Ab September für kurze Zeit im Handel erhältlich

Genussbier aus Urkorn: Distelhäuser Dinkel

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Rötlich-braun soll es leuchten: Distelhäuser Braumeister Timo Herkert überprüft die Qualität des Dinkelmalz.

Dinkel wird in der Region Tauber-Franken auch „Spelz“ oder „Schwabenkorn“ genannt und kann dort auf eine 8.000 Jahre alte Tradition verweisen. Die Spezialität der Distelhäuser Brauer basiert auf diesem heimischen Getreide, einer Urform des heutigen Weizens. Das Dinkelbier ist ab September für kurze Zeit im Handel erhältlich.

Schon Hildegard von Bingen wusste Dinkel als das „beste Getreidekorn“ zu schätzen. „Wer Dinkel isst, bildet gutes Fleisch“, schrieb die Ordensfrau und Heilkundlerin in ihrem Werk zur Naturmedizin. Und: „Dinkel führt zu rechtem Blut, gibt ein aufgelockertes Gemüt und die Gabe des Frohsinns!“ Das Dinkelbier ist ein obergäriges Bier, rötlich in der Farbe, kräftig und gehaltvoll im Geschmack – das ideale Brotzeitbier. Dank Reinheitsgebot steckt nichts anderes im Bier als heimischer Dinkelmalz, Gersten- und Karamellmalz, Hefe, Aroma- und Bitterhopfen und klares Brauwasser.

Der Dinkel wächst im „Bauland“ um Boxberg heran. Er ist seit mehreren tausend Jahren dort heimisch und wächst als robuste, anspruchslose Pflanze auch auf kargen Böden. Weil Dinkel Kohlehydrate, Fette, Eiweiße und Ballaststoffe in idealer Zusammensetzung enthält, ist das Getreide seit den letzten Jahren wieder sehr gefragt. Der Dinkel wird geerntet, gedroschen und vom Landwirt an die Mälzerei geliefert, die daraus Dinkelmalz herstellt. Und der hat es durchaus in sich. „Das war eine echte Herausforderung an unsere Braukunst“, sagt Braumeister Timo Herkert.

Ein Grund: Anders als bei Weizen oder Gerste gibt es keinen speziellen Braudinkel. Alle gängigen Dinkelsorten enthalten aber relativ viel Eiweiß, das in der Fachsprache „Kleber“ genannt wird. „Die Masse, die während des Brau-Vorgangs entsteht, ist relativ zäh und lässt sich daher nicht wie üblich filtrieren“, erklärt er. Überschüssige Hefe und Trübstoffe müssen daher über eine Zentrifuge ausgesondert werden. Auch die Farbe des Bieres forderte das ganze Können der Distelhäuser Brauer. Das Dinkelbier soll ähnlich rötlich-braun leuchten wie reife Dinkelähren. Das gelang schließlich durch den Einsatz verschiedener Malzsorten.

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