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Urteil gesprochen: Mann tötet Sechsjährige und vergeht sich an Leiche

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Von: Anna-Maureen Bremer, Michaela Ebert, Julia Cuprakowa

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Kindeswohlgefährdung
Mord-Prozess in Baden-Baden: Mann (34) tötet eine Spielfreundin seines Sohnes und vergeht sich an der Leiche. (Symbolbild) © Annette Riedl/dpa

Eine Sechsjährige übernachtet bei ihrem Spielplatzfreund - Am nächsten Tag ist sie tot. Der Gastvater soll sie ermordet und sich an der Leiche vergangen haben. Am Dienstag fiel das Urteil gegen ihn.

Update, 29. November: Die Tat: grausam – das Urteil: lebenslang. Im Baden-Badener Mädchenmordprozess wurde am Dienstag (29. November) das Urteil gefällt. Der Angeklagte soll eine Sechsjährige ermordet und sich anschließend an der Leiche vergangen haben. Nun ist er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, wie die „Deutsche Presseagentur“ (dpa) berichtet.

Das Landgericht stellte am Dienstag außerdem eine besondere Schwere der Schuld fest. Es sah es als erwiesen an, dass der 34-Jährige das Mädchen in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres mit einem Messer getötet und sich an der Leiche vergangen hat. Die Sechsjährige hatte bei seinem Sohn übernachtet – sie war seine Spielplatzfreundin.

Besondere Schwere der Schuld: Vorzeitige Entlassung beinah ausgeschlossen

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Das Landgericht verurteilte den gelernten Straßenbauer wegen Mordes und Störung der Totenruhe. Der nicht vorbestrafte Deutsche hatte nach dem Verbrechen ein Feuer gelegt, um die Tat zu vertuschen – obwohl vier Verwandte im Haus schliefen, darunter sein Sohn.

Update, 28. November: Bisher schweigt der Angeklagte im Mordprozess. Er soll eine Sechsjährige mit einem Messer getötet und sich anschließend an der Leiche vergangen haben. Am Dienstag (28. November), etwa ein Jahr nach der Tat, wird nun das Urteil des 34-jährigen Deutschen gesprochen, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet.

Sie war die Spielplatzfreundin seines sechsjährigen Sohnes. Bei einem Übernachtungsbesuch in der Nacht zum 19. Dezember 2021 soll er das kleine Mädchen in seiner Wohnung in Baden-Baden ermordet haben. Um die Tat zu vertuschen, habe er danach Feuer gelegt – obwohl vier Verwandte im Haus schliefen, darunter sein sechsjähriger Sohn.

Erschreckende Vorwürfe: Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Straßenbauer unter anderem Mord, Störung der Totenruhe sowie versuchten Mord in vier Fällen vor. Sie fordert eine lebenslange Haftstrafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Auch die Nebenkläger, darunter die Mutter und der Vater des getöteten Mädchens, schließen sich der nicht öffentlichen Sitzung an.

Mutter sagt im Mordprozess unter Tränen aus

Update, 17. November: Im Baden-Badener Prozess um den Mord an einer Sechsjährigen hat die Mutter des getöteten Mädchens nun ausgesagt. Die Aussage fand per Videoübertragung statt, damit sie nicht mit dem Angeklagten konfrontiert werden musste. Die Mutter schilderte vor dem Landgericht den letzten Tag mit ihrer Tochter, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Mann tötet und vergeht sich an Mädchen (6) – Mutter schildert den letzten Tag mit ihrer Tochter

Laut dpa-Bericht sei sie zusammen mit ihrer 6-jährigen Tochter zum Spielplatz gegangen, wo sie den Spielplatzfreund und dessen Vater trafen. Es sei nicht geplant gewesen, aber die Kinder hätten so gebettelt, dass sie zusammen übernachten dürften. Deshalb habe sie zugestimmt. Beim Abschied habe sie ihrer Tochter einen letzten Kuss gegeben. „Ich habe sie umarmt und ihr gesagt, dass wir uns morgen wiedersehen“, sagte die 35-Jährige unter Tränen. Sie sah ihr Kind nicht lebend wieder.

Vor dem Baden-Badener Landgericht muss sich der Vater des Spielplatzfreundes unter anderem wegen Mordes verantworten. Er soll das Mädchen in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres getötet und sich an der Leiche vergangen haben. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft fand am Donnerstag (17. November) unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wie große Teile des Prozesses.

Er tötet ein Mädchen (6), vergeht sich an der Leiche – Angeklagter schweigt bei Mordprozess

Update, 7. September: Der Angeklagte wird mit Fuß- und Handfesseln in den Verhandlungssaal geführt. Vor sein Gesicht hält der Mann mit den kurzen dunkelblonden Haaren eine rote Aktenmappe. Dem 34-Jährigen wird ein furchtbares Verbrechen vorgeworfen: Der gelernte Straßenbauer soll die Spielplatzfreundin seines Sohnes umgebracht und sich an der Leiche vergangen haben. Das Mädchen war Übernachtungsgast im Haus. Zum Prozessbeginn am Mittwoch vor dem Landgericht Baden-Baden sagte der Angeklagte nur das: „Ich möchte schweigen.“

Mordprozess beginnt: Vater vergeht sich an Freundin (6) seines Sohnes

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen vor, in der Nacht zum 19. Dezember vergangenen Jahres, die arglose Sechsjährige in seiner Wohnung heimtückisch getötet zu haben. Das Mädchen starb an einem Messerstich in den Hals und erstickte am eigenen Blut. Danach soll der Angeklagte das tote Mädchen im Intimbereich verstümmelt und sich an der Leiche mehrfach und massiv sexuell vergangen haben. Der Staatsanwalt listete unerträgliche Details auf, die der Vater des Mädchens als Nebenkläger mit anhören musste. Ein Dolmetscher übersetzte für den Mann aus Gambia in der Verhandlung.

Bevor der Prozess inhaltlich losgehen konnte, beriet das Gericht am Mittwoch lange über einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit. Den hatte der Nebenkläger-Anwalt des sechsjährigen Sohnes des Angeklagten gestellt. Er begründete den Antrag mit dem Schutz des Kindes, war aber letztlich erfolglos damit.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten unter anderem Mord, Störung der Totenruhe sowie versuchten Mord in vier Fällen in Tateinheit mit versuchtem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge zur Last.

In dem Prozess sind die Eltern des Mädchens und Bewohner des Hauses Nebenkläger. Nur der Vater des toten Mädchens war als Nebenkläger beim Prozess erschienen.

Das Gericht hat acht Verhandlungstage bis Ende September angesetzt, 13 Zeugen und 5 Experten geladen - darunter einen psychiatrischen Sachverständigen, eine rechtsmedizinische Gutachterin und einen Brandsachverständigen.

Mann tötet und vergeht sich an Mädchen (6) – Mordprozess-Beginn in Baden-Baden

Erste Meldung zum Prozessbeginn vom 7. September: Wegen Mordes an einer Sechsjährigen und Störung der Totenruhe muss sich ein Mann ab Mittwoch, 7. September, vor dem Landgericht Baden-Baden verantworten. Der heute 34-Jährige soll ein 6-jähriges Mädchen laut Staatsanwaltschaft bei sich zu Hause in Baden-Baden getötet haben, „um sich hierdurch und anschließend mithilfe ihres Leichnams sexuell zu erregen“. Die Sechsjährige ist nach Angaben der Ermittler eine Spielplatzfreundin des Sohnes des Angeklagten gewesen.

Danach habe der Mann versucht, eine Explosion zu verursachen – obwohl vier Verwandte im Haus schliefen. Unter ihnen war sein Sohn, der eine Rauchvergiftung erlitt, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der Mann wollte sich auf diese Weise laut Staatsanwaltschaft das Leben nehmen. Der Angeklagte schweigt zu den schrecklichen Vorwürfen. Was ist genau passiert und was wird dem 34-Jährigen konkret vorgeworfen?

Mann tötet eine 6-Jährige und vergeht sich an der Leiche – Beginn des Mordprozesses in Baden-Baden

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten Mord, Störung der Totenruhe sowie versuchten Mord in vier Fällen in Tateinheit mit versuchtem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge zu Last. Außerdem werden dem mutmaßlichen Täter versuchte Brandstiftung mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen.

Für diesen Prozess hat das Gericht acht Verhandlungstage bis Ende September angesetzt. Laut dpa sind 13 Zeugen und fünf Experten geladen worden. Darunter ein psychiatrischer Sachverständiger, eine rechtsmedizinische Gutachterin und ein Brand-Sachverständiger. Die Eltern des Mädchens und Bewohner des Hauses treten als Nebenkläger auf.

Für den ersten Verhandlungstag ist laut der Gerichtssprecherin neben der Verlesung der Anklage die – mögliche – Einlassung des Angeklagten und der Beginn der Beweisaufnahme vorgesehen. Vier der Zeugen sind geladen, darunter drei Polizisten. Zudem will das Gericht den psychiatrischen Sachverständigen befragen.

Staatsanwaltschaft gibt grausame Mord-Details frei

Die Tat kurz vor Weihnachten 2021 hatte weit über die Region Baden-Baden hinaus Aufsehen erregt. Nach einem Brand in der Nacht zum 19. Dezember hatten Einsatzkräfte in einem Schlafzimmer die Leiche des Mädchens entdeckt. Der Beschuldigte wurde mit einer Rauchvergiftung im Garten gefunden und tags darauf festgenommen. Er kam in Untersuchungshaft.

Erst nach und nach teilte die Staatsanwaltschaft die Details mit, die für manche wohl schwer erträglich sein dürften: Mit einem Messer soll der Mann das Kind getötet haben. Mehrfach und in massiver Weise habe er sich an dem toten Körper sexuell vergangen und ihn unter anderem im Intimbereich verstümmelt, teilte die Behörde mit. Mit der Explosion habe der Mann die Tat vertuschen wollen.

Angeklagte nicht vorbestraft – Zeugen beschreiben den Mann als „liebevollen Vater“

Zeugen, die den nicht vorbestraften Mann vom Spielplatz kennen, hätten ihn als liebevollen Vater beschrieben, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Eine Untersuchung durch einen Psychiater habe der Angeklagte verweigert. Er habe mehrere Suizidversuche unternommen, teil die dpa weiter mit.

Ist der Mann nekrophil? Häufig nicht „die ursprüngliche ‚Ziel-Phantasie‘ eines Täters“

Unweigerlich denkt man bei den schweren Vorwürfen an Nekrophilie, einen auf Leichen gerichteten Sexualtrieb. Der Forensiker und Kriminalist Mark Benecke warnte aber vor zu schnellen Schlüssen: „Es kann sein, dass der Täter weder pädophil noch nekrophil ist.“ Manche Täter suchten sich schwache Menschen als Opfer, da sie Angst vor Älteren hätten. „Das weiß nur der Täter selbst oder man muss es testen.“ Die Gewaltausübung könne ebenfalls ganz verschiedene Gründe haben.

Nekrophilie und Pädophilie sind recht eng gefasste Begriffe, die nicht immer mit der Alltags-Verwendung gleichbedeutend sind.

Kriminalist Mark Benecke

Häufig handele es sich beim Vergehen an einer Leiche nicht um die ursprüngliche „Ziel-Phantasie“ eines Täters. Wie weit verbreitet Nekrophilie ist, lässt sich laut Benecke nicht sagen. Oft stecke Bindungsangst dahinter: „Eine Leiche verlangt nichts, fordert nichts, braucht nichts, bewertet nicht.“ In solchen Fällen gebe es mitunter die Chance, dass dem Betroffenen mit einer Therapie geholfen werden kann. Wenn jemand aber beispielsweise antisozial ist, wird ihm die Therapie Benecke zufolge kaum helfen.

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