Tübingen wird Modellstadt

Corona-Tests statt Endlos-Lockdown: Tübingen öffnet Außengastro, Kinos und Co.

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Seit Dienstag dürfen in Tübingen Außengastronomie sowie Kunst- und Kultureinrichtungen wieder öffnen. Möglich werden die Lockerungen durch Corona-Tests.

  • Tübingen wird zur Modellstadt und öffnet seit Dienstag die Außengastronomie, Kunst- und Kultureinrichtungen sowie alle Geschäfte des Einzelhandels.
  • Bürger können sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen und bekommen nach negativer Testung das „Tübinger Tagesticket“ als eine Art Zugangskarte.
  • Auch Bürger von Außerhalb können sich in Tübingen kostenlos testen lassen und anschließend Gastronomie, Einzelhandel oder Kultureinrichtungen besuchen.

Die 7-Tages-Inzidenz in Baden-Württemberg* steigt seit Tagen wieder kontinuierlich an. Erste Stadt- und Landkreise mussten die neuen Lockerungen bereits wieder zurücknehmen. Auch der Hohenlohekreis zieht die Notbremse* und macht seit Dienstag alle Kultureinrichtungen wie Museen oder Galerien wieder dicht. Wie echo24.de* nun berichtet, macht die Stadt Tübingen genau das Gegenteil. Seit Dienstag dürfen in der Stadt im Zentrum von Baden-Württemberg die Außengastronomie sowie Kunst- und Kultureinrichtungen wieder öffnen.

Corona-Tests statt Endlos-Lockdown: Tübingen wird zur Modellstadt

Sind wir im falschen Film? Nein, heißt es aus Tübingen. Die Stadt ist Teil eines Modellversuchs und setzt auf Tests statt auf Schließungen. Heißt: Wer in Tübingen ins Kino oder die Bibliothek geht, muss ein sogenanntes „Tübinger Tagesticket“ als Nachweis für einen negativen Corona-Schnelltest* mit sich führen. Laut Stadtverwaltung besteht alternativ die Möglichkeit, einen Test auch direkt in der jeweiligen Einrichtung zu machen. Solche Corona-Schnelltests in Kinos, Museen und Co. sind aber nur „unter Aufsicht zulässig“, heißt es in einer Mitteilung.

Alle Betriebe und Einrichtungen in Tübingen sind zudem verpflichtet, die Einhaltung der Schnelltestpflicht zu überprüfen. Heißt: Wer ohne negativen Corona-Schnelltests aufkreuzt oder keinen machen möchte, darf die Einrichtung nicht betreten. „Wir koppeln die weiteren Lockerungen an verpflichtende Schnelltests. So sind Öffnungen verantwortungsvoll möglich, und unsere Stadt erwacht endlich wieder zum Leben“, sagt Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer zum Modellversuch. 

Tübingen wird zur Modellstadt: Was sich ab Dienstag ändert

Schon im Januar forderte Boris Palmer das Lockdown-Ende* in Baden-Württemberg. „Wir können nicht schärfer, es reicht jetzt. [...] Wir müssen auch leben“, sagte Palmer damals. Mit der massiven Ausweitung der Corona-Tests senke die Stadt im besten Fall sogar die Infektionszahlen, erklärt Palmer. Das Modellprojekt in Tübingen* wurde von der Landesregierung in Stuttgart* genehmigt. Neben der Stadt Tübingen sind auch das Rote Kreuz und das Universitätsklinikum an der Untersuchung beteiligt.

Auch Menschen von Außerhalb können sich kostenlos testen lassen.

Pressesprecherin der Stadt Tübingen

Wer allerdings die Außengastronomie in Tübingen besucht, muss neben der Testpflicht noch ein paar andere Hygieneregeln beachten. Die Stadt teilt mit, dass nur maximal zwei Haushalten gemeinsam an einem Tisch sitzen dürfen. Voneinander getrennt lebende Paare gelten ebenfalls als ein Haushalt. Auch wichtig: Wer nicht am Tisch sitzt, muss zwingend eine medizinische oder eine FFP2-Maske tragen. Gleiches gilt übrigens für das Personal, das sich ebenfalls strickt an die Maskenpflicht halten muss.

Tübingen wird zur Modellstadt: Hier wird ein Corona-Test gebraucht

Ähnlich sieht das in allen Kunst- und Kultureinrichtungen in Tübingen aus. Auch dort gelten neben der Testpflicht noch strenge Corona-Regeln. Heißt: Abstands- und Hygieneregeln müssen zwingend beachtet werden. Darüber hinaus müssen die Betreiber die Kontaktdaten der Gäste erfassen. In geschlossenen Räumen wie Bibliotheken, Theater oder Kinos müssen Personal und Gäste zudem dauerhaft eine medizinische oder eine FFP2-Maske tragen. Etwas komplexer wird es im Einzelhandel.

In Geschäften, die auch im Lockdown geöffnet haben, gilt die Testpflicht nicht. Konkret betrifft das beispielsweise Lebensmittelläden, Drogeriemärkte oder Buchhandlungen. In allen Geschäften, die im Lockdown normalerweise nicht öffnen dürfen, muss das „Tübinger Tagesticket“ vorgezeigt oder alternativ ein Corona-Schnelltest gemacht werden. Auch körpernahe Dienstleistungsbetriebe wie Friseure oder Kosmetikstudios dürfen nur Kunden mit negativem Tests einlassen.

Tübingen wird zur Corona-Modellstadt: Hier gibt es kostenlose Tests

Das „Tübinger Tagesticket“ wird von den sechs Teststationen in Tübingen nach negativer Testung ausgestellt und ist wie der Name sagt für 24 Stunden gültig. Die Testzentren arbeiten mit nasalen Schnelltests, die schmerzfrei sind. Und: Die Corona-Schnelltests sind für alle Bürger kostenlos. Das „Tübinger Tagesticket“ werde nach negativer Testung schnell und unkompliziert ausgehändigt, heißt es auf der Homepage der Stadt. Die Corona-Schnelltests in Geschäften werden ebenfalls von der Stadt bezahlt.

In insgesamt sechs Teststationen in Tübingen können sich Bürger kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Alle wichtigen Infos zum „Tübinger Tagesticket“ fasst die Stadt in FAQs auf ihrer Homepage zusammen. Übrigens: Auch Menschen von außerhalb können sich in Tübingen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen und anschließend die Gastronomie, den Einzelhandel oder die Kultureinrichtungen besuchen. Das bestätigt eine Sprecherin der Stadt Tübingen ausdrücklich auf Anfrage von echo24.de*. „Wir gehen auch davon aus, dass unsere verfügbaren Corona-Schnelltests erst einmal ausreichen“, antwortet die Sprecherin auf die Frage, ob überhaupt genügend Tests für Bürger aus und um Tübingen verfügbar sind. *echo24.de und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ulrich Metz/Stadt Tübingen

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