Corona-Politik in Baden-Württemberg

Kretschmann spaltet mit Aussage: Keine Politik-Einmischung von Virologen?

Ministerpräsident Winfried Kretschmann
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat mit einer Aussage über Wissenschaftler eine Diskussion ausgelöst.
  • Melissa Sperber
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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat mit Aussagen über Wissenschaftler und Politik eine Diskussion losgetreten.

Diese Aussagen von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben gesessen - und werden mittlerweile in Medien und sozialen Netzwerken stark diskutiert. Um was es genau geht? Wie die dpa berichtet, sollen sich laut Kretschmann Wissenschaftler wie etwa Virologen aus der Politik heraushalten.

Gefallen sind diese Aussagen wohl in einem Gespräch mit der Heilbronner Stimme und dem Südkurier mit Blick auf den Soziologen Max Weber. „Max Weber hat darauf verwiesen, dass Wissenschaften die Welt beschreiben, wie sie war, ist und sein wird. Sie können auch beschreiben, wie man die Welt verändern könnte. Aber die Wissenschaft kann nicht sagen, ob man die Welt auch verändern soll“, erklärte Kretschmann.

Baden-Württemberg: Kretschmann spaltet mit Aussage - keine Politik-Einmischung von Virologen?

Natürlich sollten Wissenschaftler die Deutungshoheit über ihr Fach unbedingt haben. Doch: „Aber sie sollten auch dabei bleiben und es unterlassen, politische Ratschläge zu geben.“ Kretschmann erklärt weiter: “Zum Beispiel, ob jetzt eine Impfpflicht politische Kollateralschäden erzeugt - was sie zweifellos auch tun wird -, das zu bewerten liegt jetzt nicht in der Kompetenz der Stiko oder von wem auch immer.“

Das sei Kompetenz und Aufgabe der Politiker, die dafür gewählt worden seien - nicht der Epidemiologen. „Da ist manches verrutscht.“ Im Vorfeld hatte sich der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen.

Eine deutliche Ansage, die bei vielen Ärger hervorruft. Twitter-User erklären unter dem Hashtag #Kretschmann ihr Unverständnis über diese Aussagen - gerade jetzt bei steigenden Inzidenzen. Mehr als deutlich wird auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke aus der Opposition im baden-württembergischen Landtag: „Herr Kretschmann ist mittlerweile in einem Stadium, wo er jedem einen Maulkorb verpassen will, der nicht seiner Meinung ist.“