Gesundheit bei Verzehr in Gefahr

Vitamin D-Gefahr in Lebensmitteln! Hersteller missachten ein Verbot

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
    schließen

Viele Produkte im deutschen Einzelhandel überschreiten die empfohlenen Vitamin D-Werte - und das trotz Verbots. Doch zu viel Vitamin D kann sogar tödlich sein...

Lebensmittel sind ein heikles Thema - immer wieder gibt es Rückrufe, weil etwa Glassplitter in Nudeln oder Salmonellen in Eiern gefunden werden. Doch auch Lebensmittel, für die es keinen expliziten Rückruf gibt, können für den Menschen gefährlich werden - etwa dann, wenn Verbote missachtet werden. Beispielsweise gibt es strikte Regelungen für Vitamin D-Zusätze in deutschen Lebensmitteln. Diese werden oft umgangen.

Wie die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg jetzt mitteilt, wurden in einer Marktstichprobe viele Lebensmittel untersucht, die mit Vitamin D angereichert waren. Denn der Zusatz von Vitamin D ist in Deutschland für die meisten Lebensmittel verboten - und bedarf einer speziellen Genehmigung. Wenn beispielsweise Brot, Milch, Zerealien oder Pilze durch UV-Bestrahlung mit Vitamin D angereichert werden, müssen die Hersteller strikte Vorgaben erfüllen.

Vitamin D in Lebensmitteln - wie gefährlich eine Überdosierung sein kann

Eigentlich ist der Zusatz von Vitamin D nur für wenige Lebensmittel in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Das sind laut Verbraucherzentrale Margarine und Streichfette bis zu einer bestimmten Menge. Andere Produkte benötigen eine bestimmte Erlaubnis - und bei entnommenen Proben durch die Verbraucherzentrale hatten von 112 untersuchten Produkten 68 keine. Das sind satte 61 Prozent. Doch wo ist eigentlich das Problem, bei mit Vitamin D angereicherten Produkten?

Ganz einfach: Eine zu hohe Aufnahme von Vitamin D kann gesundheitsschädlich sein. Wer zu viel Vitamin D zu sich nimmt, der kann einen erhöhten Kalziumspiegel entwickeln, eine sogenannte „Hypercalcämie“. Diese führt akut zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen sogar zu Nierenschädigungen, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall dann zum Tod. Das berichtet das Robert Koch-Institut. Laut Vanessa Holste von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg müssen Produkte, die trotz Verbots verkauft werden, deshalb dringend aus dem Handel genommen werden.

Vitamin D in Lebensmitteln - Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gibt Tipps zur Dosierung

Um eine Überdosierung an Vitamin D langfristig zu vermeiden, macht es also laut Verbraucherzentrale definitiv Sinn, darauf zu achten, ob Lebensmittel mit Vitamin D angereichert sind. Vor allem Produkte, die in größeren Mengen verzehrt werden, sollten möglichst nicht mit Vitamin D angereichert sein. Doch wie schafft man es dann, einen Vitamin D-Mangel zu vermeiden? Die Verbraucherzentrale gibt hierzu einige praktische Tipps für den Alltag:

  • Gegen Vitamin D-Mangel hilft es, jeden Tag für einige Zeit spazieren zu gehen - am besten ist hierfür die Mittagszeit geeignet. So wird im Frühjahr und Sommer die Vitamin D-Produktion des Körpers angekurbelt, in den Wintermonaten greift der Körper auf die Vitamin D-Speicher im Fett- und Muskelgewebe sowie in der Leber zurück.
  • Regelmäßiges Essen von fetthaltigem Seefisch wie Lachs, Makrele oder Sardinen füllt ebenfalls den Vitamin D-Haushalt auf. Auch Eier und Pilze liefern wertvolles Vitamin D. Sie sollten allerdings nicht unbedingt extra durch UV-Strahlung angereichert sein.

Übrigens: Ernährungsexperten forschen seit einiger Zeit auch an einem Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem Coronavirus. Denn Vitamin D hat neben den zentralen Funktionen für die Knochengesundheit auch regulatorische Effekte auf das Immunsystem, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. berichtet. Zwar zeichnet sich demnach tatsächlich ein potenzieller Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin D-Serumspiegel und einem erhöhten Risiko für eine Covid19-Infektion - beziehungsweise für einen schweren Corona-Verlauf - ab. Doch die Studienergebnisse reichen noch nicht aus, um eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nachzuweisen.

Dennoch rät auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung dazu, die Vitamin D-Versorgung durch Sonnenbestrahlung und über die Ernährung mit fetthaltigem Seefisch zu erreichen. Vitamin D-Präparate sollten nur im Notfall und nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Rubriklistenbild: © DPA Deutsche Presseagentur

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema