Wölfe in Baden-Württemberg

Neuer Wolf in Baden-Württemberg entdeckt – bereits drei Schafe gerissen

Ein Wolf im Wald
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In Baden-Württemberg wurde ein noch nicht registrierter Wolf entdeckt. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
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Ein noch nicht registrierter Wolf ist im baden-württembergischen Schramberg entdeckt worden – laut Analysen soll der Rüde im Mai drei Schafe gerissen haben.

Erneut ist in Baden-Württemberg ein bisher noch nicht registrierter Wolfsrüde entdeckt worden, wie *echo24.de berichtet. Eine genetische Analyse ergab, dass ein Wolf aus der Alpen- beziehungsweise italienischen Population Ende Mai drei Schafe in Schramberg gerissen hat. Der Rüde trägt die Bezeichnung „GW2120m“, wie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaf Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Ob der Wolf sich noch in der Region aufhält oder auf der Suche nach einem Revier den Schwarzwald wieder verlassen hat, ist allerdings nicht bekannt. Schramberg liegt innerhalb des Fördergebiets Wolfsprävention, in dem das Umweltministerium Herdenschutzmaßnahmen mit bis zu 100 Prozent der anfallenden Kosten bezuschusst. In der Schwarzwald-Region leben bereits seit längerer Zeit zwei Wölfe, die bekannt sind.

Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland?

Laut des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) befanden sich im November 2020 laut offiziellem Monitoring der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) 128 Rudel, 35 Paare und 10 residente Einzeltiere in ganz Deutschland.

Ein Rudel ist laut NABU ein Familienverband, bestehend aus dem Elternpaar, Welpen des aktuellen Jahrgangs und den noch nicht abgewanderten Jungtieren aus dem Vorjahr. Ein Paar gilt erst als Rudel, wenn Nachwuchs nachgewiesen wird. In unseren gemäßigten Zonen besetzt je ein Rudel ein Revier, ist also ortstreu. In diesem Revier dulden die Elterntiere in der Regel nur ihre Jungtiere bis zu einem Alter von zwei Jahren und sonst keine anderen Wölfe. In Deutschland nutzt eine Wolfsfamilie ein Territorium von rund 250 Quadratkilometern.

Wölfe werden in Deutschland immer häufiger gesichtet. Ende April gelang es einem Autofahrer, einen Wolf im Landkreis Schwäbisch Hall vor die Linse zu bekommen. Das baden-württembergische Umweltministerium bittet Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf oder Risse umgehend der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt in Freiburg zu melden – per Telefon: 0761 4018-274 oder E-Mail: info@wildtiermonitoring.de.

Dritter Wolf in Baden-Württemberg entdeckt – auch in Rastatt wurden Tiere gerissen

Auch in Gernsbach im baden-württembergischen Landkreis Rastatt wurden bereits im April dieses Jahres zwei Ziegen tot aufgefunden. Das Umweltministerium geht laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) nun davon aus, dass ein Wolf die Tiere getötet hat. Eine Untersuchung mehrerer genetischer Proben sei zwar ergebnislos verlaufen, teilte ein Sprecher am Dienstag (15. Juni) mit – doch die vorliegenden Informationen zu dem Rissereignis reichten nach Ansicht von Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg aus, um sie als Wolfsriss zu bewerten.

Die Genanalyse könnte etwa wegen starken Regens ohne Ergebnis geblieben sein, hieß es. Dieser könnte die genetischen Spuren an den getöteten Ziegen möglicherweise unbrauchbar gemacht haben. Die Gemeinde liegt ebenfalls im Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald. Ob ein Zusammenhang zu dem Wolf aus Schramberg besteht, ist nicht bekannt.

Wölfe in Baden-Württemberg: Eine ernstzunehmende Bedrohung?

In ganz Deutschland gibt es langsam aber sicher immer mehr frei lebende Wölfe. Mit der Population wächst aber auch die Sorge von Weidetierhaltern. Die neue Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat sich deshalb vor wenigen Wochen zum Abschuss „problematischer Wölfe“* bekannt. „Wenn ein Wolf zu nahe kommt oder ein problematisches Verhalten an den Tag legt, dann muss man den auch entnehmen und dazu sind wir dann grundsätzlich auch bereit“, sagte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Stuttgart.

Generell gehört der Wolf in Europa zu den streng geschützten Tierarten. Das Stören, Fangen oder Töten von Wölfen ist verboten. Zum Schießen eines Wolfes wird in Deutschland eine Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde oder des entsprechenden Bundeslandes benötigt. Das ist allerdings selten der Fall. Trotz der Zunahme der Wölfe in Baden-Württemberg rief Walker zur Beruhigung in der Debatte auf. Man müsse zwar Respekt vor dem Wolf haben, aber keine Angst. Noch gibt es keine Rudel in Baden-Württemberg. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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