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Winterwetter spielt verrückt: Polarwirbel-Split sorgt für Überraschung zum Advent

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Von: Lisa Klein, Michaela Ebert

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Bislang ist von einem Wintereinbruch noch keine Spur. Doch der Polarwirbel baut sich langsam auf, im Advent kommt es zum Split – mit Folgen für Deutschland.

Update, 24. November: Der Winter steht vor der Tür, doch von Schnee ist rund um Stuttgart auch Ende November noch keine Spur. Der Beginn der kalten und dunklen Jahreszeit bedeutet aber auch, dass hoch im Norden gerade der Polarwirbel zunehmend Fahrt aufnimmt. Und das kann extreme Folgen für Deutschland haben, wie echo24.de bereits berichtete.

Wie entsteht ein Polarwirbelsplit?

Durch eine Störung der Stratosphärenzirkulation kommt es zum Zusammenbruch des Polarwirbels. Das passiert, wenn es über dem Nordpol zu warm wird. Dann teilen Hochdruckgebiete den Polarwirbel – dieser Vorgang wird als „Polarwirbelsplit“ bezeichnet. Arktische Luft, die sonst im Polarwirbel in gigantischen Höhen festgehalten wird, kann entweichen und bis nach Deutschland strömen.

Denn dieser kann das Wetter in den südlicheren Breitengraden ganz schön auf den Kopf stellen. Gerade dann, wenn es zu einem sogenannten Split kommt und der Höhenwind auseinander gerissen wird. Das ist aktuell auch der Fall: Über Nordamerika und Sibirien existieren derzeit zwei eigenständige Wirbel.

Kälteeinbruch nach Polarwirbelsplit: -50 Grad in Sibirien, Schneechaos in Nordamerika

Diese sorgen für einige Turbulenzen im Wetterverhalten. So hat Nordamerika, einschließlich der USA, aktuell mit einem heftigen Wintereinbruch, mehreren Schneestürmen und meterhohen Schneebergen zu kämpfen. In Sibirien fallen die Temperaturen derzeit auf -50 Grad, was selbst für den bitterkalten Osten etwa 30 Grad zu kalt für diese Jahreszeit ist.

Polarwirbel schnappt zurück: Trotz Advent kein Wintereinbruch zu erwarten

Ein derartiger Kälteausbruch geht aber natürlich auch an Deutschland nicht spurlos vorbei – allerdings mit gegenteiliger Wirkung. Zum ersten Advent kommt es dann nämlich zum sogenannten Snapback. Das heißt, der Polarwirbel schnappt zurück und zieht somit die eher warme Luft aus dem atlantischen Raum zu uns nach Deutschland.

Das bedeutet, dass uns erst einmal eine milde Woche bevorsteht. Doch auch für den Dezember gibt es erste Anzeichen für einen Wetterumschwung. Was in der Woche darauf, also am zweiten Advent passiert, ist allerdings noch unklar. Die Prognosen der Wettermodelle gehen bisher auseinander. Derzeit wird aber mit eher kühleren Szenarien gerechnet.

Polarwirbel bildet sich: Steht der arktische Wintereinbruch kurz bevor?

Erstmeldung, 31. Oktober: Obwohl wir bereits Mitte Oktober haben, scheint ein Wintereinbruch bislang noch nicht in Sicht. Stattdessen zeigt sich das Wetter in Baden-Württemberg von seiner besten Seite und beschert uns einen goldenen Herbst. Bis zu 26 Grad hat es in den vergangenen Tagen gegeben – echo24.de berichtete bereits über den Wärme-Wahnsinn im Oktober.

Ein Wetter-Wechsel steht noch im Oktober an, wie „HEIDELBERG24.de“ berichtet. Auch wenn davon in Deutschland bislang noch nichts zu spüren ist: So langsam wird der Polarwirbel aktiv – denn über dem Nordpol herrschen inzwischen die Polarnächte. Der Polarwirbel hat einen erheblichen Einfluss auf das Wetter in Deutschland.

Kommt jetzt der Winter? Oder setzt sich der Warm-Wettertrend weiter fort? Vor allem eine Frage wird immer lauter: Gibt es in diesem Winter viel Schnee? Welches Wetter erwartet uns im Winter 2022/23?

Der Polarwirbel wird aktiv – wie steht es um den Winterbringer?

Entscheidend für einen eisigen Winter ist der Polarwirbel. Doch was ist eigentlich ein Polarwirbel? Er bildet sich zum Herbstbeginn über dem Nordpol in mehreren Kilometern Höhe aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung. Dabei handelt es sich um riesiges Höhentief, mit einem Durchmesser von rund 1.000 Kilometern. Die Temperaturen des Wirbels betragen hoch oben teilweise bis zu minus 80 Grad. Und wie steht es nun um unseren Winterbringer?

Meteorologin Corinna Borau erklärt in einem Video von wetter.com, wie es um den Polarwirbel steht und wirft einen Blick auf die Wetterkarten. Bereits jetzt hat sich über dem Nordpol ein Tiefdruckgebiet gebildet. „Richtung Ende des Monats sehen wir: Es wird kälter und der Polarwirbel, der sich hier bildet, der ist auch weiterhin in Takt“, erklärt die Wetter-Expertin.

Corinna Borau nimmt damit allen Winter-Fans die Hoffnung auf einen baldigen Wintereinbruch: „Wir verbleiben in Mitteleuropa eher in einer westlichen Strömung, also erstmal von Winterwetter noch keine Spur“. Aber: Die Temperaturentwicklung zeigt nach unten, der Winter wird – früher oder eher später – noch kommen.

Bringt der Polarwirbel arktische Kälte und Schneemassen? Das sind die Bedingungen

Damit es in ganz Deutschland einen heftigen Wintereinbruch gibt, sollte der Polarwirbel idealerweise instabil sein, das passiert aufgrund von Wärme. Dann kann es zu einem sogenannten „Polarwirbelsplit“ kommen, arktische Luft kann entweichen und bis nach Deutschland strömen. Kommen dann noch ordentliche Niederschlagsmengen dazu, verwandelt sich Deutschland in ein Winterwunderland und Schneemassen sind garantiert.

Ob es allerdings in diesem Winter 2022/23 zu einem solchen Polarwirbelsplit kommt, lässt sich noch nicht vorhersagen. Schließlich muss sich der Polarwirbel erstmal richtig aufbauen. Verlässlicher hingegen lässt sich das Wetter im November vorhersagen. Dabei ist im November tatsächlich alles möglich – sogar ein Temperaturunterschied von bis zu 50 Grad.

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