Finanz-Spritzen gefordert

Weihnachtsmärkte in BW: Viele Märkte abgesagt – Aussteller stehen „vor dem Nichts“

Baden-Württemberg – Nach den Weihnachtsmarkt-Absagen in vielen Städten stehen unzählige Aussteller vor dem Ruin. Jetzt werden Forderungen nach Finanz-Spritzen laut:

Update vom 23. November, 14:27 Uhr: Gehen nach den Absagen vieler Weihnachtsmärkte im Südwesten auch bald für die Schausteller die Lichter aus? Zumindest sind die Verbände höchst besorgt und fordern schnelle finanzielle Hilfen. „Das muss ganz, ganz schnell gehen, sonst ist das Überleben der Branche gefährdet“, sagte der Präsident des Landesverbands Schausteller und Marktkaufleute (LSM) Baden-Württemberg, Werner Burgmeier, am Dienstag in Stuttgart. Gefordert seien alle: Bund, Land und Kommunen. „Viele Schausteller hatten vor den Weihnachtsmärkten persönliche Versicherungen und Altersvorsorgen für die Kosten aufgelöst“, sagte Burgmeier. „Diese Leute stehen jetzt vor dem Nichts.“

Auch der Vorsitzende des Schaustellerverbands Südwest Stuttgart, Mark Roschmann, forderte schnelle finanzielle Hilfen. „Woher es kommt, ist uns relativ egal“, sagte Roschmann dem Radiosender „SWR Aktuell“ am Dienstag. „Die Überbrückungshilfen und die Zuschüsse reichen jetzt eben nicht mehr.“ Für die Zukunft äußerte er sich pessimistisch: „Ich glaube so langsam an gar nichts mehr.“

LSM-Präsident Burgmeier betonte, mit Blick auf das kommende Jahr müsse endlich Rechts- und Planungssicherheit für Veranstaltungen geschaffen werden. „Wir müssen jetzt praktische Lösungen erarbeiten“, sagte Burgmeier. „Sonst beißen wir uns da ständig in den Hintern.“

Weihnachtsmärkte in BW: Weitere Städte sagen ab – „Ziehen die Notbremse“

Update vom 23. November, 7:40 Uhr: Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen haben weitere Städte in Baden-Württemberg ihre Weihnachtsmärkte abgesagt. Wie der SWR berichtet, handelt es sich um Stuttgart, Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen und Schorndorf. Bereits in der vergangenen Woche haben auch Göppingen und Leonberg ihre Märkte abgesagt.

„Wir haben alles versucht, den Weihnachtsmarkt zu ermöglichen. Nachdem heute aber andere große Weihnachtsmärkte in der Region, gerade auch der Barockweihnachtsmarkt in Ludwigsburg und der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Esslingen, abgesagt wurden, ziehen wir die Notbremse“, erklärt der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper. Der CDU-Politiker appelliert jedoch an Bund und Land, die vom Ausfall betroffenen Gastronomen und Schausteller mit Corona-Hilfsmaßnahmen zu unterstützen, da es sich meist um kleine Familienbetriebe handele, deren Existenz bedroht sei.

Weihnachtsmärkte in BW: Ausgangsbeschränkung und 2G plus

Update vom 22. November, 15:15 Uhr: Aufgrund steigender Corona-Zahlen werden die Regeln im Land Baden-Württemberg ab Mittwoch (24. November) noch einmal verschärft. So soll ab diesem Tag an mehreren Orten 2G plus gelten. Das bedeutet, dass geimpfte und genesene Menschen trotzdem noch einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. An Hotspots sollen ab bestimmten Werten zudem Ausgangsbeschränkungen möglich sein. Die Alarmstufe 2 tritt in Kraft, wenn die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen auf über 450 steigt und die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz bei 6 liegt. Werden die Werte überschritten, gilt etwa bei Veranstaltungen, auf Weihnachtsmärkten und in Bars und Clubs 2G plus.

Weihnachtsmärkte in BW: Alarmstufe! Diese Städte wollen keinen Budenzauber

Update vom 17. November: Ab heute gilt in Baden-Württemberg die Alarmstufe mit härteren Einschränkungen – vor allem für Ungeimpfte. Auch auf die Weihnachtsmärkte im Südwesten hat das Auswirkungen, denn die Städte müssen laut Landesverordnung nun die 2G-Regel umsetzen. Viele große Städte halten jedoch dennoch an ihren Weihnachtsmärkten fest. Anders sieht das bei kleineren Gemeinden aus. Welche Weihnachtsmärkte definitiv stattfinden sollen – und welche bereits abgesagt wurden (Quelle: dpa):

  • Karlsruhe (findet statt)
  • Ulm (findet statt)
  • Konstanz (findet statt)
  • Mannheim (findet statt)
  • Heidelberg (findet statt)
  • Leonberg (abgesagt)
  • Göppingen (abgesagt)
  • Stuttgart (abgesagt)
  • Ludwigsburg (abgesagt)
  • Esslingen (abgesagt)
  • Neckargemünd (abgesagt)
  • Leimen (abgesagt)
  • Böblingen (abgesagt)
  • Schorndorf (abgesagt)
  • Freudenstadt (abgesagt)
  • Sinsheim (abgesagt)
  • Isny (abgesagt)
  • Bad Krozingen (abgesagt)

Weihnachtsmärkte in BW: Alarmstufe ab Mittwoch – drohen jetzt Absagen?

Erstmeldung vom 15. November: Es sollte ein gefeiertes Comeback werden: Nach einem Jahr Zwangspause durfte man sich im November endlich wieder auf den vorweihnachtlichen Budenzauber freuen. Das Okay der Länder für die Durchführung von Weihnachtsmärkten war Anlass zum Jubel – nicht nur für die Bevölkerung. Vor allem die Schausteller und Budenbetreiber, die auf das Vorweihnachtsgeschäft angewiesen sind, konnten aufatmen. Zumindest vorerst.

Doch angesichts steigender Corona-Fallzahlen* muss die Branche auch in Baden-Württemberg* wieder zittern, wie HEIDELBERG24* berichtet. Wie es im wöchentlichen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) heißt, rate man „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren.“ Dem setzte Karl Lauterbach (SPD) in einem ZDF-Interview in der vergangenen Woche die Krone auf: Jeder Weihnachtsmarkt, der nicht durchgeführt werde, so der Gesundheitspolitiker, sei ein guter Weihnachtsmarkt.

Weihnachtsmärkte 2021: Schausteller am Ende – Empörung über Karl Lauterbach

Für die Schausteller sind diese Worte wie ein Schlag in den Magen. Am Sonntag (14.11.) wehrte sich der Deutsche Schaustellerbund in einem offenen Brief gegen die Äußerungen Lauterbachs – und machte auf die dramatische Lage der Branche aufmerksam. Die Betriebe seien „seit nunmehr zwei Jahren mit einem Berufsverbot belegt und finanziell am Ende. Die Altersrückstellungen sind aufgebraucht, Lebensversicherungen gekündigt, die Konten leer beziehungsweise überzogen.“

Mit einem enormen Kraftakt, heißt es weiter, hätten Familien jetzt noch ihre Geschäfte aufgebaut, Personal eingestellt, Waren bevorratet und Standmieten gezahlt. Eine plötzlich Absage der Weihnachtsmärkte ohne finanzielle Kompensation würde da den Ruin für sie bedeuten.

Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg: Absagen, Maskenpflicht, 2G

Wie ist die Lage in Baden-Württemberg? Zu dieser Frage gibt es noch keine einheitliche Meinung. Dem SWR zufolge sagte eine Sprecherin des Städtetags, derzeit gebe es keine Tendenz, die Märkte abzusagen. Anders äußert sich dagegen der Gemeindetag: Viele kleinere Kommunen seien gerade dabei, die Lage neu zu bewerten.

Absagen von Weihnachtsmärkten hat es zum Beispiel bereits in Freudenstadt gegeben. Auch in Sinsheim wird der Weihnachtsmarkt im Stadtkern dieses Jahr nicht stattfinden. Mit Erreichen der Alarmstufe, die nach Angaben von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bereits ab Mittwoch (17. November) gelten wird,* wird die 2G-Regel auf den Weihnachtsmärkten zur Pflicht. Städte wie Mannheim und Heidelberg hatten die Umsetzung der Regelung, wonach Ungeimpfte keinen Zutritt zu den Märkten haben werden, bereits im Vorfeld verkündet. Andere Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg müssen nun folgen – oder komplett absagen. (luko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild

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