Wettervorhersage für den Dezember

Weiße Weihnachten 2020? Wetter-Experte legt sich fest und korrigiert Vorhersage

  • Julia Cuprakowa
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Viele Menschen in Deutschland hoffen auf weiße Weihnachten. Doch wie wahrscheinlich ist Schnee an Heiligabend? Ein Wetter-Experte legt sich nun fest.

Update vom 14. Dezember: Der Dezember startete in einigen Regionen mit eisigen Temperaturen und Schnee. Die Alpen hatten sogar mit einer echten Schneekatastrophe zu kämpfen. Bereits Mitte November sprachen Wetter-Experten von dem seltenen Wetterphänomen „La Niña“, durch das im Winter 2020/2021 eine massive Kältewelle drohen sollte. Passend zum meteorologischen Winteranfang hat es dann deutschlandweit auch wirklich geschneit.

Weiße Weihnachten: Wetter-Experte korrigiert Schockprognose für den Dezember

Zuletzt haben Wetter-Experten für dieses Jahr eine echte Schock-Prognose abgegeben und vorhergesagt, dass der Winter 2020/2021 in Deutschland zwei Grad wärmer werden soll als in den vergangenen Jahren. Jetzt haben die Meteorologen diese Vorhersage erneut korrigiert. Allerdings nicht zu Gunsten aller Winterfans und Schneefreunden: Der Dezember 2020 soll im Schnitt sogar drei Grad wärmer werden.

Die Temperaturen im Dezember sind bereits in den vergangenen Jahren gestiegen. Im Jahr 2009 lag die Durchschnittstemperatur für den Dezember in Deutschland noch bei 0,4 Grad, im Dezember 2010 sogar bei minus 3,5 Grad. Im Jahr darauf gab es dann einen riesigen Sprung – der Dezember 2011 war mit durchschnittlich 3,8 Grad mehr als sieben Grad wärmer als im Jahr zuvor. Verhältnismäßig richtig warm war es laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Dezember 2015 mit durchschnittlich 6,4 Grad.

Der Dezember 2020 verspricht also eher keine weiße Weihnachten. Dennoch bedeutet eine erhöhte Durchschnittstemperatur nicht zwingend, dass es überhaupt nicht schneit. Es bedeutet lediglich, dass es in diesem Winter vermutlich weniger schneien wird. Mit etwas Glück könnte es dennoch in einigen Regionen Deutschlands eine Weiße Weihnacht geben. Übrigens: Das letzte Mal gab es Schnee über die Weihnachtsfeiertage vor zehn Jahren.

Weiße Weihnachten 2020? Das sagen die Prognosen der Experten

Erstmeldung vom 01. Dezember: Baden-Württemberg - Für viele Menschen gehört Schnee zu einem perfekten Weihnachtsfest dazu. Laut einer Umfrage von Statista finden es rund 70 Prozent der Deutschen schön, wenn an Weihnachten Schnee liegt. Damit kann Petrus aber in den meisten Regionen Deutschland nur selten dienen.

Deutschland Land in Europa
Bevölkerung 83,02 Millionen (2019)
HauptstadtBerlin

Und auch dieses Jahr ist es eher unwahrscheinlich, dass die Menschen in Deutschland weiße Weihnachten erleben dürfen. Doch das Wetter bleibt launisch und eins steht wohl fest: Es gibt große regionale Unterschiede. Um jedoch bestimmte Wettervorhersagen treffen zu können, müssen Experten mehrere Modelle und Statistiken zur Rate ziehen.

Wettervorhersage für Deutschland: Gibt es dieses Jahr weiße Weihnachten?

Wetter-Experten von wetter.com haben mehrere Modelle ausgewertet und sind zur einer ersten Prognose für Weihnachten gekommen. Das Modell des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) sieht den Dezember 2020 in Deutschland zum heutigen Zeitpunkt überdurchschnittlich temperiert. Das sind nun wirklich keine guten Voraussetzungen für weiße Weihnachten 2020. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass sich der NOAA-Trend auf das Monatsmittel des gesamten Dezembers bezieht. Kalte Witterungsphasen sind im Dezember - vielleicht sogar pünktlich zu Weihnachten - also nicht komplett ausgeschlossen. Das heißt: Laut Wetter-Experten von NOAA gibt es noch ein Fünkchen Hoffnung für verschneite Weihnachten.

Das Wetter in Deutschland wird frostig. Auf den Straßen kann es glatt werden (Symbolbild).

Laut einem CFS-Modell und der Wetter-Statistik für Deutschland zufolge ist Schnee an Weihnachten doch nicht so unwahrscheinlich. Denn: Mit einer nördlichen Strömung würde laut CFS-Modell am 24. Dezember, 2020 kalte Polarluft aus dem hohen Norden zu uns gelangen. Somit wären weiße Weihnachten durchaus denkbar. Und auch die Statistik gibt diesem Modell recht. Demnach besteht nämlich ab einer Höhe von rund 800 Metern eine sehr gute Möglichkeit, dass die Menschen in den Mittelgebirgen und in den Alpen das gesamte Weihnachtsfest bei einer geschlossenen Schneedecke feiern dürfen. In tieferen Lagen der Mittelgebirge und der Alpen liegt die Wahrscheinlichkeit für weihnachtlichen Schnee nur noch bei rund 30 bis 50 Prozent.

Wettervorhersage für Deutschland: Gab es früher öfter weiße Weihnachten?

Wann zuletzt hat das Wetter in Deutschland den Menschen weiße Weihnachten beschert? Wenn man lange überlegt, dann ist es schon zu lange her. Deshalb sind viele der Meinung, dass es früher an Weihnachten öfter geschneit hat als heute. Aber stimmt das denn? Laut Wetter-Experten täuscht dieser Eindruck allerdings - zumindest regional.

Anzahl der Jahre mit weißen Weihnachten1951-19801981-2010Abweichung
München1612-4
Berlin1310-3
Hamburg108-2
Köln24+2
Frankfurt am Main69+3

Während des Zeitraums von 1951 bis 1980 gab es in München 16 Mal weihnachtlichen Schnee, in Berlin 13 Mal und in Hamburg zehnmal. Köln und Frankfurt am Main kommen nur auf zwei und sechs Jahre, in denen zwischen 1951 und 1980 an Weihnachten eine Schneedecke lag. 

Für den jüngeren Zeitraum zwischen 1981 und 2010 ergeben sich in München nur zwölf Weihnachten mit Schnee. Nicht nur in München, auch in Berlin und Hamburg sank die Anzahl der Jahre mit weißen Weihnachten zwischen den Jahren 1981 und 2010 verglichen mit dem früheren 30-jährigen Zeitraum. Wie man der Tabelle entnehmen kann, gibt es große regionale Unterschiede, was die den Schnee an Weihnachten angeht. Insgesamt lässt sich jedoch festhalten: Weiße Weihnachten gab es in Deutschland laut des Vergleichs früher auch nicht öfter.

Generell geben die Langzeitprognosen der unterschiedlichen Modelle und Wetterdienstes nur eine Tendenz ab, wie das Wetter in Deutschland im Dezember sein wird. Ob und wo es wirklich weiße Weihnachten gibt, erfahren die Menschen vermutlich erst kurz vorher am eigenen Leib.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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