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Nach Umfrage: Mehrheit der Menschen über 60 zu vierter Impfung bereit

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Die Mehrheit der Menschen über 60 Jahren, die bereits dreimal geimpft sind, können sich auch eine vierte Impfung vorstellen. Das ergab eine aktuelle Studie zu den Corona-Impfungen.

Seit 2020 schränkt die Corona-Pandemie die Bürger in Deutschland im täglichen Leben ein. Von Social-Distancing über Lockdowns bis hin zur Maskenpflicht gab und gibt es verschiedene Maßnahmen, die bereits getroffen wurden, um die Bevölkerung vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen.

Jetzt, pünktlich zum Herbstbeginn, steigen auch die Zahlen der Neuinfektionen wieder rasant an. Was bedeutet das für die Bürger und Bürgerinnen von Baden-Württemberg und Heilbronn? Die neusten Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie im Überblick.

Nach Umfrage: Mehrheit der Menschen über 60 zu vierter Impfung bereit

Update, 26. Oktober: Eine Mehrheit der Menschen über 60 Jahren, die bereits dreimal geimpft sind, können sich einer Umfrage zufolge auch eine vierte Corona-Impfung vorstellen. Die Hälfte der Befragten gab an, auf jeden Fall zu einer zweiten Booster-Impfung bereit zu sein, wie aus einer Umfrage des Civey-Instituts im Auftrag des Verbands der Privaten Krankenversicherung hervorgeht. 16 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben auf die Frage nach ihrer Impfbereitschaft „eher ja“ an. Für ein Fünftel der Befragten kommt die vierte Impfung dagegen auf keinen Fall oder „eher nicht“ in Betracht. Mehr als 7 Prozent waren noch unentschlossen.

„Ich glaube, dass viele von denen, die sich jetzt noch keinen zweiten Booster geholt haben, sich mittlerweile infiziert haben. Bei anderen hat vielleicht auch die Impfmüdigkeit eingesetzt“, sagte der Immunologe Carsten Watzl der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Es gebe sicherlich eine Dunkelziffer an Menschen, die sich gar nicht erneut impfen lassen müssen, weil sie bereits infiziert waren.

Ist eine Pflicht für PCR-Tests im Winter denkbar?

Update, 13. Oktober: Über viele Monate waren PCR-Tests Pflicht, wenn man etwas unternehmen wollte. Inzwischen nutzen die meisten Menschen einen solchen Test eher selten. Vor einem Besuch bei den Großeltern oder aufgrund eines Kratzens im Hals setzen einige wenige aber weiterhin auf Corona-Schnelltests. Geht es aber nach Ansicht der Tübinger Ärztin Lisa Federle, dann sollten zum Nachweis von Corona-Infektionen wieder verstärkt PCR-Tests zum Einsatz kommen.

Federle war früh in der Pandemie durch das sogenannte Tübinger Modell mit massenhaften Corona-Schnelltests bekannt geworden. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärt sie nun, dass die Corona-Schnelltests bei ihren Patienten derzeit meist nicht zuverlässig seien.

PCR-Test oder Corona-Schnelltest? Diskussion um zuverlässige Infektions-Nachweise

Nicht selten würden demnach Patienten auch mehrere Tests machen, die negativ ausfielen. Dennoch hätten sie „offensichtliche Symptome“. Machten die Betroffenen danach einen PCR-Test, falle das Ergebnis derzeit häufiger als früher positiv aus, sagte Federle: „Ich würde mir deshalb wünschen, dass wieder verstärkt PCR-Tests gemacht werden und die Zuverlässigkeit dieser Tests stärker hervorgehoben wird.“

Einrichtung:Deutsche Gesellschaft für Immunologie
Gründung:7. Juli 1967
Sitz:Marburg
Zweck:Wissenschaftliche Fachgesellschaft für Immunologie

Das Problem sieht man bei der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) dabei weniger bei den Tests selbst, als viel mehr bei der Handhabung. Dazu erklärte die DGfI-Präsidentin, dass man grundsätzlich erst im Rachen und dann in beiden Nasenlöchern abstreichen sollte: „Auch wenn manche Corona-Schnelltests etwa nicht für den Abstrich im Rachen zugelassen sind, spricht aus immunologischer Sicht nichts dagegen, sie so zu nutzen.“

Falk betonte, es sei wichtig, dass den Menschen bewusst sei, was ein Corona-Schnelltest leisten könne und was nicht. Ein Schnelltest zeige nicht so gut an wie ein PCR-Test, ob jemand gerade infiziert sei. Aber er zeige recht zuverlässig, wenn jemand infektiös sei, erklärte Falk. „Also, ob jemand über eine hohe Viruslast verfügt und damit andere anstecken könnte.“

Bedenken äußerte die Tübinger Ärztin Lisa Federle noch dahingehend, dass die Schnelltests einen in falscher Sicherheit wiegen könnten, da viele Menschen derzeit einen Schnelltest machten und dann etwa ihre Großmutter besuchten.

Gesundheitsminister sorgt sich wegen geringer Impfquote

Update, 9. Oktober: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) appelliert, mit Blick auf eine vergleichsweise geringe Quote an ältere Menschen, die Corona-Impfung ein zweites Mal auffrischen zu lassen. „Ich hoffe sehr, dass die jetzt verfügbaren angepassten Impfstoffe helfen, die Zurückhaltung bei den Auffrischimpfungen zu überwinden“, so der Grünen-Politiker.

Lediglich 20 Prozent der Menschen über 60 hätten sich bisher für eine zweite Auffrischimpfung entschieden. Dies sei laut Lucha noch zu wenig. „Denn gerade für diese Altersgruppe ist die Impfung ganz wichtig“. Die zweite Auffrischimpfung gegen das Coronavirus wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) insbesondere für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Die Kommission empfiehlt, dabei einen der an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe zu nutzen.

Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich wieder zu - immer mehr Corona-Fälle, auch beim Personal

8. Oktober: Die Krankenhäuser in der Region Heilbronn verzeichnen aktuell wieder wesentlich mehr Corona-Patienten. Die Verläufe der Krankheit sollen ebenfalls wieder schwerer sein, so berichtet der SWR. Zu der steigenden Patientenzahl kommt hinzu, dass die Mitarbeiter des Krankenhauses selbst an Corona-Erkrankungen leiden und als Personal wegfallen. Allein im Heilbronner SLK-Klinikum sollen derzeit 100 Krankenhausmitarbeiter an Corona erkrankt sein - dies belastet den Krankenhausbetrieb zusätzlich.

Doch nicht nur im SLK-Verbund, das Häuser in Heilbronn, Bad Friedrichshall und Löwenstein (beide Kreis Heilbronn) hat, steigt seit rund zwei Wochen die Anzahl der Covid-Patienten. Auch im Krankenhaus Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) seien die Patientenzahlen wieder deutlich gestiegen und es gebe wieder deutlich mehr schwere Krankheitsverläufe.

Im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen (Hohenlohekreis) hingegen sollen, auf Anfrage des SWR, derzeit nur etwa zehn Corona-Patienten untergebracht sein (Stand 7. Oktober) - jedoch 2 der Patienten auf der Intensivstation. Im Caritas Krankenhaus in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) sollen derzeit über 20 Corona-Patienten behandelt werden und auch hier liegen derzeit 2 Patienten auf der Intensivstation.

Land- und Stadtkreis Heilbronn mit rapiden Anstieg bei Sieben-Tage-Inzidenz

8. Oktober: Derzeit steigen wieder überall die Zahlen der Sieben-Tage-Inzidenzen. Auch in Baden-Württemberg kann ein rapider Anstieg beobachtet werden. Die Region Heilbronn-Franken trifft es derzeit besonders stark. Im Stadt- und Landkreis Heilbronn findet man dabei den kräftigsten Anstieg.

Laut dem Landesgesundheitsamt sind in der Region Heilbronn-Franken die Zahlen am Freitag überall deutlich gestiegen. Im Main-Tauber-Kreis steigt der Wert um 15 Punkte vom Vortag auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 761 an. Der Kreis Schwäbisch Hall vermerkt einen Anstieg auf 571 (+31 vom Vortag), im Hohenlohekreis steigt der Wert auf 605 (+55).

Bereits den zweiten Tag in Folge steigen die Werte im Landkreis Heilbronn kräftig an. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit nun bei 656 (+102 vom Vortag). Für den Stadtkreis konnte ebenfalls ein rapider Anstieg vermerkt werden. Hier stieg der Wert von 421 auf 515 an (+94).

Die Inzidenzzahlen können jedoch nicht mehr als repräsentativ angesehen werden: Viele Infizierte können erst gar nicht erfasst werden, da häufig kein PCR-Test gemacht wird.

Baden-Württemberg knackt die 600er-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz

7. Oktober: Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg steigen rapide. Am Freitag wird sogar die 600er-Marke geknackt: Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Landesgesundheitsamt mittlerweile bei 600,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In der Vorwoche lag die Inzidenz noch bei 460,8.

Insgesamt werden derzeit 149 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen behandelt, in der Vorwoche waren es noch 53 Patienten weniger. Auf den Normalstationen kommen ebenfalls immer mehr Covid-Fälle dazu – insgesamt sind es inzwischen 1514 positive Patienten, in der Vorwoche waren es noch 952. Die Hospitalisierungsinzidenz ist demnach auch gestiegen: von 5,0 in der vergangenen Woche auf 7,4.

Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg steigt

6. Oktober: Zuletzt hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche beinahe verdoppelt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt derzeit im Südwesten bei 536,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Nun ist auch ein deutlicher Anstieg der Zahl an Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg zu verzeichnen.

Auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg werden laut Lagebericht des Landesgesundheitsamtes am Donnerstag aktuell 140 Covid-19-Patienten betreut – das sind 47 Patienten mehr als noch in der Vorwoche. Auf den Normalstationen wurden zuletzt 1374 Menschen mit Covid-19 behandelt – 519 mehr als noch vor sieben Tagen.

Schärfere Maskenpflicht? Forderung nach klaren Regeln für Baden-Württemberg und Co.

4. Oktober: Mit dem Inkrafttreten der neuen Corona-Regeln kommen aus der Bundesregierung weiterhin unterschiedliche Signale zum eingeschlagenen Kurs. Mit Blick auf die steigenden Zahlen fordert Gesundheitsminister Karl Lauterbach allerdings von den Bundesländern eine schnelle Einführung neuer Regeln für den Mund-Nasen-Schutz in Innenräumen.

Eine Maskenpflicht beim Einkaufen? Die Lebensmittel-Riesen Kaufland und Lidl fahren bei dieser Frage eine klare Linie, wie sie gegenüber echo24.de erklärt haben. Ganz leicht macht es den Unternehmen die Regierung aber nicht. So ist das Thema Isolationspflicht nicht eindeutig geklärt und Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek bezeichnete die Bundesregierung als „sprunghaft“ und eine Mischung aus „Blasmusik und Heavy Metal“. Es fehle an klaren „Leitplanken“.

Baden-Württemberg bekommt Rückendeckung vom Bundesjustizminister bei Isolations-Frage

2. Oktober: Erst vor wenigen Tagen äußerte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zur drohenden Corona-Herbst-Welle und nannte vier wichtige Maßnahmen. Nicht ganz oben stand dabei das Thema Isolationspflicht für Infizierte. Gegenüber der Bild am Sonntag erklärte jetzt Bundesjustizminister Marco Buschmann, dass die Länder in der Corona-Pandemie gegebenenfalls über die Isolationsempfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) hinwegsetzen sollen.

Buschmann: „Das können die Länder in eigenem Ermessen entscheiden. Vom RKI gibt es lediglich eine Empfehlung.“ Demnach solle ein Bundesland, wenn es der Überzeugung sei, dass es vertretbar ist, Isolationspflichten aufzuheben, kann es das tun. Und der Bundesjustizminister machte deutlich: „Daher kann ich diesen Landesregierungen nur zurufen: Geht doch voran, ihr habt alle Möglichkeiten.“

Zuletzt hatten die Verantwortlichen in Baden-Württemberg um Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein laut der Deutschen Presse-Agentur Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Bundesbehörde RKI seine Empfehlung ändert. Die Menschen sollen in alleiniger Eigenverantwortung bei einer Corona-Erkrankung zu Hause bleiben.

Isolationspflicht: Das empfiehlt das Robert Koch-Institut

Nach aktuellem Stand empfiehlt das Robert Koch-Institut den Ländern, für Infizierte fünf Tage Isolation anzuordnen. Angeraten wird eine dringende Empfehlung, die Selbstisolation danach erst dann zu beenden, wenn ein (Selbst-)Test negativ ausfällt. Beschäftigte des Gesundheits- und Pflegewesens sollen zudem 48 Stunden vor der Testabnahme symptomfrei gewesen sein.

Und auch das Thema Maskenpflicht wird Bund und Länder in den kommenden Wochen wohl weiter beschäftigen. Bei der Frage, ob es auch beim Einkaufen wieder eine entsprechende Regelung geben sollte, hat sich der Handelsverband auf echo24.de-Nachfrage zurückhaltend geäußert. Bei Lebensmittelhändlern wie Kaufland und Lidl wird bei dieser Frage eine klare Linie gefahren, wie die das Hauptunternehmen Schwarz-Gruppe mitgeteilt hat.

Strenge Regeln für Entschädigung bei Corona-Verdienstausfall in Baden-Württemberg

30. September, 16.20 Uhr: Wie das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg mitteilt, wird es ab Oktober einer Verschärfung der Regelung für Entschädigung bei Corona-Verdienstausfällen geben. Gesundheitsminister Manne Lucha erklärt dazu am Freitag in Stuttgart: „Die Impfung ist nach wie vor der beste Schutz gegen die Pandemie. Und Impfangebote stehen in Baden-Württemberg wirklich ausreichend zur Verfügung.“

Heißt: Nur wer die drei Corona-Impfungen oder zwei Impfungen plus eine Infektion nachweisen kann, wird ab Oktober eine Verdienstausfallentschädigung erhalten. Grund für diesen Schritt ist die Tatsache, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) eine dritte Impfung – die Auffrischungsimpfung – für alle Bürger empfohlen hat. Dazu schreibt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration: „Wer zum jetzigen Zeitpunkt immer noch keine Auffrischungsimpfung vorweisen kann, muss damit rechnen, dass er später keine Entschädigung für den absonderungsbedingten Verdienstausfall vom Staat erhält.“

manne lucha
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha unterstützt die schärferen Regeln für eine Entschädigung. © Bernd Weißbrod/dpa

Minister Lucha machte dazu eine klare Ansage: „Wer auf Kosten der Allgemeinheit eine Entschädigung aus Steuergeldern möchte, der sollte ebenfalls seinen – kleinen – Teil zur Solidarität beitragen und sich impfen lassen.“ Ausnahmen bestehen weiterhin für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Im Südwesten wurden bislang rund 343 000 Anträge auf Entschädigung eines Verdienstausfalls wegen Quarantäne gestellt sowie rund 258 Millionen Euro ausgezahlt.

Corona-Zahlen explodieren – Lauterbach: „Wir befinden uns ganz klar am Beginn einer Herbstwelle“

30. September, 12 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt momentan so schnell, wie lange nicht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt in der Pressekonferenz am Freitagvormittag vor der beginnenden Herbstwelle und stellt vier vorbeugende Maßnahmen vor.

Coronavirus - Bundesgesundheitsminister
Am Freitagvormittag stellt Gesundheitsminister Karl Lauterbach unter anderem vier Maßnahmen vor, um auf die Corona-Herbst- und Winterwelle vorbereitet zu sein. © Wolfgang Kumm/dpa

„Corona steht im Moment nicht so stark im Vordergrund, andere Krisen sind wichtiger. Es liegt an uns, dass das auch so bleibt und eine zusätzliche Stresssituation zu vermeiden“, sagte Lauterbach auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler in Berlin.

Er stellt fest: „Wir befinden uns ganz klar am Beginn einer Herbst- und Winterwelle.“ Die Fallzahlen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern stiegen an. Auch der deutsche R-Wert liege mit 1,4 relativ hoch. „Diese Welle muss bekämpft werden“, sagte Lauterbach, der in nicht allzu ferner Zukunft vierstellige Fallzahlen bei den Infektionen erwartet. Er nannte vier Maßnahmen:

Sein Fazit: „Diese Welle wird sich von allein so schnell nicht begrenzen. Aber wir sind gut vorbereitet und werden das im Griff haben.“ Corona werde ein, aber nicht das dominierende Thema der nächsten Monate werden.

Wieler ergänzte Lauterbachs Ausführungen: „Die Pandemie ist nicht vorbei, auch wenn wir uns in einer relativ günstigen Situation befinden. Wir müssen Covid-19 weiter ernst nehmen.“ So liegt die Sieben-Tages-Inzidenz seit Mittwoch bundesweit über 400, am Freitag bei 466. Das ist der höchste Wert seit Anfang August.

Corona-Zahlen in Baden-Württemberg haben sich innerhalb einer Woche beinahe verdoppelt

30. September: Die Corona-Zahlen in Baden-Württemberg und Deutschland schießen in die Höhe. Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg liegt aktuell (Stand: Donnerstag, 30. September) bei 412,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Laut dem Lagebericht des Landesgesundheitsamtes hat sich die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche somit beinahe verdoppelt – letzten Donnerstag lag diese noch bei „nur“ 224,4.

Corona-Zahlen in Baden-WürttembergStand: Donnerstag, 29. September
7-Tage-Inzidenz:412,1 (Vorwoche: 224,4)
Bestätigte Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie4.509.907 (+ 5.813 im Vergleich zum Vortag)
7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz4,5 (Vorwoche: 2,5)
Covid-19-Fälle aktuell auf ITS93 (Vorwoche: 78)

Auch die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz ist im Vergleich zur Vorwoche (2,5) explodiert und liegt nun bei 4,5. Die Entwicklung ist in ganz Deutschland zu beobachten, die Corona-Fälle sind bundesweit gegenüber der Vorwoche um rund 90 Prozent gestiegen.

Die aktuellen Zahlen zur Corona-Pandemie für Baden-Württemberg

29. September: Am Vortag (Mittwoch, 28. September) wurden in Baden-Württemberg 13.906 Neuinfektionen gemeldet, bundesweit waren es 78.863. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt damit in Baden-Württemberg auf 410,3 an und knackt die 400er-Marke. Am Vortag lag der Wert noch bei 339,3.

STIKO empfiehlt Omikron-Booster: Wer sollte sich impfen lassen?

29. September: Wer sollte sich impfen lassen – und wer nicht? Nachdem die EU zuletzt drei, an die Omikron-Varianten angepassten Booster-Impfstoffe zugelassen hat, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) nun eine Impfung damit – jedoch nicht für jeden.

Corona-Impfung
Die STIKO empfiehlt die zweite Corona-Booster-Impfung – jedoch nicht für jeden. © Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

Impfen lassen kann man sich unter anderen mit den neuen Vakzinen von Moderna und Biontech. Auch in Heilbronner Arztpraxen sind die angepassten Impfstoffe bereits eingetroffen. echo24.de berichtet, wo sich Impfwillige in der Region Heilbronn eine Booster-Impfung geben lassen können.

Das Gremium empfiehlt die zweite Covid-Booster-Impfung jedoch auch weiterhin nur bestimmten Gruppen. Grundsätzlich dürfen sich zwar alle Menschen ab zwölf Jahren impfen lassen, allerdings bräuchten immungesunde Personen unter 60 Jahren, die bereits drei Impfungen erhalten haben, die Viertimpfung in der Regel nicht.

Sowohl der BA.1-Impfstoff von Moderna als auch die BA4./BA.5-Varianten von Biontech würden, verglichen mit den bisherigen mRNA-Impfstoffen, eine verbesserte Antikörperantwort gegenüber verschiedenen Omikron-Varianten haben. Auch für Varianten aus früheren Phasen der Pandemie wäre die Immunantwort gleichbleibend gut. Somit könnten also auch weiterhin schwere Krankheitsverläufe vermieden werden.

Trotz der von der STIKO genannten Alters-Einschränkungen heißt es jedoch auch, dass insbesondere Menschen, die sich im Zuge der Omikron-Welle seit 2021 nicht mit dem Virus infiziert haben, von der Auffrischung mit einem weiterentwickelten Impfstoff profitieren könnten. Wer allerdings erst kürzlich mit einem herkömmlichen Vakzin geimpft wurde, brauche keine erneute Auffrischung.

Gesundheitsministerium: Kinder brauchen nach Corona-Isolation keinen Test mehr

28. September: Nach einer Corona-Infektion mit fünftägiger Quarantäne sollen Kinder und Jugendliche künftig ohne negativen Test zurück in die Schule oder Kita kommen dürfen. Somit sollen für sie die gleichen Regeln gelten wie für Erwachsene, wie Gesundheits- und Kultusministerium am Mittwoch mitteilten.

«Kindern und Jugendlichen, die bereits in den vergangenen Jahren der Pandemie verstärkt belastet waren, darf der Zutritt zu den Gemeinschaftseinrichtungen nicht zusätzlich erschwert werden», sagte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). Gesundheitsminister Manne Lucha sagte, der Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen sei ohne Frage wichtig – «aber es kann nicht sein, dass Kinder und Jugendliche stärker belastet werden als Erwachsene». Die Regel gelte ab sofort, teilte sein Ministerium mit.

Corona-Schnelltest in der Schule
Einen negativen Corona-Schnelltest werden Schüler ab sofort nicht mehr brauchen. Nach einer fünftägigen Quarantäne dürfen sie sofort wieder zurück in die Schule. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Zuletzt hatte Baden-Württemberg gemeinsam mit drei anderen Bundesländern auch darauf gedrängt, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte zu beenden. Lucha (Grüne) argumentierte: «Wir sollten nach und nach in den Modus kommen, eine Corona-Infektion wie eine andere Infektionskrankheit zu behandeln, bei der gilt: Wer krank ist, bleibt zu Hause.» Man müsse auf mehr Eigenverantwortung setzen und den Menschen nicht mehr fünf Tage eine Absonderungspflicht vorschreiben.

Newsblog zur Corona-Pandemie: Kommt jetzt die Wasen-Welle?

28. September: Zeitgleich zum Münchener Oktoberfest schießen die Zahlen derzeit in der bayrischen Landeshauptstadt und auch im Freistaat selbst in die Höhe. Auch in Stuttgart findet gerade das herbstliche Volksfest statt: Was heißt das nun für Baden-Württemberg?

Mit einem Wert von 503,2 hat München am Mittwochmorgen bereits die 500er-Marke der Sieben-Tage-Inzidenz geknackt. Damit steigt der Wert um satte 67 Prozent im Vergleich zur letzten Woche an. Zudem meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen ganze 95.811 Neuinfektionen für die gesamte Bundesrepublik.

„Wuchtige Herbstwelle“ – Experten warnen vor Wiesn-Watsche

Dass da wohl eine „Wiesn-Welle“ auf uns zurollt, sagten bereits im Vorfeld einige Experten vorher. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigten beispielsweise bereits bei anderen Volksfesten einen Anstieg der Neuinfektion etwa eine Woche nach Festbeginn. Es kann sicherlich nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden, dass die aktuellen Zahlen auch mit dem Münchener Oktoberfest in Verbindung stehen, allerdings gehen Experten schwer davon aus.

Das findet auch Olaf Gersemann, Ressortleiter der Zeitschrift WELT. Dieser rechnet mit einer „wuchtigen Herbstwelle“. „Verbliebene Zweifel daran, ob wir in eine Herbstwelle hineinsteuern, dürften mit dem heutigen Tag ausgeräumt sein“, schätzt er am Mittwochmorgen die aktuelle Lage via Twitter ein.

Derzeit, also vier Tage nach dem 175. Cannstatter Wasen-Auftakt, liegt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg zwar noch unter der 400er-Marke, der Mittwochswert steigt jedoch bereits im Vergleich zur Vorwoche von 229,8 auf 241,6 an.

Corona-Warnsystem: Wiesn-Abwasser wird auf Viruslast untersucht

Um auf die Corona-Entwicklung der Münchener Wiesn rechtzeitig reagieren zu können, wird zudem das Abwasser des Volksfestes untersucht. Das Virus konnte zwar schon in den stark verdünnten Abwässern nachgewiesen werden, der Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) sagt jedoch gegenüber dem Bayrischen Rundfunk „Die gefürchtete Welle ist nicht da.“

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