Warn-App vor Sturzfluten

Unwetter in Deutschland: Neue App soll vor gefährlichen Sturzfluten warnen

Ein Auto fährt über eine überflutete Straße. Heftige Regengüsse haben Teile von Rom unter Wasser gesetzt.
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In Deutschland beherrschen momentan Gewitter und Starkregen das Wetter. Eine App soll künftig vor gefährlichen Sturzfluten warnen.
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Unwetter sind in Deutschland momentan nicht selten. Vor allem Sturzfluten aufgrund von Starkregen können gefährlich werden – eine App soll davor warnen.

Der Sommer 2021 ist geprägt von Unwettern – Gewitter, Starkregen und Hagel sind momentan keine Seltenheit. Und das soll auch den restlichen Monat sowie im August so bleiben. Auch wenn das Unwetter oftmals schon längst wieder abgeklungen ist, sind die Ausmaße noch immer zu sehen: Flüsse und Gullis laufen über, Keller stehen unter Wasser, ganze Straßen werden überschwemmt. Vor allem der Rhein und der Neckar haben momentan mit Hochwasser zu kämpfen. Erst kürzlich musste der Schiffsverkehr aufgrund des hohen Pegels eingestellt werden.

Gefährlich sind vor allem Sturzfluten, bei denen innerhalb kürzester Zeit riesige Wassermassen strömen. Um künftig Anwohner rechtzeitig warnen zu können – sodass noch Maßnahmen vorgenommen werden können, um größere Schäden zu vermeiden – plant die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) noch in diesem Herbst eine Warn-App vor Sturzfluten freizuschalten.

Was sind Sturzfluten?

Als Sturzflut wird eine plötzliche Überschwemmung bezeichnet, aus der oftmals Hochwasser resultiert. Zu Sturzfluten kommt es immer dann, wenn mehr Wasser vorhanden ist, als aufgenommen werden kann. Die Wassermassen fließen dann mit hoher Geschwindigkeit abwärts und sammeln sich in tieferliegenden Gebieten. Am Häufigsten treten Sturzfluten nach Starkregen in normalerweise trockenen Gegenden auf – so auch momentan durch die Unwetter in Baden-Württemberg.

Unwetter in Deutschland: Warn-App vor Sturzfluten soll Schlimmeres verhindern

Wie eine Behördensprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte, soll die Sturzfluten-Warn-App innerhalb der bereits existierenden App „Meine Pegel“ im Spätherbst integriert werden. Die App ist bereits seit dem Jahr 2016 verfügbar. Der Grund: Sturzfluten durch Starkregen haben in den letzten Jahren große Schäden verursacht.

Letzendlich ausschlaggebend für die „Meine Pegel“-App waren die Überschwemmungen in Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) am 29. Mai 2016. Der Orlacher Bach – sonst ein Rinnsal – war zu einer reißenden Sturzflut geworden. Gigantische Wassermengen rissen damals alles mit, was im Wege stand: Teile von Häusern, Autos und Bäume, 50.000 Tonnen Geröll. Damals entstand ein Gesamtschaden von etwa 100 Millionen Euro.

Entscheidend sei in solchen Fällen, dass die Menschen vor Ort möglichst früh vor derlei Naturereignissen gewarnt werden, um Handeln zu können – sowohl um Sachschaden zu vermeiden, aber auch um sich möglicherweise selbst in Sicherheit zu bringen.

Kommunen suchen nach weiteren Schutzkonzepten. Der LUBW zufolge wird der Leitfaden zum Starkregen-Risikomanagement sehr gut angenommen: Seit Ende 2016 befassen sich demnach 222 Kommunen im Land mit einem Konzept gegen Starkregen. „Dies sind zum Stand Juli 2021 bereits rund 20 Prozent aller Kommunen in Baden-Württemberg“, sagte die LUBW-Sprecherin.

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