Mit dem Programm "gesternheutemorgen"

Mit Sturmfrisur und buntem Hemd: Urban Priol in der Kultura in Öhringen

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Julia Glöckner, Jens Spahn, Markus Söder, Christian Lindner und Helmut Kohl - alle bekommen ihr Fett weg.

Was haben Helmut Kohl und Urban Priol gemeinsam? Die logische Antwort: Beide haben vor ziemlich genau 35 Jahren angefangen, Kabarett zu machen - der eine als Kanzler auf dem politischen Parkett, der andere als Satiriker auf der Kleinkunstbühne. Das ist die erste bahnbrechende Erkenntnis des Abends mit dem wortgewandten Schelm aus Unterfranken.

Urban Priol, der Mann mit der Sturmfrisur

Da steht er gestern Abend also leibhaftig vor seinen Fans in der restlos ausverkauften Kultura in Öhringen auf der Bühne: Urban Priol, der Mann mit der Sturmfrisur, der Intellektuellen-Brille und dem bunt bedruckten Hemd, den man aus verschiedenen Fernseh-Formaten wie "Neues aus der Anstalt" kennt, und vollzieht einen Parforceritt durch die Polit-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte. Jens Spahn, Markus Söder, Christian Lindner und Konsorten - jeder bekommt sein Fett weg, ungeachtet der politischen Gesinnung. Der Titel des aktuellen Programms: "gesternheutemorgen".

Urban Priol verleiht Julia Glöckner den Titel "Miss Ernte"

Julia Glöckner verleiht er den unrühmlichen Titel der "Miss Ernte" und den Grünen wirft Urban Priol vor, den früheren Kampfgeist gänzlich verloren zu haben. "Die Grünen von heute sind FDP-ler mit Fahrrad". Vorbei die Zeiten, als ein Herbert Wehner auf den Tisch geschlagen hat und beim "internationalen Frühschoppen" im TV sonntags um zwölf noch richtig gestritten wurde - mit reichlich Wein und Zigaretten, versteht sich. Blutleer und leidenschaftslos seien die Politiker von heute, man schaue sich nur an, welche Präsidenten in den zurückliegenden Jahren Deutschland repräsentierten.

Urban Priol analysiert messerscharf

Beachtlich sind Priols Gedankensprünge. Im Sauseschritt eilt er von einem Aufreger-Thema zum nächsten. Nicht unerwähnt bleibt der Flughafen, von dem nie geflogen werden wird (Berlin), auf dem nun Autos parken, mit denen nie gefahren werden wird (VW-Diesel). Und unsere Soldaten? Müssen laut "Peng" rufen, um zu schießen - in Ermangelung funktionierender Waffen im Fundus der Bundeswehr. Urban Priol analysiert messerscharf und spricht aus, was eigentlich jeder denkt. Ja, genau so ist es, möchte man laut rufen.

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