"Rock me Amadeus", "Jeanny" und "Out of the Dark"

So war "Falco - Das Musical" in Heilbronn

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In "Falco – Das Musical" gibt Alexander Kerbst den Wiener Superstar.
  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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Zwischen kompletter Zerrissenheit und unsterblichen Mega-Hits.

Er war ein Revoluzzer im Tarnanzug. Ihm war so heiß, dass er fror. Und er wollte sterben wie James Dean: "Auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus." Falco, der einzige Überlebende von Drillingen, war sein ganzes Leben hin- und hergerissen. Zwischen Weltruhm für Hits wie "Der Kommissar" und "Rock me Amadeus" und Sehnsucht nach normaler Bürgerlichkeit. Falcos Ausweg: Die Flucht in den Alkohol- und Koksrausch. Und im Februar 1998 machte es dann tatsächlich bumm. Und Falco war tot.

Bilder: Begeisterte Besucher bei "Falco - Das Musical"

Zum 20. Todestag des Weltstars bringt "Falco – Das Musical" noch einmal die größten Hits des ersten weißen Rappers auf die Bühne. Und so wippt das Publikum gestern Abend in der Heilbronner Harmonie zu "Ganz Wien" und "Dance Mephisto" gut gelaunt im Takt, bekommt bei "Jeanny" und "Out of the Dark" eine richtig fette Gänsehaut und spendiert dem Ensemble zum Abschluss bei "Europa" Standing Ovations.

Halluzination durch Alkoholmangel

Falco-Darsteller Alexander Kerbst ist dem Wiener wie aus dem Gesicht geschnitten. Gestik, Dialekt und Bühnen-Arroganz sitzen perfekt wie beim Original. Die Zweieinhalb-Stunden-Show ist dabei mehr als eine bloße Hit-Aneinanderreihung mit Live-Band: Als Erzähler führt die Manager-Figur durch Falcos Leben, erzählt Anekdoten aus den Höhen des Künstlerdaseins und den Tiefen der Privatperson Hans Hölzel.

Im Dialog mit seinen inneren Dämonen stellt Kerbst Falcos Zerrissenheit dar. Und der "Egoist"-Sänger wusste selbst am besten über seinen Selbstmord auf Raten Bescheid, wie die Original-Falco-Zitate in der Show zeigen. Seine Seele gehöre schließlich dem Teufel und "Realität ist nur eine Halluzination, die durch die Abwesenheit von Alkohol entsteht".

Unsterblicher Ausnahmekünstler

Nach mehr als 20 Nummern ist das Publikum restlos begeistert. "Die Show ist sehr gut. Der Falco-Darsteller macht seinen Job hervorragend – und auch die Choreographien finde ich klasse", sagt Martina Beck aus Schwaigern. "Ich habe den echten Falco einmal in einer Bar kennengelernt", erzählt Thomas Breme aus Waiblingen. "Das Profil des Hauptdarstellers ist wirklich originalgetreu. Verblüffend!"

Das Finale mit einem Medley und "Europa" hat Heike und Herbert Bollinger besonders gut gefallen. "Das war wunderbar, da hat der ganze Saal richtig getobt", sagt die Kaiserslauternerin. Angelika Dietrich aus Ingelfingen-Stachenhausen: "Falco wird die Show wirklich gerecht. Als extravaganter Musiker hat er sich ein solches Musical verdient." Und was bleibt nach dem Streifzug durch die unsterblichen Hits? Die Gewissheit, dass es einen solchen Künstler, der seiner Zeit weit voraus war, nie wieder geben wird.

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