Winter-Prognose

Sorgt Klimaphänomen für Rekordwinter? Wetter-Experte mit Hammer-Ansage!

  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Das Klimaphänomen La Niña soll in Deutschland für einen kalten Rekordwinter sorgen. Ein Wetter-Experte sieht das anders.

  • Experten haben einen besonders kalten Rekordwinter in Deutschland vorhergesagt.
  • Grund dafür soll das Klimaphänomen La Niña sein.
  • Ein Meteorologe überrascht mit seiner Prognose.

Pünktlich zum meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember fielen die ersten Schneeflocken und bedeckten Deutschland mit einer weißen Decke. Doch seither hält sich der Winter in Deutschland etwas zurück, statt Schnee gab es zuletzt nur Regen und mancherorts sogar zweistellige Temperaturen.

Dabei hatten einige Experten noch vor Kurzem einen Rekordwinter vorhergesagt. Dank dem Klimaphänomen La Niña (spanisch für Mädchen) sprach so mancher Wetter-Experte sogar von einer weißen Weihnacht. Wie El Niño spielt sich auch La Niña im Pazifik ab und kann weltweit Einfluss auf das Wetter nehmen. Das Klimaphänomen sorgt dafür, dass sich das Oberflächenwasser des Westpazifiks erwärmt und das Meer vor Südamerika abkühlt.

Wetter in Deutschland: Sorgt La Niña für Rekordwinter? Experte widerspricht Prognosen!

Laut dem amerikanischen Wetterdienst soll das Klimaphänomen La Niña im November und Dezember auftreten. La Niña wurde auch für die letzten weißen Weihnachten in Deutschland im Jahr 2010 verantwortlich gemacht. Auch deshalb rechnen viele Experten mit einem Jahrhundertwinter. Doch schon der viel zu warme November könnte dagegen sprechen und auch ein Meteorologe sieht keinen kalten Winter auf uns zukommen.

„Es ist wirklich ein Jammer mit dem unseriösen und unwissenschaftlichen Gerede. Natürlich kann La Niña Einfluss auf den Winter haben, aber es ist nur einer von ganz vielen Faktoren, die eine Rolle spielen. Der größte Unsinn in diesem Jahr: Weihnachten soll in diesem Jahr weiß und kalt werden. Darüber kann man heute noch überhaupt keine Aussage treffen“, stellt Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber wetter.net klar.

Wetter in Deutschland: Experte rechnet mit mildem Winter – trotz Klimaphänomen La Niña 

Die aktuellen Vorhersagen deuten laut dem Wetter-Experten nicht auf einen Jahrhundertwinter hin. „Von einer Einwinterung sind wir in Deutschland weit entfernt. Im Oktober wurde in einigen Medien für den Dezember in Deutschland viel Schnee angekündigt. Schuld daran sei das Wetterphänomen La Niña. Doch weder viel Schnee noch Frost konnten sich bisher in Deutschland etablieren“, erklärt Jung, der aber dennoch mit einem Rekordwinter rechnet.

Der Wetter-Experte betont: „Vom angeblichen Jahrhundertwinter durch La Niña fehlt jede Spur. Die Berechnungen werden immer wärmer. Das wird ein richtig milder Winter, wenn sich diese Berechnungen bewahrheiten sollten. Einen kalten und schneereichen Winter gibt derzeit kein Wettermodell aus. Es geht viel zu warm weiter.“

Wetter in Deutschland: Sorgt Klimaphänomen für Rekordwinter? Einfluss von La Niña ungeklärt

Zudem ärgert sich Jung darüber, dass fast jedes Jahr ein Rekordwinter für Deutschland vorhergesagt werde, der letztlich aber nie eintrete. Jedes Mal werde dabei eine andere Begründung dafür genannt, dass der Winter in Deutschland besonders kalt und schneereich wird. Im vergangenen Jahr sei eine schwache Sonnenaktivität die Ursache für den Rekordwinter gewesen. 2018 sei die Königskerze als Grund für einen Jahrhundertwinter genannt worden. „Davor waren es wahrscheinlich die Bauernregeln“, sagt Jung. Am Ende war es in beiden Jahren wesentlich wärmer als im Klimamittel.

Kältester WinterDurchschnittstemperatur
1963-5,5 Grad
1940-5 Grad
1929-4,9 Grad
1947-4,5 Grad
1942-3,9 Grad (Quelle: Kachelmannwetter)
Wärmster WinterDurchschnittstemperatur
20074,4 Grad
20204,2 Grad
19753,6 Grad
19903,6 Grad
20163,6 Grad (Quelle: Kachelmannwetter)

Zudem ist noch ungeklärt, ob das Klimaphänomen La Niña überhaupt für einen besonders kalten Winter in Deutschland sorgt. Denn auch in den Jahren 1998 bis 2000 war der Winter trotz La Niña eher mild, wie auch op-online.de berichtet. Auch wissenschaftlich lassen sich die Auswirkungen des Klimaphänomens auf den Winter in Deutschland nicht belegen.

Rubriklistenbild: © Jan Eifert/dpa

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