Wetter in Deutschland

Wetter-Mythos kursiert: Das steckt wirklich hinter falschen Daten

  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
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Nicht nur das Wetter, sondern auch der Wetterbericht scheint momentan ziemlich unverlässlich. Doch woran liegt das? Was steckt dahinter?

Auf den Wetterbericht scheint momentan noch weniger Verlass zu sein als sonst. Gefühlt bei jedem Öffnen der Wetter-App hat sich die Vorhersage wieder geändert. Die Prognosen für die Temperaturen sind relativ zuverlässig, doch was den Regen angeht, scheint momentan nur ein Blick aus dem Fenster zu helfen. Denn die Regenwahrscheinlichkeit schwankt momentan ständig hin und her.

„Es liegt in der Natur der Wettervorhersage, sogar eher selten exakt richtigzuliegen. In unserer Atmosphäre laufen hochgradig nicht-lineare Prozesse ab, die auch mit dem Wort ,chaotisch‘ beschrieben werden. Somit bleibt je nach Fragestellung immer ein gewisser Unsicherheitsbereich in der Vorhersage übrig“, schreibt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Unzuverlässige Wetterberichte: Das steckt hinter den falschen Wetterdaten

Tatsächlich ist der Mai ein schwieriger Monat und mit jeder Menge Fehlprognosen behaftet — ähnlich wie der April. Das Problem ist der Frühling. Denn so langsam erhitzen sich die noch vom Winter kühlen Erdmassen, doch das Meer bleibt erheblich länger kalt, da die Wassermassen lange brauchen, um sich aufzuheizen. Durch das Meer sind auch die Luftmassen darüber kühler, die immer wieder am Festland auf wärmere Massen treffen — das sorgt für wechselhaftes Wetter, vor allem im Norden Deutschlands.

Gleichzeitig kämpfen weitere Luftmassen unter demselben Prinzip gegeneinander an: die kalte Luft aus dem Norden und die warme Luft aus dem Süden. Mitteleuropa, also auch Deutschland, liegt genau in der Mitte — und der Kampf der Luftmassen wird oftmals direkt über uns ausgetragen. Diese Wetterlage, die durch den „Kampf der Luftmassen“ entstehen, sind schwer vorhersehbar. Deshalb handelt es sich bei den Wetterberichten auch immer nur um Prognosen, genauer Vorhersagen gibt es einfach nicht.

Wetter Deutschland: Unzuverlässige Wetter-Vorhersagen durch die Corona-Pandemie

Ein weiteres „Problem“: Durch die Corona-Pandemie ist der Flugverkehr massiv eingebrochen, wodurch Flug- und somit wichtige Wetterdaten fehlen, wie SWR3 berichtet. Vor allem beim Start und bei der Landung werden relevante Daten erhoben wie Höhe, Luftdruck, Temperatur und Wind.

Allerdings ist ein Ende der starken Wetterschwankungen und der doch sehr ungenauen Prognosen in Sicht: So langsam werden die Temperaturunterschiede immer geringer und auch im Norden wird es wärmer, wodurch die kalten Luftmassen immer mehr weichen. Gegen Ende des Monats entstehen immer weniger starke Hoch und Tiefs, da weniger große Luftdruckunterschiede bestehen. Immerhin der Wetterbericht für die nächsten Tage sollte dann wieder etwas zuverlässiger werden.

Bleibt nur noch abzuwarten, ob die Langzeitprognosen für den Sommer 2021 und für das Wetter im Juni 2021 stimmen. Wobei Langzeitprognosen noch problematischer und unverlässlicher sind als die 14-Tage-Trends. Immerhin: Wenn die Prognosen des amerikanischen und europäischen Wettermodells übereinstimmen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich so kommt, wie von den Wetter-Experten prognostiziert — was bei den Prognosen für den Sommer der Fall ist.

Rubriklistenbild: © Jakub Kaminski/dpa

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