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Zollernalbkreis ist Spitzenreiter: Die meisten Erdbeben in Deutschland

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Von: Tobias Becker

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Burg Hohenzollern bei Hechingen
Die Burg Hohenzollern nahe Hechingen gilt als ein Wahrzeichen der Region. © Bernd Weißbrod / dpa

Der Zollernalbkreis ist die wohl erdbebenreichste Region Deutschlands. Fast hundert Erdbeben wurden dort in 2022 gemessen – unter anderem eines der stärksten seit Jahren.

Manche sind kaum spürbar, bei einigen wackelt aber schonmal das Glas im Wandschrank. Erdbeben sind in vielen Regionen keine Seltenheit, auch wenn nicht alle auch als ein solches wahrgenommen werden. Der Zollernalbkreis, zwischen Tübingen und Schwenningen, ist jedoch etwas besonderes: Es ist die erdbebenreichste Region in Deutschland. Und das rund 140 Kilometer von Heilbronn entfernt!

Erdbebenreichste Region in Deutschland: Zollernalbkreis hatte fast 100 Erdbeben

97 Erdbeben gab es im Zollernalbkreis und damit steht die Region laut Landeserdbebendienst in Freiburg ganz oben auf der Liste der Erdbeben. Wie der „SWR“ berichtet, sind die meisten Erdbeben klein und besehen aus messbaren, aber kaum spürbaren Bewegungen der Erde.

Aber: Am 9. Juli diesen Jahres gab es eine heftige Ausnahme! Mitten im Dürre-Sommer 2022 gab es das stärkste Erdbeben, das Deutschland seit Jahren erlebt hat. Die gemessene Stärke: 4,1! Das Epizentrum lag in Hechingen, allerdings hat man es noch rund fünfzig Kilometer entfernt als Beben wahrnehmen können. Kein Wunder, denn bei einer solchen Erdbebenstärke wackeln Regale und Mauern können Risse bekommen.

Seismograph
Ein Seismograph schlägt aus. © Oliver Berg/dpa

Zollernalbkreis ist erdbebenreichste Region: Das ist der Grund

Spürbar sind Erdbeben ab einer Stärke von 1,8, wird aber erst ab 2,5 bemerkbar. Und genau so ein Erdbeben wurde an Heiligabend um die Gemeinde Jungingen im Zollernalbkreis gemessen. Nicht das einzige Beben in der kleinen Ortschaft, denn bereits im April und Mai wurde ein ähnliches Erdbeben dort gemessen. Im Oktober erreichte ein Erdbeben sogar die Stärke 3,9.

Nun hat der Zollernalbkreis den Titel der erdbebenreichsten Region in Deutschland, Gefahr geht jedoch keine aus, wie Stefan Stange vom Landeserdbebendienst gegenüber dem „SWR“ erklärt. Das Fazit demnach: Mal gibt es mehr, mal weniger Erdbeben. Eine Erklärung für die Erdbeben hat der Experte ebenfalls. In fünf bis dreizehn Kilometern Tiefe wollen demnach die europäische und afrikanische Erdplatte aneinander vorbei. Dabei verhaken sich die Gesteine, was letztlich zu den Erdbeben führen kann.

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