Laser-Messsäule lässt Raser davonkommen

Super-Blitzer auf B27: Jeder dritte Raser wird verfehlt

Blitzer an einer Autobahn SymbolFoto: dpa
+
Super-Blitzer bei Walddorfhäslach erwischt nur jeden dritten Raser. (Symbolbild)
  • vonChristina Rosenberger
    schließen

Der Super-Blitzer an der B27 bei Walddorfhäslach im Kreis Reutlingen lässt viele Raser ohne Strafe davonkommen. Das liegt an mehreren Dingen.

An Deutschlands Super-Blitzer an der B27 ist sogar schon VfB-Star und Zwillingspapa Mario Gomez geknipst worden. Doch immer häufiger löst die Fotofalle nicht aus oder erwischt die Raser einfach nicht. Laut bild.de lösten die beiden Laser-Messsäulen im vergangenen Jahr rund 50.000 Mal aus, aber davon wurden nur knapp über 31.000 auch geahndet. Das sind lediglich 62 Prozent! Vergleichbare Blitzer können bis zu 90 Prozent der Blitzer-Fotos verwerten.

Super-Blitzer: Raser kommen wegen Schwachstellen davon

Aber die schlechte Quote hat gleich mehrere Gründe! Zunächst hat die B27 laut Matthias Bauer vom Reutlinger Landratsamt ein höheres Verkehrsaufkommen – das heißt, wenn sich mehrere Fahrzeuge im Messbereich befinden, kann ein Verstoß oft nur schwer zugeordnet werden. Außerdem habe der Super-Blitzer einige Probleme, wenn es um Wetterbedingungen geht.

Hitze, Schnee und Regen tun dem Blitzer nicht gut und dürften Raser freuen: Denn sie alle tragen dazu bei, dass die Blitzerfotos unbrauchbar werden. Bei höheren Temperaturen zum Beispiel hat sich in der Vergangenheit häufiger Kondenswasser gebildet – so wurden die Bilder unscharf. Dieser Defekt ist aber laut Landratsamt mittlerweile behoben.

Super-Blitzer: Trotz Pannen lukratives Geschäft

Trotz allem lohnt sich der Blitzer, finanziell gesehen! Im Mai 2018 ging der Super-Blitzer bei Walddorfhäslach ans Netz und hat seitdem sechs Millionen Euro Bußgelder eingespielt – damit hat er seine Anschaffungs- und Unterhaltskosten locker wieder eingespielt. Die belaufen sich nämlich auf gerade mal 330.000 Euro.

Das meiste Geld spielte der Super-Blitzer im Kreis Reutlingen aber schon ganz am Anfang ein – da gab es nämlich eine Baustelle auf der Strecke: Teilweise durfte nur 60 Kilometer pro Stunde schnell gefahren werden. Das übersahen anscheinend insgesamt 260.000 Autofahrer. Und so wurden allein in den ersten acht Monaten vier Millionen Euro Bußgeld in die Kassen gespült!

Das könnte Sie auch interessieren