Outdoor-Veranstaltungen im Trend

Weihnachtsfeier trotz Corona: Werden Ungeimpfte durch 2G ausgeschlossen?

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Im vergangenen Winter wurden wegen der Corona-Pandemie viele Weihnachtsfeiern abgesagt. Nun besteht ein starker Nachholbedarf.

Bei der Planung der diesjährigen Weihnachtsfeiern sind viele Unternehmen in Baden-Württemberg wegen der unsicheren Corona-Lage derzeit noch zurückhaltend. Die Firmen, die hingegen schon klare Vorstellungen hätten, organisierten vielfach Events unter freiem Himmel, sagt Marketingleiter Jan Möller vom bundesweit tätigen Veranstalter Teamgeist.

„Klarer Trend: Es wird in diesem Jahr deutlich mehr Outdoor-Veranstaltungen geben als etwa 2019.“ Aktionen wie Nachtbogenschießen, Eisstockschießen oder digitale Schnitzeljagden durch Innenstädte seien sehr gefragt.

Weihnachtsfeier trotz Corona: Veranstaltungen unter freiem Himmel im Trend

Auch Gastronomen passten sich der Corona-Lage an und seien im Hinblick auf Außenveranstaltungen kreativ geworden, sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). „So können Outdoor-Weihnachtsmärkte mit Glühweinstand, Grill und Eisstockschießen eine Alternative zum klassischen Gänseessen sein.“

Da Weihnachtsfeiern aufgrund der 2G- und 3G-Regelungen aber auch in Innenräumen wieder möglich seien, hofften die Gastronomen auf die diesjährige Saison, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Bei der 2G-Regelung dürfen nur Geimpfte und Genesene teilnehmen, bei 3G auch Getestete. Aber wie sieht eigentlich die gesetzliche 2G- oder 3G-Regelung zwecks betrieblichen Weihnachtsfeiern aus? Dürfen Arbeitgeber den Impfstatus der Mitarbeiter für die Weihnachtsfeier abfragen?

Betriebliche Weihnachtsfeier: Hygienekonzept - 3G oder doch 2G?

Weil die Corona-Zahlen erneut in die Höhe schießen, wie echo24.de im aktuellen Corona-Ticker für Baden-Württemberg berichtet, brauchen betriebliche Weihnachtsfeiern 2021 ein Hygienekonzept. 2G – also der Zutritt nur für Menschen, die gegen Corona geimpft oder davon genesen sind – ist für Unternehmen aus arbeitsrechtlicher Sicht aber keine gute Option, wie die Arbeitsrechtskanzlei Wittig Ünalp weiß.

„Unternehmen dürfen den Impfstatus ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur im Rahmen bereichsspezifischer Sonderregelungen oder einzelner landesrechtlicher Vorgaben erfragen. Das gilt zum Beispiel auch, wenn Hygienekonzepte für das Unternehmen erstellt werden sollen“, sagt Dr. Jonas Krainbring, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Wittig Ünalp.

„Bei einer Weihnachtsfeier hätte das Interesse an diesen Daten ein noch geringeres Gewicht als im betrieblichen Alltag. Deshalb sollten Unternehmen aus Datenschutzgründen vor einer Weihnachtsfeier den Impf- und Genesungsstatus der Beschäftigten nicht abfragen.“ Ist eine Gaststätte in so einem Fall eine gute Alternative?

Weihnachtsfeier trotz Corona: 2G-Location könnte gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen

Auch der „Umweg“ über eine Location, in der während der Weihnachtsfeier die 2G-Regelung gilt, befreit das Unternehmen nicht von rechtlichen Problemen. „Beschäftigte, denen in diesem Fall der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt ist, könnten wegen eines Verstoßes gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz gegen das Unternehmen vorgehen“, erklärt Jonas Krainbring.

Die betroffenen Mitarbeiter könnten dann versuchen, sich Freizeit während der Weihnachtsfeier und die Auszahlung des Essenswertes zu erstreiten. „Im Hinblick auf die offenen Wertungsfragen ist zwar unklar, ob dies Erfolgsaussichten hätte. Aber allein wegen des Aufwands und der Kosten der möglichen Rechtsstreitigkeiten würden wir Unternehmen nach aktueller Rechtslage von der Wahl einer 2G-Location dringend abraten.“

Wenn also eine betriebliche Weihnachtsfeier stattfinden soll, ist aus arbeitsrechtlicher Perspektive die 3G-Option der 2G-Option vorzuziehen – natürlich immer unter dem Vorbehalt der geltenden Verordnungen.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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