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Stuttgarterin erhält XY-Preis für Zivilcourage: Kindes-Entführung verhindert

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Von: Melissa Sperber

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Drei Alltagshelden werden am Donnerstag mit dem XY-Preis in Berlin ausgezeichnet. Darunter auch eine Frau aus Stuttgart: Sie verhindert durch ihre Aufmerksamkeit Schlimmeres, als ein Mann ein Mädchen entführen will.

Jährlich werden besonders mutige Menschen in Deutschland mit dem XY-Preis geehrt. So auch am Donnerstagabend: Bundesinnenministerin Nancy Faeser übergab drei Alltagshelden die Auszeichnung in Berlin. Unter den Preisträgern befindet sich auch eine Frau aus Baden-Württemberg, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ berichtet. Der Moderator von „Aktenzeichen XY … ungelöst“, Rudi Cerne, führte durch den Abend.

Preisträgerin Sarah Jacobi aus Stuttgart erlebte auf dem Weg zum Supermarkt etwas Seltsames: Auf dem Bürgersteig ging ein Mann mit einem kleinen Mädchen (8) an der Hand, das seinen Schulranzen trug und weinte. echo24.de berichtet über den Fall. Jacobi fragte sich: Sind das wirklich Vater und Tochter? Sie blieb dem Mann dicht auf den Fersen, bis er das Mädchen losließ und auf die Zeugin zuging. Er stammelte, er sei vom Gesundheitsamt. Jacobi glaubte kein Wort und sprach das Mädchen an: „Kennst Du den Mann, willst Du mit ihm gehen?“ Das Kind schüttelte den Kopf. Der Täter floh – vergeblich. Ein Gericht schickte ihn in die Psychiatrie.

XY-Preis ehrt Menschen für ihre Zivilcourage – Auszeichnung mit 10 000 Euro dotiert

Preisträger Tomas Weis aus Rüdesheim wollte vorigen Dezember eine Zigarette rauchen, als ihm Schreie und ein Handgemenge in einem Auto auffielen. Er eilte den zwei Frauen im Wagen spontan zur Hilfe und sah, dass ein Mann mit einem Messer auf die Fahrerin einstach. Weis gelang es letztlich, den Angreifer aus dem Fahrzeug zu zerren und zu entwaffnen. Das Opfer, die Ex-Frau des Messerstechers, überlebte knapp.

Der XY-Preis wurde 2002 von Eduard Zimmermann, langjähriger Moderator der heute von Rudi Cerne betreuten Fahndungssendung „Aktenzeichen XY ...ungelöst“, und der zuständigen ZDF-Redaktion ins Leben gerufen. Die Auszeichnung ist mit jeweils 10 000 Euro dotiert.

Quelle: dpa

Als ein junger Somalier im Juni 2021 in einer Würzburger Einkaufsmeile wahllos auf Menschen einstach und drei tötete, zeigte Preisträger Chia Rabiei Courage. Dem Küchenhelfer Rabiei gelang es, den Tatablauf durch sein mutiges Einschreiten zu unterbrechen und so weitere Opfer zu verhindern. Der kurdische Asylbewerber stellte sich dem Attentäter entgegen – mit nichts anderem als seinem Rucksack.

„Wie ein Torero tänzelt Chia mit dem Rucksack vor der Brust um den 24-jährigen Angreifer umher“, wird sein Einschreiten in der Laudatio geschildert. Schließlich bekam er Unterstützung von Passanten. Mehrere Männer drängten mit Stangen und Stühlen den Messerstecher zurück. Schließlich erschienen Polizeibeamte, nahmen den Täter fest.

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