Stuttgart

Trauerfall in der Wilhelma: Giraffenbulle Hanck (21) stirbt während Narkose

Im April hatte Hanck (Mitte) die beiden neuen Giraffen aus dem Kölner Zoo kennen gelernt: Sala (links) und Nyiri.
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Im April hatte Hanck (Mitte) die beiden neuen Giraffen aus dem Kölner Zoo kennengelernt: Sala (links) und Nyiri.
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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In der Stuttgarter Wilhelma hat es einen Trauerfall gegeben: Der 21-jährige Giraffenbulle „Hanck“ hat die Narkose für eine medizinische Behandlung nicht überlebt.

Die Stuttgarter Wilhelma trauert um ihren Giraffenbullen namens Hanck. Wie der Zoologisch-Botanische Garten am Mittwochabend mitteilt, ist die Giraffe bei einer Behandlung am Dienstag (12. Oktober) an Kreislaufversagen gestorben. „Die Narkose einer Giraffe ist die heikelste, die es in der Tierwelt gibt“, sagt der Veterinär der Wilhelma Dr. Tobias Knauf-Witzens. 

Bekannt wegen ihrer langen Beine und des noch längeren Halses, ist es gerade diese extreme Körperform, die für Giraffen während ihres ganzen Lebens eine Herausforderung darstellt. Bei einem Bullen wie Hanck muss das große und zirka zwölf Kilo schwere Hochleistungsherz das Blut von Huf bis Kopf beständig über einen Höhenunterschied von fünf Metern pumpen. Deshalb können sie auch im gesunden Zustand nicht länger liegen, ohne Kreislaufprobleme zu bekommen. „Daher stellt jede Narkose ein erhöhtes Risiko dar“, heißt es in der Pressemitteilung.

Wilhelma Stuttgart: Giraffenbulle Hanck (21) stirbt während heikler Narkose

Der am 9. Juni 2000 in Rotterdam geborene Hanck war seit April 2002 Teil der Wilhelma. „Er fühlte sich hier sichtbar wohl und hat siebenmal Nachwuchs gezeugt und damit zum Erhalt der Netzgiraffen beigetragen“, teilte der Zoo mit. Dem 21 Jahre alten Bulle habe aber seine Hufe zu schaffen gemacht, seine Klauen wuchsen ungleichmäßig. „Dadurch kam es zu einer Fehlstellung des Hufgelenks“, erklärt Knauf-Witzens.

Bei einer OP ist der Giraffenbulle namens Hanck gestorben – die Stuttgarter Wilhelma trauert um ihren Schützling.

„Ohne Korrektur wäre die Folge eine chronische Arthrose. Das Tier bekäme Schmerzen, würde lahmen und wäre auf Dauer nicht mehr lebensfähig. Die Hufpflege war bei Hanck wegen ihrer medizinischen Notwendigkeit daher unaufschiebbar geworden“, sagte Knauf-Witzens.

Wilhelma Stuttgart: Giraffe überlebt Narkose für medizinische Behandlung nicht

Die Pflegerinnen und Pfleger der Wilhelma betreiben regelmäßig mit den Giraffen ein Training, um mit ihnen einzuüben, verschiedene therapeutische Behandlungen zu dulden und zum Beispiel für die Hufpflege die Beine zu heben. So können manche Narkosen vermieden werden. Die Reaktion ist individuell unterschiedlich. Hanck hatte das Training nicht angenommen. Daher führte kein Weg an der Narkose vorbei. Eine Obduktion soll zeigen, ob Hanck bis auf Alterserscheinungen gesund war oder versteckte Leiden dazu beigetragen haben könnten, dass sein Kreislauf versagt hat. Eine Lebenserwartung von 25 Jahren ist für Giraffen normal.

In der Wilhelma leben aktuell noch die beiden Netzgiraffen Nyiri und Sala, die im April aus dem Kölner Zoo gekommen sind. Die Koordinationsstelle für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Zoos wird eine Empfehlung aussprechen, wann es sich anbietet, dass ein Bulle in zuchtfähigem Alter wieder nach Stuttgart kommt.

Seit 2016 zählt die Weltnaturschutzunion IUCN auch Giraffen zu den bedrohten Tierarten auf der Roten Liste. Deren Bestände sind in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 40 Prozent gesunken. Von der Netzgiraffe gibt es in ihrem Verbreitungsgebiet, dem Nordosten Kenias sowie den angrenzenden Teilen Süd-Somalias und möglicherweise dem Süden Äthiopiens, nur noch weniger als 4.700 Tiere.

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