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Uni Stuttgart bricht mit E-Flugzeug „e-Genius“ zwei weitere Weltrekorde

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Von: Julian Baumann

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Der Rekordpilot Klaus Ohlmann und ein Mitglied des „e-Genius“-Teams in dem elektrischen Kleinflugzeug.
Ein Team des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart stellte mit dem E-Flugzeug „e-Genius“ zwei weitere Weltrekorde auf. © Universität Stuttgart/Institut für Flugzeugbau

Ein Team des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart hat mit dem elektrischen Kleinflugzeug „e-Genius“ zwei weitere Weltrekorde gebrochen.

Stuttgart - Wer heutzutage an den Begriff E-Mobilität denkt, hat wahrscheinlich E-Autos von Herstellern wie Mercedes-Benz oder Tesla im Kopf. Die elektrischen Antriebe kommen aber auch in anderen Mobilitätslösungen vom E-Scooter bis hin zu elektrischen Kleinflugzeugen zum Einsatz. Die Flugtaxis von Lilium sollen bald auch von Stuttgart aus fliegen (BW24 berichtete). Ein Team des Instituts für Flugzeugbau der Universität Stuttgart unter der Leitung von Rudolf Voit-Nitschmann entwickelt mit dem „e-Genius“ personentragende Kleinflugzeuge, die ursprünglich rein elektrisch betrieben wurden.

Seit der Konzeption des „e-Genius“ wurde das Kleinflugzeug des Teams der Universität Stuttgart durch einen integrierten Dieselgenerator mit einem Hybrid-Antriebssystem versehen. Um diesen neuen Antrieb und auch weitere neue und modifizierte Systeme zu prüfen, übernahm der „e-Genius“ am 15. April einen kurzen Validierungsflug. Fünf Tage später startete das Flugzeug einen Weltrekordversuch in der Kategorie der elektrisch angetriebenen Flugzeuge und brach dabei erneut zwei Weltrekorde, heißt es in einer Pressemitteilung.

E-Flugzeug der Uni Stuttgart stellt mit über 207 Kilometern pro Stunde neuen Geschwindigkeitsrekord auf

Der „e-Genius“ des Instituts für Flugzeugbau der Uni Stuttgart wird derzeit für die Erforschung und Erprobung des elektrischen und hybrid-elektrischen Fliegens eingesetzt und ist auf dem Flughafen Pattonville bei Stuttgart stationiert. Das E-Flugzeug konnte bislang bereits fünf Weltrekorde des Luftsportverbands Fédération Aéronautique Internationale (FIA) aufstellen, die allesamt von Klaus Ohlmann geflogen wurden. Für den nächsten Weltrekordversuch konnte das Team den bekannten Rekordpiloten erneut gewinnen, der dafür extra aus Frankreich angereist war.

Am Mittwoch, 20. April, flog das elektrische Flugzeug mit mehr als 500 Kilometer Hin- und Rückflug eine Distanz, die zuvor außer Solar Impulse aus der Schweiz kein anderes E-Flugzeug erreicht hatte. Laut der Pressemitteilung wollte das Team von „e-Genius“ einen Geschwindigkeitsrekord brechen, um die Leistungsfähigkeit der neuen Konstruktion unter Beweis zu stellen. Gemäß dem Regelwerk musste der Flug auf der gleichen Strecke hin- und zurückgeflogen werden, um sicherzustellen, dass keiner von starkem Rückenwind profitiert. Auf der Strecke von Mengen (Kreis Sigmaringen) bis fast zur tschechischen Grenze sei bereits auf dem Rückweg ersichtlich gewesen, dass der Geschwindigkeitsrekord gebrochen werde, heißt es in der Mitteilung.

Der „e-Genius“ flog die Strecke mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 207,65 km/h und übertraf damit sogar noch die Erwartungen des Teams der Universität Stuttgart. Damit stellte das E-Flugzeug den insgesamt sechsten FIA-Weltrekord auf. Einen Tag später, am 21. April, wollte das Team zudem auch noch den Streckenrekord für E-Flugzeuge wagen.

„e-Genius“ mit neuem Reichweitenrekord für E-Flugzeuge - über 1.000 Kilometer

Für den nächsten, insgesamt siebten, Weltrekordversuch flog der „e-Genius“ eine Strecke von Mingen nach Freiburg, anschließend entlang der Alpen nach Oberbayern, rund um die Kontrollzone München, Vilshofen, Regensburg, Ulm und mit einem kleinen Umweg zurück zum Ausgangspunkt. Mit einer Gesamtstrecke von 1.003,6 Kilometern gelang der Rekord, an dem sich künftig alle anderen Versuche messen lassen müssen. Auch Mercedes stellte kürzlich mit dem Super-E-Auto EQXX einen Reichweitenrekord auf. Das Forschungsfahrzeug fuhr eine Strecke von über 1.000 Kilometern mit nur einer Batterieladung.

Mit dem erfolgreichen FIA-Weltrekord bei der Reichweite demonstrierte das Team der Universität Stuttgart auch die Funktionsfähigkeit der neuen Systeme des „e-Genius“. Durch die gesammelten Daten im Logbuch hat das Institut für Flugzeugbau zudem neue Informationen für den nächsten Flug des E-Flugzeugs und auch für E-Flugzeuge im Allgemeinen gesammelt. Wer sich selbst von dem Rekordhalter überzeugen will, kann das laut der Pressemitteilung auf der Flugmesse AERO in Friedrichshafen (vom 27. bis 30. April) machen. Das „e-Genius“-Team wird dort am Stand 203 in Halle A7 zu finden sein.

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