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Baden-Württemberg drohen massive Klimafolgen – immer häufiger extremes Wetter

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Von: Michaela Ebert

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Hitze und Co.: Analyse zeigt extreme Auswirkungen von Klimawandel.
Die Folgen der Klimakrise treffen auch Baden-Württemberg. Es droht zukünftig mehr Hitze und Trockenheit. © Cevin Dettlaff/dpa

Extremes Wetter in Baden-Württemberg ist keine Seltenheit mehr. Auch in Zukunft werden in vielen Regionen die Folgen des Klimawandels spürbar sein.

Langanhaltende Hitzewellen mit mehr als 30 Grad Celsius, Trockenheit und Dürre. Das alles wird in Zukunft in Baden-Württemberg wohl häufiger vorkommen. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels machen sich auch hier immer stärker bemerkbar. Besonders betroffen sind dabei die Regionen rund um den Oberrheingraben und der Rhein-Neckar-Raum. Schon jetzt zählen diese Gebiete zu den heißesten des Landes. Und es wird schlimmer.

In Zukunft können die Menschen in dieser Region jedoch häufiger mit Temperaturen rechnen, die sie bisher wohl eher aus dem südländischen Urlaub kennen. Wenn man in Süddeutschland bisher von etwa 20 heißeren Tagen im Jahr ausgehen konnte, muss man in Zukunft mit bis zu 60 Tagen über 30 Grad Celsius rechnen.

Trockenheit und Hitze: Warum Baden-Württembergs Natur leidet

Was im ersten Moment vielleicht sommerlich gut klingt, ist auf den zweiten Blick jedoch äußerst schädlich. Die hohen Temperaturen und der ausbleibende Niederschlag sorgen für eine gefährliche Dürre und Trockenheit. Es drohen tiefreichende Probleme, wie das Absinken des Grundwasserspiegels. Die Folge: ganze Flüsse und Seen können austrocknen. Schon jetzt stehen viele Bürger der Region vor Problemen mit der anhaltenden Wasserknappheit.

Besonders dramatisch steht es jedoch um die Wald- und Forstgebiete der Region. Während die Waldbrandgefahr durch die trockenen Bedingungen einerseits stetig wächst, fällt es gleichzeitig besonders schwer, die Waldgebiete überhaupt zu pflegen und zu beforsten. „Die jungen Pflanzen, die jetzt in den Waldumbau investiert wurden, müssen intensiv bewässert werden. Sonst vertrocknet die Zukunft im eigenen Wald.“, erklärt der Wetterexperte Michael Kost gegenüber dem SWR.

Hochwasserkatastrophen: einige Regionen sind besonders gefährdet

Der zunehmend trockene Boden bildet zudem eine weitere Gefahrenquelle: bei Starkregen wirkt dieser versiegelnd und verhindert, dass die Feuchtigkeit aufgenommen werden kann. Hochwasser und Überschwemmungen sind die Folge. Durch die heiße, energiegeladene Luft könnten sich Gewitter und Unwetter besonders schnell bilden, die dann im Starkregen auf die trockene Erde niedergehen.

Die topografische Lage einiger Gebiete begünstigt dabei die Entstehung von Überschwemmungen. Gerade Mittelgebirgsregionen, wie der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, der Odenwald und das Allgäu sind geprägt von engen Tälern, durch die sich Bäche und kleine Flüsse ziehen.

Doch auch Metropolregionen, die sich an Baden-Württembergs größten Flüssen, dem Rhein und dem Neckar, befinden, könnten unter extremen Hochwasser leiden. Beide Flüsse würden laut der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) „sehr hohe Schadenspotentiale“ aufweisen.

Die unsichtbare Gefahr: Abgase und Ozon

Eine Bedrohung, die in den vergangenen Jahren nur selten Beachtung fand, stellt die Belastung durch Ozon dar. Besonders Hitzewellen mit wenig Wind sind in diesem Zusammenhang jedoch problematisch, da sie die Konzentration des Gases begünstigen. Aktuell sind die städtischen Randgebiete und die ländlicheren Regionen besonders belastet.

In Baden-Württembergs Städten stellen die Abgase der Autos paradoxerweise noch einen gewissen Schutz dar. Während das darin enthaltenen Kohlenstoffmonoxid einerseits dafür sorgt, dass Ozon abgebaut wird, sorgen sogenannte Vorläufersubstanzen dafür, dass sich mehr Ozon bildet. Durch Winde werden diese jedoch oftmals aufs Land getragen. Generell gilt jedoch auch für die Städte, dass die Ozonbelastung auch in Zukunft steigen wird und auch für die Bürger eine zunehmende Gefahr darstellt.

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