Schnee in Deutschland?

Winter 2020/2021: Doch noch Weiße Weihnachten? Ein Wetter-Phänomen könnte entscheiden

  • vonLisa Klein
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Das Wetter in Deutschland ist momentan eher trist. Gibt es dennoch Hoffnung auf weiße Weihnachten im Winter 2020/2021? Einfluss darauf hat der Polarwirbel.

  • Der Dezember ist derzeit mild, nass, trüb und ungemütlich.
  • Weihnachten steht schon bald vor der Tür – aber wird es auch eine weiße Weihnachten 2020?
  • Einen erheblichen Einfluss auf das Winter-Wetter in Deutschland hat der Polarwirbel.

Pünktlich zum meteorologischen Winteranfang hat es deutschlandweit tatsächlich geschneit. Auch Anfang Dezember durften sich einige Regionen über ein paar Flocken freuen. Die Alpen sind erst vergangene Woche im totalen Schneechaos versunken mit teilweise über drei Metern Neuschnee.

Seither ist es im Rest des Landes allerdings alles andere als kalt und winterlich. Einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf des Wetters im Winter 2020 in Deutschland hat der Polarwirbel. Bringt der Polarwirbel endlich den lang ersehnten Wintereinbruch inklusive richtig viel Schnee?

Wetter in Deutschland: Wintereinbruch dank des Wetter-Phänomens Polarwirbelsplit?

Bei dem Polarwirbel handelt sich um einen Wirbel, der in einer Höhe von rund 30 Kilometern etwa ein halbes Jahres lang existiert. Das ist zwei bis drei Mal so hoch wie der Bereich, in dem unsere Wolken schweben, erklärt der Meteorologe Paul Heger auf dem Wetterportal wetter.com. In dieser Höhe herrschen extrem kalte Temperaturen – sogar deutlich unter minus 70 Grad!

Der Polarwirbel bildet sich im Herbst über der Arktis und löst sich dann im Frühjahr Richtung Sommer wieder auf. Dieser Wirbel kann eine Geschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometer pro Stunde erreichen und hält vorerst die eisige Kälte hoch oben in der Luft fest.

Der Polarwirbel kann den Verlauf unserer Winter in Deutschland deutlich beeinflussen. Ein stabiler Polarwirbel sorgt in Deutschland für einen milden Winter und eine konstante Wetterlage. „Der Polarwirbel im Norden ist immer in Schwingung und kann teilweise zu einem Oval werden, wodurch die Kaltluft weit nach Süden vorankommt“, so der Meteorologe Heger. Im Extremfall teilt sich der Polarwirbel komplett und fließt in verschiedene Höhenschichten. In diesem Fall sprechen die Wetter-Experten von einem Polarwirbelsplit.

Durch den Polarwirbelsplit entstehen kräftige Wetterhochs, dadurch können große Regenmengen entstehen. Nicht selten sorgt ein Polarsplit für sehr kalten Ost- bis Nordostwind. Und das wiederum kann in Deutschland für Dauerfrost und reichlich Schnee sorgen sowie endlich den lang ersehnten Wintereinbruch bringen. Um Weihnachten herum könnten die Temperaturen purzeln*, wie auch owl24.de* berichtet.

Kann der Polarwirbelsplit uns doch noch weiße Weihnachten 2020 bescheren?

Ob und wann sich der Polarwirbel spaltet, können die Meteorologen bisher noch nicht sagen. Wie oft kommt dieses Wetter-Phänomen denn vor? „Im Schnitt etwa alle zwei Jahre. Aber mit großer, kaum abschätzbarer Variabilität. In den 1990ern gab es nur zwei Polarwirbelsplits. In den 2000ern ganze neun“, erklärt Paul Heger.

Die Hoffnungen auf weiße Weihnachten 2020 hat bisher bereits einen ordentlich Dämpfer bekommen - das berichtet auch ruhr24.de*. Ein Meteorologe gab bereits Anfang Dezember eine Schock-Prognose ab. Diese wurde inzwischen überholt und verschlechtert die Aussichten auf ein weißes Weihnachten und Schnee in ganz Deutschland noch weiter. Denn der Dezember 2020 soll im Schnitt ganze drei Grad wärmer werden als in den vergangenen Jahren.

Bereits der November war ein Warnsignal für die Wetter-Experten: Der November 2020 sei 0,8 Grad wärmer gewesen als das 30-Jahres-Mittel. Allgemein werden die Winter immer kälter, nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Arktis. Vor allem in der Arktis hat der Klimawandel verheerende Folgen, die Auswirkungen auf die ganze Welt haben. Dass der Polarwirbelsplit uns doch noch weiße Weihnachten 2020 beschert, ist laut den aktuellen Wetterprognosen eher unwahrscheinlich. *owl24.de und ruhr24.de sind Teil des Ippen Digital Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jan Eifert/dpa

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