Zecken übertragen FSME und Borreliose

Zecken-Gefahr: So schütz ihr euch gegen Zeckenstich und FSME

  • Julia Cuprakowa
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Nach den jüngsten Rekordwerten könnte das Risiko für eine FSME-Erkrankung durch Zeckenstich nach Ansicht von Experten 2021 deutlich höher sein. Einige Mittel und Impfung versprechen jedoch Schutz.

Weil die Menschen wegen Corona mehr in der heimischen Natur spazierten und zudem viele Zecken unterwegs waren, gab es 2020 einen Höchststand an FSME-Fällen in Deutschland. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Infektionskrankheit, die im schlimmsten Fall Gehirnentzündungen auslösen und tödlich enden kann. Die gute Nachricht: Gegen Zeckenstich und FSME kann man sich schützen.

Zecken-Gefahr in Baden-Württemberg: Schutzmaßnahme — Nach Spaziergang komplett entkleiden

Sie sind so klein — und können doch so gefährlich sein: Zecken. 2021 wird wohl das Jahr für die fiesen Blutsauger. Zecken sind flink und zäh und gelangen oft völlig unbemerkt auf den Körper und können durch ihren Stich einen enormen Schaden im Körper anrichten. Doch man kann sich dagegen schützen.

Der wichtigste Schutz ist, sich gar nicht erst stechen zu lassen — und dafür hat man etwas Zeit, auch wenn sich die Zecke bereits am Körper befindet. Denn: „Zecken suchen auf dem Körper etwa vier bis sechs Stunden nach der richtigen Einstichstelle“, erklärt ein Zeckenforscher dem Hamburger Abendblatt, „möglichst dünne, feuchte und vom Geruch attraktive Haut.“ Deswegen sei es wichtig, sich nach einem Spaziergang in der Natur komplett zu entkleiden und nach Zecken abzusuchen. Doch wie schützt man sich ansonsten gegen die lästigen Biester?

Risiko Zeckenstich: Impfung schütz gegen FSME

Insbesondere Menschen, die in Risikogebieten wohnen oder dahin reisen und sich dort in der Natur aufhalten, raten die Experten zu einer FSME-Schutzimpfung. Als Risikogebiete gelten in Deutschland fast gesamt Baden-Württemberg, große Teile Bayerns und Teile Hessens, Thüringens und Sachsens. Einzelne Risikogebiete finden sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und im Saarland. Insgesamt sind 169 Kreise in Deutschland als FSME-Risikogebiete erfasst.

„Wenn Sie geimpft sind, bekommen Sie kein FSME. So einfach“, erklärt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrums für Reisemedizin. Zudem seien die Nebenwirkungen der Impfung mittlerweile sehr gering, auch wenn es mitunter zu lokalen Reaktionen, einem Muskelkatergefühl im Arm und in Einzelfällen auch zu grippeähnlichen Symptomen kommen könne, so Jelinek.

Anti-Zecken-Mittel im Vergleich: Finger weg von gut riechenden Präparaten

Wer sich nicht impfen lassen möchte, kann sich auch mit verschiedenen Zeckenschutzmitteln gegen die kleinen Blutsauger zur Wehr setzen. Wie die Untersuchungen von Stiftung Warentest zeigen, seien Anti-Zecken-Mittel die ausschließlich aus einer Mischung von ätherischen Ölen bestehen, zwar gut riechen aber im Vergleich am schlechtesten abschneiden.

Deswegen empfehlen die Experten die chemischen Produkte mit den Wirkstoffen Icaridin, Diethyltoluamid (DEET) und Para-Menthan-3,8-Diol (PMD) sowie eine Mischung aus Icaridin und Citriodiol. Diese Produkte würden die Zecken und auch Mücken wirksam vertreiben.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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