Prognose für Heiligabend

Weiße Weihnachten wegen „Arctic Outbreak“? Kälte-Schock im Anmarsch

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Was für ein Winter erwartet uns in den kommenden Wochen? Die Prognosen für Weihnachten werden langsam genauer - und Experten erklären die Chancen auf Schnee.

Update, 18. November: Weiße Weihnachten oder keine weiße Weihnachten? Seit Oktober grassieren die ersten Prognosen und Spekulationen, wie das Wetter rund um die Festtage sein wird. Der Wunsch vieler ist allerdings eigentlich ein eher seltenes Phänomen. Denn zuletzt gab es 2010 in ganz Deutschland weiße Weihnachten. Doch laut wetter.de könnten in diesem Winter endlich wieder Flocken zum Fest fallen. Die erste Weichenstellung für den Dezember ist demnach aktuell schon möglich.

Das liegt laut dem RTL-Wetter-Experten Björn Alexander vor allem an der kalten Arktis-Luft. Diese befindet sich derzeit noch im Norden, auf der Rückseite einiger Sturmtiefs, die sich über dem Nordmeer und Island „bis rüber nach Grönland“ tummeln, so der Meteorologe. Doch obwohl die Wetterlage aktuell noch verhältnismäßig mild sei, komme nun Bewegung in das deutsche Wetter.

Winter-Wetter: Kälteschelle droht - sorgt „Arctic Outbreak“ für weiße Weihnachten?

Alexander erklärt im Interview mit wetter.de, zu Beginn der kommenden Woche werde sich diese milde Wetterlage grundlegend umstellen. Tiefdruckgebiete „mit polarer bis arktischer Kaltluft im Gepäck“ könnten somit weiter südwärts ausgreifen. Ein sogenannter „Arctic Outbreak“ könnte uns Nachtfrost und eine richtige Kälteschelle nach Deutschland bringen. Doch grundlegend ist vorerst noch, wohin sich die arktische Luft genau bewegt.

Arctic Outbreak

„Arctic Outbreak“ nennt man einen Vorstoß extrem kalter arktischer Luftmassen bis weit in südliche Breiten auf der Nordhalbkugel. Dieses Phänomen ist eine Auswirkung des Polarwirbelsplits. Wenn sich der Polarwirbel, der sich eigentlich mit seinem Zentrum über der Arktis befindet, spaltet, und dann in Teilwirbeln in südlichere Gebiete abgedrängt wird, können starke Kaltluftausbrüche bis weit in den Süden vorrücken. Ein „Arctic Outbreak“ mit extremem Wintereinbruch kann entstehen.

Laut dem Wetter-Experten Alexander lässt sich das noch nicht genau sagen. Die Wettermodelle sind sich da wohl nicht ganz einig. „Geht es nach dem Europäischen Wettermodell, dann wird sich Mitte/Ende nächster Woche ein massives Tief mit kalter Luft über Westeuropa ausbreiten“, erklärt der Meteorologe weiter. Das amerikanische Wettermodell sehe hingegen eher „eine Verstärkung des Tiefs über Skandinavien bis rüber nach Osteuropa.“ Dieses Szenario könnte laut dem Experten dann eine frühwinterliche Grenzwetterlage bringen.

Für das in wenigen Wochen anstehende Weihnachtsfest will sich allerdings auch der RTL-Meteorologe noch nicht endgültig festlegen. Dennoch erklärt Alexander: Auch im Jahr 2010, als es zuletzt im gesamten Bundesgebiet Schnee zum Fest gab, sei der Winter „ziemlich zeitig“ losgegangen. Doch auch wenn der Wetter-Experte sich noch nicht auf weiße Weihnachten festlegen möchte, ist für ihn Fakt - der Winter 2021/22 schlägt jetzt eine erste Richtung für Dezember ein.

Wie sich die aktuelle Wetterlage in Baden-Württemberg und Heilbronn entwickelt, erfahren Sie täglich im echo24.de-Wetterticker.

Winter-Wetter: „Arctic Outbreak“ könnte für weiße Weihnachten sorgen

Erstmeldung, 11. November: Es ist eines der meist diskutierten Themen, die man ab Oktober hört – gibt es weiße Weihnachten, oder nicht? Immerhin geben Wetter-Experten schon Schnee-Prognosen ab und Wetterphänomene wie der Polarwirbelsplit könnten für frostige Verhältnisse in den kommenden Wochen sorgen. Auch der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net geht der Frage nach: Wie geht‘s denn nun weiter, mit dem Winterwetter?

Denn bereits Anfang November hatten Wetter-Experten eigentlich einen deftigen Wintereinbruch prognostiziert. Der blieb bisher in den meisten Regionen zwar aus, doch davon lassen sich Winterfans nicht unterkriegen. Immerhin hat die kalte Jahreszeit ja erst begonnen und es ist noch viel Luft nach unten, was die Temperaturen angeht.

Wenn man jetzt auf das europäische Wettermodell schaut, so haben laut Jung besonders die Menschen im Südwesten gute Chancen auf einen richtigen Wintereinbruch. Denn während der nord-ostdeutsche November etwas zu warm ausfallen könnte, sieht der Experte für Baden-Württemberg eher einen normalen bis leicht zu kalten November. Auch das amerikanische Wettermodell NOAA sieht den Südwesten im restlichen November bis zu ein Grad zu kalt an.

Winter 2021: Weiße Weihnachten oder nicht? Das sagt der Experte

Doch erstmal bleibt es wohl noch mild. Bis zum 22. November sieht der Diplom-Meteorologe Jung in der Ensemble-Vorhersage Temperaturen über dem langjährigen Mittelwert – also eher zu warm. Erst Ende des Monats gibt es auf der Karte dann Ausreißer, die sogar unter die -10 Grad-Marke rutschen können. Dennoch schätzt Jung die Schneefallgrenze für Süddeutschland im November eher bei 1.000 bis 800 Metern an – für die Niederungen leider enttäuschende Winterwetter-Aussichten.

Doch auch daswetter.com wagt sich an Wetter-Prognosen für Ende November. Hier ist sogar von einem sogenannten „Arctic Outbreak“ die Rede. Dieses Phänomen zeigt sich, wenn aus Nordeuropa sehr kalte Luftmassen nach Deutschland strömen und Winterwetter zu uns bringen. Selbst im Flachland wären dann erste Schneeflocken möglich.

Für Heiligabend sehen die Experten die Chancen auf Schnee allerdings 50:50. Während daswetter.com einen Winter wie 2010 für möglich hält, der von Ende November bis kurz nach Weihnachten in ganz Deutschland Schneefälle und strengen Nachtfrost brachte, ist Jung für das große Fest eher nicht so optimistisch, was Schnee angeht.

Laut amerikanischem Wettermodell NOAA sagt die bisherige Vorschau auf Weihnachten demnach zwar durchaus niedrigere Temperaturen voraus. Doch bei +3 bis -4 Grad könnten die prognostizierten Niederschläge in den Niederungen statt Schnee auch Regen und Schneeregen bringen. Für Regionen ab 500 Metern sagt Jung allerdings, „es könnten sowas wie weiße Weihnachten werden“.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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