Aquaplaning, Orkan und Glättegefahr

Hochwasserlage in BW: So sieht es in Heidelberg und anderen Regionen aus

Alle Autoren
    schließen
  • Jason Blaschke
    Jason Blaschke
  • Anna-Maureen Bremer
    Anna-Maureen Bremer
  • Christina Rosenberger
    Christina Rosenberger

Zum Jahresanfang beschert das Wetter einigen Teilen Baden-Württembergs massive Probleme. Dauerregen, Sturm und Temperaturabfall machen einigen Regionen zu schaffen.

Update, 6. Januar: Die Hochwasserlage in Baden-Württemberg infolge starker Regenfälle zum Wochenbeginn entspannt sich in vielen Regionen. Die Meldewerte im Land seien mit Ausnahme des Pegels Wertheim/Main (Region im Main-Tauber-Kreis) wieder unterschritten, teilte die Hochwasservorhersage-Zentrale in Baden-Württemberg am Donnerstag der Deutschen-Presse-Agentur (DPA) mit. In Wertheim/Main seien die Wasserstände noch unverändert.

Die gesamte Karte auf der Homepage der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg war zuletzt in Mintgrün gehalten, was für eine geringe Hochwassergefährdung steht. Möglich sind hier insgesamt vier weitere Kategorien – von „mäßig“ bis „sehr hoch“. Die aktuelle Prognose reichte von Donnerstagnachmittag bis zum frühen Samstagnachmittag. Für Freitag, 7. Januar, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) leichten Schneefall in Baden-Württemberg voraus, der in tieferen Lagen in Schneeregen übergehen kann.

Hochwasser in Baden-Württemberg: In Heidelberg war die Lage dramatisch

Die Temperaturen sollen im Bergland unter null Grad bleiben und im Breisgau höchstens fünf Grad plus erreichen. Am Wochenende sind laut DWD ähnliche Werte zu erwarten. Mal ist am Samstag und Sonntag mit Flocken zu rechnen, mal mit Tropfen. Und zum Teil sind in Baden-Württemberg sogar stürmische Böen möglich. Experten gehen aber davon aus, dass es mit Hochwasser erst einmal in Baden-Württemberg vorbei ist – eine Entwarnung, welche sicher viele Menschen aufatmen lässt.

Der Grund: Viele Regionen in Baden-Württemberg hatten gestern stark mit der teils krassen Wetterlage zu kämpfen. Berichten von HEIDELBERG24 zufolge war der Wasserpegel in Heidelberg dramatisch gestiegen*, weshalb die Stadt umgehend reagieren musste. Mit Sandsäcken wurde die stark befahrene B37 geschützt, sodass die Fahrbahn nicht komplett gesperrt werden musste. Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass sich das Wetter in Baden-Württemberg wieder bessert und es nicht mehr so viel regnet.

Weiterhin Hochwasser-Warnungen in Teilen Baden-Württembergs

Update, 5. Januar, 13.30 Uhr: Wegen der hohen Niederschläge in der Region steigt der Wasserpegel des Neckars schnell an. In Heidelberg wurden bereits Sandsäcke an der B37 in der Altstadt positioniert, um ein Überschwappen des Wassers auf die Bundesstraße zu verhindern. Außerdem wurden Parkplätze rund um die alte Brücke bereits von den Stadtwerken gesperrt. Der Pegel steht aktuell bei 3,20 Meter und soll laut Prognosen noch weiter ansteigen.

Heidelberg trifft Vorbereitungen, um den Wassermassen Herr zu werden.

Update, 5. Januar: Es ist wenig überraschend: Nach tagelang anhaltendem Regen treten an einigen Orten in Baden-Württemberg die Flüsse über die Ufer. Das Landesübergreifende Hochwasser Portal meldet am Morgen noch eine mittlere Hochwassergefährdung für westliche Neckarzuflüsse von der Zaber bis zur Elsenz. Auch an den östlichen Zuflüssen von Heilbronn bis Eberbach gibt es eine mittlere Hochwassergefährdung.

Unwetter: Hochwasser-Warnung für Teile Baden-Württembergs

Erstmeldung von 4. Januar: So haben sich viele den idealen Winter nicht vorgestellt - der Januar besticht bisher eher mit Novemberwetter, als mit gemütlichen Schneegestöbern und Sonnenschein bei frostigen Temperaturen. Es ist mild, nass und trüb in Baden-Württemberg. Auch die Weiße Weihnacht oder frostiges Silvesterwetter war uns nicht vergönnt. Doch jetzt könnte das Wetter zusätzlich noch gefährlich werden. Der Deutsche Wetter-Dienst dwd hat für einige Teile Baden-Württembergs Unwetterwarnungen herausgegeben.

Denn einige Tiefausläufer ziehen über den Südwesten Deutschlands. So können bis in die Nacht zum Mittwoch hinein im Schwarzwald, dem Allgäu sowie „gebietsweise im Norden Baden-Württembergs“ zwischen 30 und 50 Litern Niederschlag pro Quadratmetern fallen - innerhalb von etwa 36 Stunden, berichtet der dwd. In Staulagen des Südschwarzwalds kann es sogar noch heftiger werden. Hier können bis zu 70 Litern pro Quadratmetern herunterkommen.

Hochwasser-Warnung: Wetter in Baden-Württemberg ungemütlich und gefährlich

Zusätzlich machen immer wieder Böen mit bis zu 70 bis 130 Stundenkilometern Geschwindigkeit den Wetterexperten Sorgen. Während es hier in freien Lagen etwas sanfter bleibt, mit stürmischen Böen, sind im Bergland zum Teil schwere Sturmböen angekündigt - in höchsten Schwarzwald-Gipfellagen sogar Orkanböen.

Außerdem ziehen die Temperaturen an - und die Schneefallgrenze sinkt ab. Bis Mittwochfrüh können Ortschaften auf bis zu 500 Höhenmetern mit Neuschnee und Glätte rechnen. Hier prognostizieren die Wetter-Experten des dwd vor allem überfrierende Nässe und somit ein hohes Unfallrisiko. Auch andere Meteorologen rechnen für den Januar noch mit einem heftigen Wintereinbruch mit Schnee aufgrund des Polarwirbelsplits.

Hochwasser-Warnung: Polizei Karlsruhe mit Warnung und Tipps bei Aquaplaning

Doch schon jetzt haben Autofahrer mit der Wetterlage zu kämpfen. Die Polizei Karlsruhe warnt vor Aquaplaning aufgrund des Dauerregens. „Es regnet und regnet am heutigen Dienstag - und damit steigt auch die Unfallgefahr“, schreibt die Polizei auf Facebook. Die Tipps der Beamten: Geschwindigkeit reduzieren, Aufmerksamkeit erhöhen und „solltet ihr dennoch ins Schleudern geraten: Nicht lenken, nicht bremsen, nicht beschleunigen und nicht hektisch werden.“

Allerdings kann es nicht nur für Autofahrer in den nächsten Stunden kritisch werden. Die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg LUBW prognostiziert hohe Pegelstände an kleinen Gewässern und auch einigen größeren Flüssen. An den Pegeln Gundelsheim/Neckar, Wertheim/Main sowie an Pegeln an der Tauber werden die Hochwassermeldewerte erreicht oder sogar überschritten.

Aktuell (Stand 4. Januar, 18 Uhr) gelten Hochwasserwarnungen für die Gebiete „Westliche Oberrheinzuflüsse Bühlot bis Alb und Pfinz bis Leimbach“, sowie „westliche Neckarzuflüsse Zaber bis Elsenz“ und „östliche Neckerzuflüsse Heilbronn bis Eberbach, Rems und Murr“. Außerdem besteht Mittlere Hochwassergefährdung an den Mainzuflüssen in Baden-Württemberg und am Oberlauf Kocher-Jagst. Die Hochwasserzentralen geben regelmäßig ihre aktuellen Warnungen auf einer Karte heraus.

Rubriklistenbild: © Thomas Warnack/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema