matze Kern hat sich fest vorgenommen, alles mit dem nötigen Quäntchen Humor zu sehen. Auch wenn es für den Betriebsleiter der Laube in Heilbronn Dinge in der Coronakrise gibt, die so gar nicht laufen, wie sie seiner Meinung nach sollten: „Die meisten meiner Mitarbeiter sind geringfügig Beschäftigte, die gehen einfach leer aus, das ist das größte Manko an dieser Geschichte. Deswegen werden wir möglichst früh für diese Leute wieder aufmachen, auch wenn es sich finanziell nicht lohnt.“ Soziale Verantwortung – die hat er eigentlich vom Staat erwartet.

Matze Kern lernt in seinem zweiten Wohnzimmer viele Freunde kennen

Kern ist ein kleines Urgestein in der Heilbronner Szene, vor allem in der Laube-Welt. Schon als Jugendlicher findet er hier in Böckingen sein Stammlokal, lernt in seinem zweiten Wohnzimmer viele Freunde kennen. Trotzdem führt der Weg des heute 48-Jährigen nicht direkt ins Nachtleben. Kern macht den Maschinenbautechniker und studiert Informatik. Nebenbei arbeitet er aber immer in der Laube und ist zusätzlich im Sportkreis Heilbronn aktiv, vor allem im Sommerlager in Untergriesheim. „Jeder Mensch findet den Platz, wo er sich am wohlsten fühlt und seine Fertigkeiten am besten zum Wohl seiner Mitmenschen einbringen kann“, erklärt er Familienvater. Bei ihm ist es die Laube. Hier kombiniert er seit 19 Jahren als Betriebsleiter sein technisches Wissen und die soziale Kompetenz. Nichtsdestotrotz promoviert Kern in Informatik, man wisse ja nie, wie sich die Wege im Leben entwickeln.

Wegen seiner Sammelleidenschaft wird Matze Kern auch Papa Schlumpf genannt

In 19 Jahren hat er viele Generationen vor und hinter der Theke kennengelernt, für ihn, den alle wegen seiner Sammelleidenschaft auch gern Papa Schlumpf nennen, ein Privileg. Da war übrigens auch seine Frau dabei, kein Wunder, dass die Laube für ihn was ganz Besonderes ist. Normaler Betrieb ist seit Mitte März nicht möglich. Von Juni bis Oktober wird alternativ ein Nachtbiergarten organisiert. Mit Sozialplan, um vorrangig den Mitarbeitern, die es am dringendsten benötigen, ein Einkommen zu bescheren. „Das sind ja nicht wie früher Schüler und Studenten, die Leute sind darauf angewiesen, weil Miete und vieles andere in Heilbronn so enorm gestiegen sind.“ Einige seien in anderen Branchen untergekommen, aber es gebe jede Menge Einzelschicksale, die nun in den Seilen hängen.

Dabei sieht der Betriebsleiter die Maßnahmen grundsätzlich als richtig an, möchte da auch nicht falsch verstanden werden: „Es ist doch toll, dass ich in einem Land lebe, das sich um die Schwächsten kümmert und wo Leben mehr wert ist als das wirtschaftliche Wohl.“ Nur die mangelnde und schlechte Kommunikation, der komplett verschlafene Sommer und das viele Hin und Her der Politik gehen ihm gegen den Strich.

Hüttengaudi mit Ingo - Livestream am 5. Januar

Jetzt beschäftigt sich das Team wieder mit monatlichen Livestreams. „Hüttengaudi mit Ingo“ ist für den 5. Januar angesetzt. Da gibt es nicht nur Musik, sondern auch spielerisch kreative Elemente. „Die Laube will unterhalten und die Leute sollen uns nicht vergessen.“ Kern glaubt nicht daran, dass vor dem Frühjahr überhaupt wieder was anderes möglich ist, im Sommer dann wieder der Nachtbiergarten. „Ich wünsche mir, dass sich die Pandemie so entwickelt, dass wir im Herbst wieder eine Perspektive haben, dass die Leute hier tanzen dürfen.“