Corona-Regeln für Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte in BW: 2G oder 3G? Darauf müssen sich Besucher einstellen

Glühwein
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Zwei Frauen stoßen mit Glühwein gefüllten Bechern auf einem Weihnachtsmarkt an.
  • Melissa Sperber
    VonMelissa Sperber
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  • Christina Rosenberger
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Weihnachtsmärkte sind 2021 in Baden-Württemberg wieder möglich. Aber klar ist: Ohne Corona-Regeln geht es nicht. Darauf müssen sich Besucher einstellen.

Update vom 26. Oktober: Für viele Menschen in Baden-Württemberg ist es ein fixer Termin in der Vorweihnachtszeit: der Besuch auf einem der zahlreichen Weihnachtsmärkte im Land wie beispielsweise dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt*. Doch wegen der Corona-Pandemie war lange Zeit nicht klar, ob Feuerzangenbowle und gebrannte Mandeln dieses Jahr wieder „in alter Tradition“ genossen werden können.

Wie echo24.de* berichtet, hat das Land Baden-Württemberg jetzt die Corona-Regeln für Weihnachtsmärkte veröffentlicht. Doch auf was müssen sich Weihnachts-Fans dieses Jahr bei einem Besuch auf einem Weihnachtsmarkt einstellen?

Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg: Land veröffentlicht Regeln für Besucher

Das Land Baden-Württemberg macht in der aktuellen Corona-Verordnung* vom 28. Oktober klar: Ohne Corona-Regeln geht 2021 nichts! Allgemein gelten folgende Vorgaben für Weihnachtsmärkte:

  • Im Rahmen von Weihnachtsmärkten sind der Verkauf von Speisen und Getränken zum sofortigen Verzehr und weitere Angebote, die zum Verweilen einladen, erlaubt. In der Basis- und Warnstufe gilt 3G (genesen, geimpft oder getestet). Ein negativer Antigen-Schnelltest ist hierbei für nicht geimpfte oder genesene Personen ausreichend. In der Alarmstufe gilt 2G (genesen oder geimpft) mit den entsprechenden Ausnahmen.
  • Für den Besuch von Verkaufsständen, die ausschließlich Waren und Lebensmittel anbieten, die nicht zum sofortigen Verzehr gedacht sind, ist ein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis nicht erforderlich.
  • Der Veranstalter hat die Gesamtverantwortung für die Organisation zu übernehmen. Im Falle von 3G oder 2G muss er ein Hygienekonzept erstellen und die Kontaktdaten der Besucher erfassen.

Heißt also im Klartext: In der Basis- und Warnstufe haben es Veranstalter in der Hand, ob ein 3G-Nachweis nötig ist. Gibt es keine Stände zum Verweilen und keine Speisen, die sofort verzehrt werden, ist sind keine Impf-, Genesenen- oder Testnachweise erforderlich.

Da aber genau das den Charme eines Weihnachtsmarkts ausmacht, scheint eine solche Umsetzung eher unwahrscheinlich. Wichtig ist deshalb dieses Jahr sich vor dem Besuch eines Weihnachtsmarkts nach den jeweiligen Regeln der Veranstalter zu informieren.

Weihnachtsmarkt in Baden-Württemberg nur mit diesen Regeln für Besucher

Erstmeldung vom 29. September: Schnell noch ein Weihnachtsgeschenk besorgen, mit Freunden eine Feuerzangenbowle schlürfen oder auf dem historischen Karussell ein paar Runden drehen – wegen des Coronavirus mussten die Menschen in Baden-Württemberg 2020 auf das alles verzichten. Von der sonst so vorweihnachtlichen Stimmung im November und Dezember war vielerorts nicht viel zu sehen und spüren. Denn Deutschland befand sich im Lockdown – die Corona-Zahlen schossen im Spätjahr in die Höhe.

Doch mittlerweile ist die Impfkampagne in vollem Gange – der Großteil der Deutschen hat ein Impfangebot erhalten und die 7-Tage-Inzidenz wurde durch die Hospitalisierungsinzidenz ersetzt. Wie echo24.de* berichtet, ist kulturelles Leben mit der sogenannten 3G-Regel teilweise wieder möglich, Restaurants, Kinos und Museen sind geöffnet. Doch die Corona-Verordnung für Baden-Württemberg* hat vorgesorgt. Sollten die Zahlen wieder in die Höhe schießen, so greift die 2G-Regel. Diese erlaubt es dann nur noch genesenen und geimpften Menschen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Weihnachtsmärkte 2021 in Baden-Württemberg: Unter diesen Voraussetzungen möglich

Solange nicht noch mehr Menschen mit Corona-Infektionen auf den Baden-Württembergischen Intensivstationen landen, können sich erstmal alle auf die Vorweihnachtszeit freuen. Denn das Sozialministerium hat jetzt bekannt gegeben: Weihnachtsmärkte werden – im Rahmen der bestehenden Regelungen und unter Einhaltung der Hygienevorgaben – in diesem Winter möglich sein. Das Ministerium hat sich am Mittwoch (29. September) mit den kommunalen Landesverbänden und Vertretern aus der Schaustellerbranche auf ein Konzept geeinigt. Dieses besagt:

  • Weihnachtsmarkt-Stände, die Speisen oder Getränke „zum sofortigen Verzehr“ anbieten, dürfen nach den Regeln der Corona-Verordnung betrieben werden. Das bedeutet: In der Basis- und Warnstufe gilt jeweils die 3G-Pflicht, sobald die Alarmstufe ausgerufen wird, beschränkt sich das Angebot auf die 2G-Regel.
  • Gleiches gilt für Angebote, die zum Verweilen einladen, wie musikalische Darbietungen, Aufbau von Sitzgelegenheiten oder Fahrgeschäfte.
  • Für solche Bereiche der Weihnachtsmärkte müssen Zugangskontrollen eingerichtet und vom Veranstalter durchgeführt werden. Bedeutet: Besucher müssen ihren Nachweis über ein negatives Testergebnis, ihren Impf- oder Genesenenstatus kontrollieren lassen – doch nur ein Mal pro Markt. Sie können dann beispielsweise durch ein Bändchen am Handgelenk auch Zutritt zu anderen „Verweil-Zonen“ erhalten.
  • Die Schausteller müssen Hygienekonzepte vorlegen und auch durchsetzen.
  • Wer nur bummeln und an den Verkaufsständen einkaufen möchte, ohne an einer Bude zu verweilen, der benötigt keinen 3G-Nachweis. Das gilt auch für den Verkauf von Lebensmitteln, die nicht zum sofortigen Verzehr vorgesehen sind - also abgepackte gebrannte Mandeln, Lebkuchen oder Sonstiges in einer geschlossenen Verpackung.
  • Da der Abstand auf Weihnachtsmärkten nicht zuverlässig eingehalten werden kann, gilt generell die Maskenpflicht auf allen Märkten in Baden-Württemberg.

Der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Dr. Uwe Lahl, zeigte sich erfreut über die jetzt beschlossenen Regelungen. Er sagte in Stuttgart: „Die steigende Impfquote ermöglicht es uns, ein Stück zur Normalität zurückzukehren und die für viele Menschen bedeutsame Tradition der Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden zu lassen.“ Allerdings müsse man angesichts der aktuellen vierten Welle der Corona-Pandemie weiterhin vorsichtig bleiben – deshalb seien so klare Regeln, wie sie jetzt vereinbart wurden, besonders wichtig.

Weihnachtsmarkt 2021 in Baden-Württemberg: Diese Märkte finden sicher statt

Auch die Städte und Gemeinden zeigten sich nach den Verhandlungen erleichtert. Städtetags-Chefin Gudrun Heute-Bluhm sagte nach dem Gespräch: „Der Städtetag begrüßt die frühzeitige Planungssicherheit. Die Verständigung mit dem Sozialministerium einerseits und den Schaustellern andererseits gibt Orientierung für die Ausrichter vor Ort. Es ist ein wichtiges Signal für die Innenstädte und eine erfreuliche Aussicht für alle, dass in der Vorweihnachtszeit ein Stück angepasste Normalität möglich ist.“ *mannheim24.de berichtet darüber, wie weit die Städte Mannheim und Heidelberg bereits mit der Planung für ihre Weihnachtsmärkte* sind.

Schon seit einiger Zeit beschäftigt das Thema Weihnachtsmarkt viele Städte in Baden-Württemberg. Während die Stadt Esslingen schon länger fest mit ihrem Mittelaltermarkt plant, war für den Stuttgarter Weihnachtsmarkt bisher noch unklar, wie die Saison aussehen könnte*, und ob der Markt überhaupt stattfinden kann. Auch in Ludwigsburg war die Zukunft des Barock-Weihnachtsmarktes bisher unklar. Mit der jetzigen Entscheidung aus dem Sozialministerium allerdings könnte sich das Blatt noch mal wenden und ein vielfältiges Angebot an Weihnachtsmärkten nach Baden-Württemberg bringen. Immerhin sind auch große deutsche Weihnachtsmärkte wie der in München oder der in Dresden bereits fest geplant. *echo24.de und *mannheim24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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