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Weltschlangentag: Diese sechs Schlangen leben in Baden-Württemberg

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Von: Lisa Klein

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Kreuzotter liegt auf dem Boden
Die Kreuzotter ist eine von zwei Giftschlangen in Baden-Württemberg. Insgesamt sind im Südwesten sechs Schlangen beheimatet. © Günter Hansbauer/dpa

Sechs Schlangenarten leben in Baden-Württemberg. Der NABU klärt auf, was bei einer Begegnung zu tun ist und wie wir unsere heimischen Schlangen schützen können.

Jedes Jahr am 16. Juli ist Weltschlangentag. Im vergangenen Jahr rief der Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg anlässlich dessen zum Schutz der Kreuzotter auf, wie echo24.de berichtete. Die Kreuzotter ist eine von sechs in Baden-Württemberg vorkommenden Schlangen. Doch ungestörte Lebensräume gibt es für die Reptilien kaum noch, auch an geeigneter Nahrung mangelt es. Die Schlangenpopulation schrumpft. Der NABU rief deshalb 2021 dazu auf: Wer eine Kreuzotter gesehen hat, sollte ein Foto mit dem Fundort an den Naturschutzbund senden. Denn: „Wir können nur schützen, was wir kennen“, betonte der NABU-Schlangenexperte Hubert Laufer, daher sei Aufklärung wichtig.

Kurz vor dem Weltschlangentag 2022 veröffentlichte der Naturschutzbund einen ausführlichen Artikel, in dem der Schlangenexperte Hubert Laufer über unsere in Baden-Württemberg heimischen Schlangen aufklärt: Welche Schlangen leben in Baden-Württemberg? Welche davon sind giftig? Wie gefährlich sind die in Baden-Württemberg lebenden Giftschlangen wirklich? Was können wir tun, um unsere heimischen Schlangen zu schützen? Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einer Schlange begegne?

Weltschlangentag: Diese Schlangen sind in Baden-Württemberg beheimatet

Insgesamt sechs Schlangenarten sind in Baden-Württemberg beheimatet: die Östliche Ringelnatter, die Barren-Ringelnatter, Äskulapnatter, Schlingnatter, Kreuzotter und Aspisviper. Die letzteren beiden sind giftig. Sowohl die Kreuzotter als auch die Aspisviper sind sehr selten und stehen auf der Roten Liste – sie sind vom Aussterben bedroht. Die Aspisviper kommt in Baden-Württemberg lediglich im südlichen Schwarzwald vor. Kreuzottern, mit dem typischen Zickzackmuster auf grauem oder braunem Körper, sind in höher gelegenen, kühleren Lagen des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb sowie in den Moorgebieten des Allgäus und Oberschwabens zu finden. 

Einige Schlangen lieben trockene, sonnige Plätze zum Sonnenbaden, andere suchen die Wassernähe, bevorzugen Auenwälder und leben an Uferbereichen von langsam fließendem Gewässer. Alle Schlangen brauchen Versteckmöglichkeiten, frostsichere Überwinterungsplätze und ausreichend Nahrung, erklärt der Naturschutzbund. Am häufigsten treffen wohl Wanderer auf Schlangen, denn die Reptilien haben es gerne ruhig. Sie sind daher am ehesten an wenig frequentierten Wanderwegen, Bahndämmen, trockenen Wegrändern oder in naturnahen Gärten zu finden. Übrigens sind in ganz Deutschland insgesamt sieben Schlangen heimisch – die Würfelnatter kommt als einzige nicht in Baden-Württemberg vor.

Weltschlangentag: So gefährlich sind die Giftschlangen in Baden-Württemberg wirklich

„Rücken Sie einer Schlange nicht auf die Pelle“, rät Hubert Laufer. Wer auf eine Schlange trifft, sollte vor allem in erster Linie eins: Ruhe bewahren. „Schlangen sind scheu. Sie können zwar nicht hören, suchen bei Bodenerschütterungen aber meist schnell das Weite“, berichtet Laufer. „Sollte eine giftige Schlange sich bedroht fühlen und ausnahmsweise beißen, muss man auf jeden Fall ein Klinikum aufsuchen“, empfiehlt der Schlangenexperte. echo24.de berichtete bereits darüber, was nach einem Schlangenbiss zu tun ist – und welche bekannten Tricks aus Film und Fernsehen besser nicht nachgemacht werden sollten.

Generell kann ein Schlangenbiss schnell gefährlich werden, allerdings ist zum Beispiel das Gift der Kreuzotter nur in sehr hohen Dosen tödlich: Um einen 75 Kilogramm schweren Menschen zu töten, wäre das Gift von fünf Kreuzottern nötig. Daher sind Todesfälle allein durch Kreuzotterbisse eher unwahrscheinlich. Allerdings kann es bei beiden in Baden-Württemberg beheimateten Giftschlangen zu heftigen Reaktionen und Symptomen kommen wie Schwellungen, Lähmungen und sogar Atemnot – im schlimmsten Fall auch zu einem Herzstillstand. Besonders gefährdet sind vor allem Kinder und ältere Menschen.

Die anderen vier in Baden-Württemberg beheimateten Schlangen – allesamt Nattern – sind laut Hubert Laufer völlig harmlos: „Sie haben keine Giftzähne und verschlingen ihre Beute im Ganzen. Je nach Art stehen Eidechsen, Vogeleier, Mäuse, Fische, Frösche oder Insekten auf dem Speiseplan.“ Übrigens: Ein Blick in die Augen – sofern möglich – verrät ganz schnell, ob es sich um eine Giftschlange handelt. Während ungiftige Schlangen runde Pupillen haben, verfügen die giftigen über senkrechte Pupillenschlitze.

Schlangen in Baden-Württemberg: So können die heimischen Tiere geschützt werden

Von der Ringelnatter, der bekanntesten Schlange im Land, gibt es bei uns zwei Arten – die Östliche Ringelnatter im östlichen Landesteil und die Barren-Ringelnatter im Westen. Beide legen im Juli und August ihre Eier gern in Komposthaufen und anderem gärenden Material ab. Die Jungen schlüpfen nach vier bis sechs Wochen. Mit Wärme entwickelnden Reißighaufen, Sträuchern und offenen Komposthäufen können die ungiftigen Ringelnattern unterstützt werden. Schlangenexperte Laufer rät daher zum Schutz der Tiere: „Setzen Sie den Kompost bitte erst nach Mitte Oktober um, damit in kalten Jahren genug Zeit zum Schlüpfen bleibt.“

In einer älteren Pressemitteilung rät der Naturschutzbund Baden-Württemberg außerdem: Wer selbst ein Waldgrundstück besitzt, kann Schlangen unterstützen, indem entlang der Wege aufgelichtet wird, um Sonnenplätze zu schaffen. Im Offenland sollte Altgras an Gehölzrändern stehen bleiben. Auch kleinere Gewässer sorgen für bessere Lebensbedingungen: Sie erhöhen die Luftfeuchte und bieten eine bessere Nahrungsgrundlage für Schlangen. Reisig- oder Steinhaufen als Verstecke sind ebenfalls wichtig.  

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