Frühling bedeutet Heuschnupfenzeit

Allergiker, aufgepasst! Das müssen Sie zum Pollenflug in Deutschland wissen

  • Lisa Klein
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Mit dem Frühling startet auch die Pollensaison. Was Pollen-Allergiker jetzt wissen müssen – rund um Pollenflug, Symptomlinderung und Corona.

Der Winter verabschiedet sich, die Temperaturen steigen und mit dem Frühling startet auch die Pollensaison. Bereits ab Februar fliegt der erste Blütenstaub – je wärmer es wird, desto mehr Pollen produzieren die Pflanzen. Zum Leid vieler, denn rund 12 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Pollen-Allergie. Wir zeigen Euch ein paar Tipps und Tricks, mit denen Ihr Heuschnupfen-Symptome lindern könnt. Zudem verraten wir, wie Ihr Heuschnupfen von Corona unterscheidet und erklären Euch, warum Ihr unbedingt den aktuellen Pollenflug verfolgen solltet.

Die Pollen-Saison geht los! Heuschnupfen oder doch Corona?

In Zeiten von Corona bekommt das Thema Heuschnupfen eine ganz andere Bedeutung. Gerade bei typischen Symptomen wie Schnupfen oder Atembeschwerden, die sowohl bei einer Corona-Infektion als auch bei Allergikern auftreten, dürften sich wohl einige fragen, ob sie sich nun mit dem Coronavirus infiziert haben oder doch „nur“ mal wieder Heuschnupfen haben.

„Normale Körpertemperatur ohne Fieber, ein anfallsartiger Niesreiz, Fließschnupfen, juckende, gerötete Augen und ähnliche Beschwerden, die ein Patient bereits im Vorjahr zur gleichen Zeit hatte, sprechen für Allergie“, erklärt Margitta Worm gegenüber der Apotheken Umschau, Professorin für Allergologie und Immunologie an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Charité in Berlin. Meist treten die Symptome während und nach einem Aufenthalt im Freien auf, was ein relativ eindeutiger Indikator für eine Pollen-Allergie ist.

Typische Heuschnupfen Symptome

Schnupfen

Niesreiz

juckende, gerötete Augen

Atemlosigkeit bei allergiebedingten Asthma

Generell brauchen sich Heuschnupfen-Patienten übrigens keine Sorgen machen, besonders gefährdet zu sein, an Corona zu erkranken. Denn das Immunsystem arbeitet von Allergikern prinzipiell stärker und reagiert deshalb auch auf für den Körper eigentlich harmlose Substanzen. Auch Heuschnupfen-Patienten mit allergiebedingten Asthma haben kein erhöhtes Risiko vorausgesetzt, sie sind bereits gut eingestellt. Lediglich eine Dauerbehandlung mit Kortison-Tabletten oder Kortison-Sprays kann das Abwehrsystem zusätzlich schwächen.

Was hilft bei Heuschnupfen? Diese Tricks können Symptome lindern

Für Pollen-Allergiker gibt es einige Tricks, mit denen die Symptome gelindert werden können – abgesehen von dem Einnehmen von Heuschnupfen-Tabletten oder dem Nutzen von Asthma-Sprays. Vor allem die Minderung von dauerhaftem Kontakt zu Blütenstaub spielt dabei eine große Rolle:

  • Generell sollten nur wenig Textilien in der Wohnung verwendet werden, da Teppiche, Gardinen und Decken echte Staub- und Pollenfänger sind. Die Textilien sollten vor allem während der Pollensaison des Öfteren gewaschen werden.
  • Kleidung, die draußen getragen wurde, sollte nicht im Schlafzimmer gelagert werden. Zudem sollte die Kleidung regelmäßig gewechselt werden, da Pollen darin hängen bleiben.
  • Auch in den Haaren verfängt sich der Blütenstaub. Häufigeres duschen und Haare waschen kann helfen, den Pollenstaub in der Wohnung zu reduzieren.
  • Beim Lüften ist es wichtig, die Tageszeiten zu beachten. In der Stadt sollte am besten morgens zwischen 6 und 8 Uhr gelüftet werden. Auf dem Land lieber am Abend zwischen 20 Uhr und 24 Uhr. Gegebenenfalls können auch Luftreiniger mit Pollenfilter eingesetzt werden. Auch Fliegengitter könnten bereits helfen, ein paar Pollen abzufangen.
  • Im Schlafzimmer sollten generell keine Zimmerpflanzen stehen.

Übrigens: Laut einer Studie aus Israel soll das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ebenfalls dazu beitragen, dass die Symptome bei Heuschnupfen-Patienten milder ausfallen, wie der Bayrische Rundfunk berichtet. In einer kleinen Testgruppe besserten sich bei periodisch auftretenden allergischen Reaktionen jene Symptome, die die Nase betreffen – also Schnupfen, verstopfte Nase, Nasenjucken und Niesreiz.

Die Pollen-Saison geht los! Wann fliegen welche Pollen?

Bei Heuschnupfen-Patienten ruft der Blütenstaub bestimmter Pflanzen die allergischen Symptome hervor. Manche Allergiker reagieren nur auf eine einzige Pollenart, andere gleich auf verschiedene Pflanzenpollen. Die Beschwerden treten bei Betroffenen vor allem zur jeweiligen Blütezeit auf – denn dann setzen die Pflanzen ihre Pollen frei. Wichtig ist es, bei dem Verdacht auf eine Pollen-Allergie einen Allergie-Test beim Arzt durchführen zu lassen. Somit können sich Allergiker im Voraus bereits auf die Heuschnupfensaison einstellen.

Was sind Kreuzallergien?

Viele Heuschnupfen-Patienten reagieren übrigens nicht nur auf Pollen allergisch, sondern vertragen allergiebedingt auch bestimmte Obstsorten nicht. Der Grund: Die Lebensmittelallergene sind den Pollenallergenen so ähnlich, dass das Immunsystem nach dem Verzehr entsprechender Nahrungsmittel eine Abwehrreaktion auslöst. Infolgedessen treten allergische Symptome auf. Dieses Phänomen wird Kreuzallergie genannt.

Eine wichtige Hilfe für Pollen-Allergiker sind die Pollenflug-Karten. Im Internet kann täglich nachgeschaut werden, in welcher Region welche Pollen momentan am meisten fliegen und wie hoch die Belastung in der Luft ist. Generell gibt es auch Übersichten über die üblichen Blühzeiten einzelner Pflanzen, die Zeiträume sind allerdings sehr grob gefasst.

Wann fliegen welche Pollen?

Frühblüher von Januar bis April: Erle, Hasel, Birke, Esche, Pappel, Weide, Ulme

Mittelblüher von Mai bis August: Gräser, Getreide, Kräuter, Spitzwegerich, Roggen, Buche, Eiche

Spätblüher von September bis Dezember: Beifuß, Brennessel. Ambrosia

So kann der Pollenflug einfach verfolgt werden

Noch einfach geht das Verfolgen des Pollenflugs mit einer App. Sowohl für Android als auch für iOS gibt es zahlreiche Pollen-Apps wie „Pollenflug-Vorhersage“, „ratiopharm Pollen-Radar“ oder „klarify“. In der App werden für individuelle Standorte Wetterdaten, Informationen über die Luftfeuchtigkeit und Luftqualität sowie vor allem welche Pollen momentan am Fliegen sind, angezeigt. Somit können Pollen-Allergiker rechtzeitig reagieren und den Ausbruch im Voraus abdämpfen, durch das rechtzeitige Einnehmen von Allergietabletten oder das Vermeiden von Aktivitäten im Freien.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

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