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Wolf im Kreis Reutlingen: Person filmt Tier – Experten bestätigen Sichtung

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Von: Melissa Sperber

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Wolf
Im Landkreis Reutlingen wurde ein Wolf gesichtet. Ob er dort sesshaft wird, bleibt noch abzuwarten. © Ingo Wagner/dpa/Symbolbild

In Baden-Württemberg wurde ein weiterer Wolf gesichtet – dieses Mal im Landkreis Reutlingen. Noch ist unklar, ob das Tier wieder weitergezogen ist.

Drei Wölfe leben bereits in Baden-Württemberg, genauer gesagt im Schwarzwald, und ein vierter könnte sich nun vielleicht dazugesellen. Denn: Im Landkreis Reutlingen hält sich ein Wolf auf! Das belegt ein „eindeutiges Foto, das die Fachleute der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg als sicheren Wolfsnachweis (sogenannte C1-Nachweise) bewerten“, wie das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mitteilt.

Am 25. Juli fing eine Wildtierkamera in der Gemeindeebene von St. Johann den Wolf ein, am gleichen Tag filmte auch eine Person in dieser Gegend einen Wolf. Einen Tag später wurden dem zuständigen Wildtierbeauftragen und dem FVA-Wildtierinstitut eine weitere Wolfssichtung aus der Gemeindeebene von Lichten­stein gemeldet.

Nachweise zu Wölfen

C1 = eindeutige Nachweise, harte Fakten: Lebendfang, Totfund, genetischer Nachweis, Foto/Video, Telemetrieortung

C2 = bestätigte Hinweise: durch eine erfahrene Person bestätigte Ereignisse wie Risse oder Spuren mit starkem Wolfsverdacht.

C3 = nicht bestätigte Hinweise: Ereignisse, die nicht überprüft wurden bzw. in der Regel nicht überprüfbar sind (zum Beispiel Beobachtungen, Rufe)

Wolf im Kreis Reutlingen: Bilder als eindeutiger Nachweis

Die Annahme der FVA: Es handelt sich um den gleichen Wolf. Ob der Wolf sich noch im Landkreis Reutlingen aufhält oder bereits weitergezogen ist? Unklar! Auch seine Herkunft und das Geschlecht des Tieres können nur mit weiteren Nachweisen und Untersuchungen geklärt werden, die aktuell noch nicht vorliegen. Im April wurde ein Wolf in Neudenau bei Heilbronn aus einem Auto heraus gefilmt – dieses Tier konnte jedoch nicht identifiziert werden. Damit bleibt unklar, ob es sich um einen bereits registrierten Wolf handelt.

Die Anwesenheit des Tieres könnte jedoch in einem Punkt problematisch werden: Die betroffenen Gemeinden im Landkreis Reutlingen liegen außerhalb der bei­den Fördergebiete Wolfsprävention. Mit dem Managementplan „Wolf“ unterstützt das Land Baden-Württemberg solche Fördergebiete beispielsweise bei der Anschaffung von „wolfsabweisenden Zäunen“. Sollte der Wolf im Landkreis Reutlingen sesshaft werden, würde eine Aufnahme als Fördergebiet sicherlich diskutiert werden.

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg bittet darum, eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf einen Wolf umgehend der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg zu melden unter info@wildtiermonitoring.de oder Telefon 0761 4018-274.

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