Krieg in der Ukraine

Ukraine-Konflikt: Ulmer Fotografin hält Kriegsbeginn fest – „war schockiert“

  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
    schließen

Das Foto der Dokumentarfotografin Nanna Heitmann aus Ulm geht derzeit um die Welt. Sie hielt den Beginn des Ukraine-Russland-Krieges auf einem Bild fest.

Zeitenwende, Zäsur, Putins Krieg – das sind Worte, mit denen versucht wird, den russischen Einmarsch in die Ukraine zu beschreiben. Nach zwei Jahren Pandemie hatten viele gehofft, dass mit dem Frühling und den Corona-Lockerungen ein unbeschwertes Leben zurückkehrt. Stattdessen: Kriegsszenen in Fernsehen, Medien und Social Media.

Die Menschen in der Ukraine kämpfen um ihr Überleben und ihre Unabhängigkeit, Männer ziehen für ihr Land in den bewaffneten Kampf, Frauen und Kinder flüchten über die Grenze, Deutschland liefert Waffen. Diese Berichte und Bilder gehen derzeit um die Welt – wie auch das Bild einer jungen Dokumentarfotografin: Nanna Heitmann. Die gebürtige Ulmerin fotografierte den Kriegsbeginn in der Ostukraine, wie echo24.de* berichtet.

Russland-Ukraine-Krieg: Fotografin aus Baden-Württemberg hält Beginn des Krieges auf Foto fest

Nanna Heitmann ist eine deutsch-russische Dokumentarfotografin und lebt derzeit in Moskau. Die 27-Jährige hielt sich aber 14 Tage lang in der selbsternannten Volksrepublik Donezk auf und schoss dort das mittlerweile berühmte Foto des Kriegsbeginns in der Ukraine. Das Bild schaffte es sogar auf das Cover des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins The Time.

In einem Gespräch mit dem SWR erzählt die junge Fotografin, dass der Kriegsbeginn auch für sie überraschend kam: „Es gab unglaublich viel Beschuss. Bomben waren außerhalb der Stadtzentren eingeschlagen, sonst hat man von der Invasion aber nicht viel gespürt.“

Sie hatte sich in Richtung Russland begeben und war dort nach eigenen Angaben Kolonnen an russischen Panzern begegnet. Dabei entstand das Foto, das jetzt um die Welt geht. Welche Eindrücke konnte die 27-Jährige von der Situation sammeln?

Russland-Ukraine-Krieg: Fotografin Nanna Heitmann machte Bilder vor Ort

Wie der SWR weiter berichtet, sei alles sehr schnell passiert. Nanna Heitmann habe sich vor allem auf das Fotografieren konzentriert und hat aufgrund dessen nicht sehr viel von den russischen Soldaten mitbekommen. Eine Sache sei ihr aber sehr in Erinnerung geblieben – und zwar, wie jung die Soldaten waren. Heitmann: „Ich war schockiert, wie jung die Männer auf den Panzern aussahen.“

Ich war schockiert, wie jung die Männer auf den Panzern aussahen.

Nanna Heitmann, Fotografin

Kurz nach den Aufnahmen kehrte die junge Russlands-Deutsche nach Moskau zurück. Dort lebt die gebürtige Ulmerin seit knapp drei Jahren. Die Gesellschaft in Russland sei gespalten, berichtet die Fotografin. Die Älteren sehen „Russland als Befreier der Ukraine“ an, die Jüngeren hingegen seien oft geschockt und beschämt. Doch nicht nur Menschen in Russland bereitet der Krieg große Sorgen.

Baden-Württemberg: Menschen und Unternehmen in Sorge wegen des Krieges

Auch in Baden-Württemberg sorgen sich Menschen und heimische Unternehmen* vor allem wegen den harten Sanktionen gegen Russland. Denn: Firmen, die wirtschaftliche Verflechtungen mit Russland haben, bekommen die Sanktionen gegen das Land zu spüren.

Dazu finden viele aktuell deutliche Worte. Unter anderem hatten sich Bosch, mit rechtlichem Sitz in Stuttgart*, und Audi, mit Werk in Neckarsulm*, auf Anfrage von echo24.de* schnell zu einem Statement entschlossen. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Sputnik | Mikhail Voskresenskiy

Mehr zum Thema