Coronavirus in Baden-Württemberg

Großveranstaltungen weiterhin verboten - aktuelle Regeln im Überblick

  • Daniel Hagmann
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Wegen des Coronavirus ist der Veranstaltungsbetrieb in Baden-Württemberg eingeschränkt. Jetzt ist es fix: Das Verbot von Großveranstaltungen wird verlängert.

  • Ende März wurde das kulturelle Leben in Baden-Württemberg  wegen des Coronavirus zurückgefahren.
  • Zunächst sollten Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten sein.
  • Jetzt haben Bund und Länder das Verbot bis zum Jahresende verlängert!

Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern: Großveranstaltungen bis Jahresende verboten!

Update vom 27. August, 19 Uhr: Zuerst waren Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten. Jetzt steht aber fest: Bis zum Ende des Jahres wird das so bleiben! Bund und Länder haben am Donnerstag bei Beratungen entschieden, dass Großveranstaltungen bis Ende Dezember 2020 nicht stattfinden dürfen. 

Das betrifft Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygiene-Regeln nicht möglich sind. Zu bundesweiten Sportveranstaltungen mit Zuschauern – wie in der Fußball-Bundesliga – ist noch keine Entscheidung gefallen. Eine Arbeitsgruppe soll bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen. 

Weitere Verschärfungen der Corona-Regeln in Baden-Württemberg hat Winfried Kretschmann am Abend vorgestellt. 

Corona-Gipfel: Erste Details durchgesickert - Verbot für Großveranstaltungen soll verlängert werden

Update vom 27. August: Wer dachte, dass Großveranstaltungen ab dem 1. September wieder stattfinden dürfen, könnte jetzt enttäuscht sein. Bei dem heutigen Corona-Gipfel, bei dem Bund und Länder zusammenkommen, soll nicht über Lockerungen diskutiert werden. Im Gegenteil! Die Coronavirus-Infektionen steigen wieder erschreckend in die Höhe. Bund und Länder wollen nun einheitliche Regeln sprechen.

Jetzt sind erste Details aus Merkels Beschlussvorlage durchgesickert. Wenn es danach geht, soll das Verbot für Großveranstaltungen bis zum 31. Dezember verlängert werden. Seit 11 Uhr beraten Bund und Länder über bundeseinheitliche Maßnahmen. Auch für private Veranstaltungen, wie Hochzeiten und Geburtstage, soll sich etwas ändern. 

Neue Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg: Diese Regeln gelten bald für Messen

Update 15. Juli: Und wieder gibt es in Baden-Württemberg durch neue Corona-Lockerungen einen kleinen Schritt zurück in Richtung Normalität: Vom 1. August an dürfen wieder kleinere Messen und Kongresse mit bis zu 500 Teilnehmern stattfinden. Vom 1. September an auch mit mehr Besuchern. Nun haben das Wirtschafts- und das Sozialministerium in Baden-Württemberg für den Ablauf der Veranstaltungen weitere Regel-Erleichterungen angekündigt - etwa, dass kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, wenn der Mindestabstand zwischen Sitzplätzen oder an Messeständen 1,5 Meter und mehr beträgt. Vorausgegangen war die Kritik der Messeveranstalter an den bisherigen Regeln. Sie seien strenger als im regionalen Einzelhandel, was nicht nachvollziehbar sei.

Neben der Regelung zur Mund-Nasen-Bedeckung auf Messe-Veranstaltungen in Baden-Württemberg wurde auch die Mindestquadratmeterzahl pro Besucher geändert, berichtet die dpa. Statt zehn Quadratmeter pro Messe-Besucher sollen die Veranstalter nun sieben Quadratmeter berechnen. Das Personal der Messestände bleibt bei der Berechnung ausgenommen. "Es ist wichtig und richtig, dass wir die Rahmenbedingungen für die Messebranche verbessern, und ich bin erleichtert, dass das Infektionsgeschehen dies zulässt", sagte Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Bei aller notwendigen Vorsicht müsse man dafür sorgen, dass der Messestandort Baden-Württemberg weiterhin attraktiv bleibe.

Gleichzeitig warnte Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne): "Beim Zusammentreffen vieler Menschen in geschlossenen Räumen ist weiterhin die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln oberstes Gebot. Verschiedene Ausbrüche in unterschiedlichen Settings zeigen, dass das Coronavirus jede Chance zur Weiterverbreitung ausnutzt." Es liege in der Verantwortung der Aussteller und Besucher, dass Messen nicht zum Treiber des Infektionsgeschehens würden - man wolle nach Möglichkeit nicht erneut Beschränkungen einführen müssen.

Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg: Sind bald wieder Messen möglich?

Update 22. Juni: Für die Organisatoren von Großveranstaltungen zählt mittlerweile jeder Tag - und jede Lockerung der Coronavirus-Regeln. Wenn der reguläre Veranstaltungsbetrieb weiterhin strikten Maßnahmen gegen Covid-19 unterliegt, wird das unweigerlich das Aus vieler Betriebe in Baden-Württemberg zur Folge haben, die im Veranstaltungssektor ihr Geld verdienen.

Allerdings besteht durch die Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen in Baden-Württemberg immer mehr Hoffnung für Veranstalter: Denn ab dem kommenden Herbst sollen - selbstverständlich mit entsprechenden Hygiene-Vorkehrungen - wieder Messen und Ausstellungen mit mehreren Tausend Besuchern im Südwesten möglich sein. Dies stellt nun Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Aussicht, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Laut des Blatts wolle die Landesregierung von Baden-Württemberg bald ein Konzept mit entsprechenden Coronavirus-Maßnahmen beschließen, damit Messen von Herbst an wieder möglich sein können. Ab dem 1. August dürfen im Südwesten wieder Kongresse mit bis zu 500 Teilnehmern stattfinden. Ein rasches Verkünden des Maßnahme-Katalogs - einschließlich eines konkreten Datums - ist auch deshalb im Sinne der Messe-Veranstalter, da diese für die Vorbereitung ihrer Events auch einen entsprechenden Vorlauf benötigen. Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, erklärte, dass allein in Stuttgart ein Minus in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags drohe, falls die bisherigen Verbote bis zum Jahresende aufrechterhalten bleiben. Voraussichtlich soll die Messe-Zukunft für den Rest des Jahres bereits auf der Kabinettssitzung am morgigen Dienstag beschlossen werden. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Das gilt jetzt für Großveranstaltungen

Update vom 18. Juni: Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich am Mittwochnachmittag mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu besprechen

Ein Thema in der gestrigen Sitzung: Großveranstaltungen. Das Verbot wäre noch bis zum 31. August gültig gewesen. Doch nun wurde es offiziell verlängert. Das heißt: Großveranstaltungen wie Volks- und Straßenfeste oder Kirmesveranstaltaltungen finden bis Ende Oktober nicht statt. Dieser Beschluss gilt für Groß-Events, bei denen eine Kontaktverfolgung, sowie die Einhaltung der Hygieneregeln nicht möglich ist.

Coronavirus Baden-Württemberg: Droht das Aus für Großveranstaltungen dieses Jahr?

Update vom 17. Juni: Im Kampf gegen das Coronavirus hatten Bund und Länder Großveranstaltungen zunächst bis zum 31. August 2020 verboten. Trotz vieler Lockerungen, die Schritt für Schritt zurück zur Normalität führen sollen, wurde das Verbot nun verlängert. Laut spiegel.de sollen keine Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober stattfinden - von Normalität ist hier also noch lange nicht die Rede. 

Am Mittwoch trifft sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länderchefs, um über weitere Schritte in der Coronavirus-Pandemie zu sprechen. Nach ersten Informationen, die spiegel.de vorliegen, könnte sogar noch über eine längere Frist, eventuell bis Jahresende, diskutiert werden. Für bestimmte Veranstaltungen könnte es Ausnahmen geben. Zum Beispiel für solche, bei denen die Kontaktverfolgung und Einhaltung der Hygieneregeln sichergestellt ist. 

Coronavirus Baden-Württemberg: Das gilt für Großveranstaltungen ab Juli

Update 10. Juni: Kneipen und Bars haben wieder geöffnet, auch Clubs in Baden-Württemberg sind teilweise wieder mit Angeboten für ihre Besucher da. Selbstverständlich läuft das langsam wieder erwachende öffentliche Leben nur mit strengen Coronavirus-Kontaktbeschränkungen ab. Allerdings ist jede weitere Lockerung der Corona-Verordnungen ein kleiner Schritt in Richtung Rückkehr zu dem gesellschaftlichen Leben, das wir bis vor Kurzem noch in vollen Zügen genossen haben

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat nun weitere Coronavirus-Lockerungen für Großveranstaltungen im Südwesten angekündigt. Vom 1. Juli an seien öffentliche Veranstaltungen wie Tagungen, Kongresse, Messen und kleinere Sportevents mit bis zu 100 Besuchern wieder möglich. 

Vom 1. August an soll dann eine Teilnehmerzahl von bis zu 500 Besuchern erlaubt sein, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Größere Veranstaltungen wie zum Beispiel Volksfeste, Jahrmärkte und Konzerte mit mehr als 500 Menschen blieben aber mindestens bis zum 31. August wegen des Coronavirus verboten.

Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg: Private Veranstaltungen wieder möglich

Bereits am Montag hatte die Landesregierung von Baden-Württemberg verkündet, dass private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstage mit bis zu 99 Besuchern in angemieteten Räumen nun wieder möglich sind, wenn Hygienekonzepte eingehalten werden. Schon seit dem 1. Juni sind öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen für weniger als 100 Besuchern erlaubt. 

Über weitere mögliche Corona-Lockerungen bei privaten Veranstaltungen soll nach Kretschmanns Worten der Koalitionsausschuss beraten, da es dazu noch keine Einigung gebe. Der Ausschuss ist das Gremium, in dem die grün-schwarze Regierung von Baden-Württemberg versucht, sich bei Konfliktthemen zu einigen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kleine Feste und Konzerte schon ab 1. Juni?

Update 26. Mai: Die Entwicklungen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg verliefen in den vergangenen Wochen meist erfreulich: Die Kurve der aktuell infizierten Personen mit dem Sars-CoV-2-Virus flachte deutlich ab, schon längst gibt es mehr Genesene als Erkrankte. Folgerichtig gibt es erste behutsame Lockerungen der Corona-Regeln. Viele Gaststätten in Baden-Württemberg haben etwa seit dem 18. Mai wieder geöffnet - wenn auch unter Einhaltung strenger Hygiene-Konzepte. Und nicht zuletzt zieht es die Menschen derzeit wegen des schönen Wetters nach draußen. Das Verlangen nach Erlebnis und Geselligkeit ist groß.

Zwar wäre es sicher riskant, den Überlegungen in Thüringen zu folgen und die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus pauschal den Rücken zu kehren, aber eine schrittweise Rückkehr zur Normalität scheint angesichts der aktuellen Entwicklung auch in Baden-Württemberg angebracht. Wie die Heilbronner Stimmer berichtet, sollen im "Ländle" schon ab nächster Woche, ab dem 1. Juni, Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern unter bestimmten Coronavirus-Auflagen wieder möglich sein. Heißt: Öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen und namentlich bekannten Besuchern sind dann wieder denkbar. Das könnte der Re-Start für kleine Konzerte, Theater- und Kino-Aufführungen sowie für Lehrveranstaltungen und Versammlungen von Organisationen sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Lockerungen für kleine Veranstaltungen ab 1. Juni

In diesem Zuge sollen die Coronavirus-Regeln in Baden-Württemberg auch im privaten Rahmen gelockert werden: Feste und Treffen - etwa Geburtstage oder Grillfeten - sollen ab dem 1. Juni im Freien wieder mit bis zu 20 Menschen, in geschlossenen Räumen mit bis zu zehn Besuchern erlaubt sein. Die nach wie vor geltenden Abstandsregeln sind bei diesen Veranstaltungen jedoch weiterhin einzuhalten. Großveranstaltungen in ganz Deutschland bleiben von diesen Überlegungen aber unberührt. Events ab 1.000 Teilnehmern bleiben sicher bis mindestens 31. August verboten. Vorerst bleiben auch Badeseen wegen der Abstandsregelungen gesperrt.

In weiteren Schritten ist seitens der Landesregierung von Baden-Württemberg angedacht, ab dem 1. August Kino- und Theater-Aufführungen sowie Konzerte mit bis zu 1.000 Sitzplätzen wieder zuzulassen. Kongresse, Tagungen und Messen seien dann bis maximal 500 Besuchern denkbar. Entscheidend bei diesen Plänen ist aber weiterhin die Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden Wochen und Monaten. Auch erst die langfristigen Corona-Daten werden zeigen, ob zum Jahresende Weihnachtsmärkte und im kommenden Frühjahr Faschingsveranstaltungen in altbekannter Form stattfinden können.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Kultur-Veranstaltungen bald wieder möglich

Update 14. Mai: Seit zwei Monaten sitzen Künstler und Kulturinteressierte auf dem Trockenen: Konzerte, Festivals, Lesungen und Shows sind abgesagt, Theater geschlossen. Zwar haben sich Teile der Kulturszene in Baden-Württemberg schnell auf die neue Situation eingestellt und streamen nun in durchaus professionellen Formaten live - aber ein echtes Show-Erlebnis vor Ort können auch aufwendige Live-Streams nicht komplett ersetzen. Besucher, Schauspieler, Musiker und andere Kreative fragen sich da zu Recht: Wann gibt's wieder Kulturformate in Baden-Württemberg, wie man sie vor der Coronavirus-Krise kennen- und lieben gelernt hat?

Nun hat das Kunstministerium in Stuttgart einen Fahrplan zum Wiederbeginn des öffentlichen Kulturlebens nach der Corona-Zwangspause in Baden-Württemberg vorgestellt. Kleine künstlerische Veranstaltungsformate sollen ab 1. Juni möglich werden, wenn die räumlichen Bedingungen dies zuließen und die Hygiene- und Abstandsvorgaben in Baden-Württemberg zum Schutz des Publikums und der Mitwirkenden garantiert werden könnten, sagte Ministerin Theresia Bauer (Grüne). Die Rückverfolgbarkeit der Fans, Besucher und anderer Teilnehmer müsse dabei allerdings gewährleistet sein.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Bald wieder Veranstaltungen mit weniger als 100 Personen möglich

Wie der Veranstaltungsbereich über diese Kleinformate hinaus geregelt werde, dazu tage eine interministerielle Arbeitsgruppe, deren Ergebnisse die Landesregierung von Baden-Württemberg in Kürze bekanntgeben werde. Bereits seit dem 20. April sind Bibliotheken und Archive in Baden-Württemberg wieder geöffnet. Museen, Freilichtmuseen und Häuser, in denen Ausstellungen zu sehen sind, dürfen seit 6. Mai wieder Publikum empfangen.

Das Ministerium orientiert sich bei seinen Plänen an den Rahmenbedingungen, die für Gottesdienste vereinbart worden seien. "Daraus ergibt sich, dass wir in einem ersten Schritt Veranstaltungen mit einem Richtwert von unter 100 Personen vorsehen. Bei speziellen Formaten, wie beispielsweise Autokinos, sind auch mehr Personen zulässig", sagte Bauer. Als erste Hilfe stellt das Ministerium mehr als zwei Millionen Euro aus dem "Innovationsfonds Kunst" bereit, um unter dem Motto "Kultur Sommer 2020" kleine Kulturveranstaltungen aller Sparten und auch der Breitenkultur, beispielsweise der vielen Vereine, zu fördern.

Baden-Württemberg: Proben von Künstlern trotz Coronavirus-Regeln wieder möglich

Laut Bauer wurde ein Notprogramm für Kunst und Kultur im Umfang von 40 Millionen Euro beantragt. Dieser soll aus den Mitteln der Coronavirus-Rücklage des Landes Baden-Württemberg finanziert werden. Das Programm solle aus zwei Teilen bestehen: "Mit einem Nothilfefonds im Umfang von über 32 Millionen Euro helfen wir wirtschaftlich gefährdeten Kunst- und Kultureinrichtungen sowie Vereinen der Breitenkultur", sagte Theresia Bauer. Mit dem Programm "Kunst trotz Abstand" - ausgestattet mit rund sieben Millionen Euro - fördert das Ministerium kulturelle Veranstaltungen, die auch unter den aktuellen Beschränkungen und unter Einhaltung von Auflagen umgesetzt werden könnten.

Voraussetzung für einen möglichen Spiel- und Vorstellungsbetrieb sind Probearbeit und Training. Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer: "Ab sofort darf daher auch der Probenbetrieb mit mehr als fünf Personen für professionelle Theater, Orchester sowie Chöre unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen wiederaufgenommen werden."

Coronavirus: Müssen Veranstalter alle Konzerte und Festivals 2020 in Europa absagen?

Update 15. April: Fällt wirklich der ganze Festival-Sommer 2020 in Europa flach? Und im kommenden Jahr gleich mit? Laut dem Gesundheitsexperten und Bioethiker Zeke Emanuel soll erst im Herbst 2021 wegen des Coronavirus wieder an Veranstaltungen zu denken sein. Frühestens. "Wenn es wirklich so kommen sollte, dass erst in eineinhalb Jahren wieder Festivals und Konzerte möglich sind, dann ist das kulturelle Leben dahin", sagt Steffen Kiederer. Zusammen mit Timo Hofmann aus Leingarten veranstaltet der Untereisesheimer in Rieden-Kreuth, die G.O.N.D., das größte Tribute-Festival der Welt zu Ehren einer einzigen Band - der Böhsen Onkelz.

Kiederer erklärt: "Eine solche Entscheidung, Großveranstaltungen bis Ende des kommenden Jahres wegen des Coronavirus abzusagen, würde bedeuten, dass dann die ganze Veranstaltungsbranche tot ist. Das trifft nicht nur Organisatoren, sondern alle, die mitarbeiten, wie Caterer, Sanitätsdienstleister, Händler vor Ort und viele mehr. Und die Reisebranche erwischt es gleich mit. Für Technikfirmen brechen wegen des Coronavirus schon jetzt Veranstaltungen wie Messen weg - und es kommt für einzelne Unternehmen zu siebenstelligen Verlusten." Aber die Konsequenzen einer langfristigen Veranstaltungsabsage wegen Covid-19 würde auch NOCH größere Wellen schlagen: "Das wäre gleichermaßen das Aus für die bereits verschobene Fußball-EM 2021 und die neu angesetzten Olympischen Sommerspiele in Tokio 2021", sagt Kiederer. "In jedem Fall würde es ganz bitter werden." Wie nun bekannt wurde, wird auch das "Haigern Live!", das größte Open-Air-Festival der Region Heilbronn aufgrund des Coronavirus nicht stattfinden.

Coronavirus: Keine Festivals und Konzerte 2020? Klare Aussagen müssen her!

Das Problem für die gesamte Veranstaltungsbranche sei momentan die Unsicherheit. Die G.O.N.D. findet nach derzeitigen Planungen vom 8. bis 12. Juli nach wie vor statt, auch wenn sich die beiden Veranstaltunger Hofmann und Kiederer schon über eine Verlegung in den Sommer 2021 Gedanken machen. "Alle sehnen sich derzeit nach klaren Aussagen, dann wüssten Fans, Bands und Veranstalter, woran man ist." Und so lange müssen viele zweigleisig fahren. Finden Konzerte und Festivals trotz des Coronavirus noch in der zweiten Jahreshälfte in Europa zumindest teilweise statt? Niemand kann das derzeit sicher sagen.

Timo Hofmann (links) aus Leingarten und Steffen Kiederer aus Untereisesheim sind die Organisatoren der G.O.N.D.

"Das Fragwürdige ist, dass sich derzeit eine Menge Experten äußern - und jeder andere Meinungen und Empfehlungen von sich gibt. Es kommt zu allerlei Widersprüchen rund um Covid-19 - und es bleibt jedem selbst überlassen, wem er glaubt", sagt Steffen Kiederer. Klar ist für den Veranstalter aber auch: "Ewig kann man dieses Kontaktverbot und die soziale Distanz nicht weitertreiben. Die Fußball-Klubs können die Stadien nicht auf ewig zu lassen."

Bilder: Böhse Onkelz rocken das Frankfurter Waldstadion

Fallen weiterhin Veranstaltungen massenweise wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 aus, werden viele Veranstaltungen und auch Bands auf ewig verschwinden. Kiederer, der in der Heilbronner Rock-Band "King Kongs Deoroller" singt und Gitarre spielt, stellt klar: "Wir machen zwar Live-Konzert-Streams, der nächste ist schon in Planung, aber das kann natürlich ein echtes Konzert nicht ersetzen und wird auf Dauer langweilig. Die soziale Distanzierung ist der Tod jeder Konzert-Emotion." Derzeit arbeiten "King Kongs Deoroller" an neuen Songs. Nur: Wann es die in einer echten Live-Situation im Pogo-Pit zu hören gibt, das ist derzeit so undurchsichtig wie der Nebel, der hoffentlich sehr bald wieder über die Konzert-Bühnen in ganz Europa wabert. Währenddessen produziert eine Filmemacher aus Neckarsulm für Künstler aus dem Heilbronner Raum professionelle Live-Streams auf TV-Niveau - ohne finanzielles Risiko für die Bands.

Coronavirus: Keine Konzerte und Festivals für Musik-Fans in Europa 2020?

Erstmeldung 14. April: Das kulturelle Leben in Baden-Württemberg, ganz Deutschland und Europa liegt derzeit komplett brach: Theater, Kinos und Clubs haben geschlossen, Konzerte und Tourneen sind wegen des Coronavirus Sars-CoV-2 abgesagt - oder stehen zumindest auf der Kippe. Derzeit ist zum Beispiel nicht klar, ob Rammstein ihre groß angelegte Stadion-Tournee, auf der sie am 2. und 3. Juni auch in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart Station machen sollen, wie geplant durchziehen können. Die Böhsen Onkelz aus Frankfurt haben ihre eigentlich im laufenden April startende Hallen-Tour zum neuen Album bereits in den Herbst verlegt. Ob die Onkelz allerdings auf ihrem Mitte Juli stattfindenden Tribute-Festival G.O.N.D. auftreten können, steht noch nicht fest.

Fallen in diesem Jahr Großveranstaltungen komplett aus?

Bands, Künstler und Veranstalter sitzen in ganz Europa momentan wegen des Coronavirus auf glühenden Kohlen. Sie und auch die Fans hoffen, dass bald wieder ein unbeschwerter Besuch von Veranstaltungen möglich ist. Doch offenbar sieht es düster aus.

Coronavirus: Keine Konzerte und Festivals 2020 in Europa?

Wie die Südwest Presse berichtet, hat sich nun der Gesundheitsexperte und Bioethiker Zeke Emanuel zu möglichen Konzerten im Rahmen von Covid-19 geäußert. Seiner Meinung nach werden in den kommenden Monaten weder Konzerte noch Festivals stattfinden können. Weder in Baden-Württemberg, noch in Deutschland, noch sonstwo in Europa. Seiner Auffassung nach ist frühestens im kommenden Jahr 2021 wieder Zeit für Konzerte. Wenn überhaupt. Veranstalter sollten daher wegen des Coronavirus für Verlegungen gleich das kommende Jahr ins Auge fassen.

Gegenüber dem US-Nachrichtensender MSNBC erklärte Emanuel, dass das Coronavirus die Menschen in Europa mindestens noch während der kommenden 18 Monate in Atem halten wird. "Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren können, bis wir einen Impfstoff oder wirksame Medikamente gefunden haben", erklärte der Experte.

Bildershow: Super Stimmung beim Andrea-Berg-"Heimspiel"

Heißt das nun, dass Musik-Fans sich langfristig auf Live-Streams von Künstlern, DJs und Bands aus Proberäumen und leeren Clubs wegen des Coronavirus einstellen müssen? Es wäre definitiv ein Schaden für das kulturelle Leben, das Millionen von Musikfans so lieben. Und ein existenzielles Problem für Bands, Künstler und Musiker obendrein, sodass nicht auszuschließen ist, das der Kulturbetrieb nach der Zeit von Covid-19 ein komplett anderer sein wird.

Rubriklistenbild: © Pixabay

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