Deutschland: Impfstoff gegen das Coronavirus

Hoffnung im Kampf gegen Corona: CureVac-Zulassung sogar noch im Mai?

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Der Corona-Impfstoff von Curevac könnte schon im Mai in der EU zugelassen werden.
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Der Corona-Impfstoff von CureVac könnte schon bald in Deutschland verimpft werden: Der Tübinger Hersteller hofft auf eine Zulassung des Vakzins in der EU im Mai.

Update, 12. April: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt die Bundesregierung weiterhin auf die Impfungen. In der vergangenen Woche hat das Impfverfahren in Deutschland durch den Impfstart in den Hausarztpraxen ordentlich an Fahrt aufgenommen. Nun macht eine weitere Nachricht Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie: Der Tübinger Hersteller CureVac rechnet mit einer Zulassung seines Corona-Impfstoffes in der EU sogar noch im Mai.

„Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket“, sagte Thorsten Schüller, der Sprecher des Herstellers, gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Obwohl die Virusvarianten die laufende klinische Studie komplexer gestaltet, hat CureVac bereits große Fortschritte in den erforderlichen Studien für die Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erzielt. Das Tübinger Unternehmen hat die Studie erweitert und testet nun auch die Wirksamkeit des Vakzins bei spezifischen Varianten des Coronavirus.

Wie viele Personen wurden in Deutschland bereits geimpft?

Laut des Impf-Dashboards des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen in Deutschland 5.035.195 Personen (6,1 % der Gesamt­bevölkerung) vollständig geimpft. Insgesamt haben 13.196.552 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten. (Stand: 11. April)

Nach Informationen des SWR lässt Curevac sogar seinen mRNA-Impfstoff bereits auf Vorrat produzieren, sodass nach einer baldigen Zulassung direkt mit dem Impfen begonnen werden kann. Laut den Lieferprognosen des Bundesministeriums für Gesundheit erwartet Deutschland im ersten Quartal des Jahres – also bis Juni – bereits 1,4 Millionen Impfdosen von CureVac. Bis Ende 2021 erwartet die Bundesregierung etwa 27,5 Millionen Impfdosen des Tübinger Herstellers.

Tübingen: CureVac hofft auf Zulassung des Corona-Impfstoffes im Mai

Warum dauert die Entwicklung und Zulassung des Corona-Impfstoffes von CureVac so lange? Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac hat das lange Warten auf die EU-Zulassung des eigenen Corona-Impfstoffs auch mit Finanzierungsproblemen beim Entwicklungsstart begründet, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Die mangelnden finanziellen Möglichkeiten zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 seien ein Problem gewesen, sagte Vorstandschef Franz-Werner Haas der Stuttgarter Zeitung Anfang April. „Wir hatten am Anfang nicht die Möglichkeit, Zulieferer vorweg zu bezahlen und erforderliche Geräte sowie Materialien zu reservieren, das heißt große Investitionen zu tätigen.“ Erst mit Verspätung sei Geld in die Kasse gekommen – etwa durch Finanzierungsrunden, einen dreistelligen Millionen-Zuschuss des Bundesforschungsministeriums und den Börsengang.

Haas betonte, man hätte „schneller sein können, wenn wir die Mittel früher gehabt hätten“. Als Gegenbeispiel führte er das US-Biotech-Unternehmen Moderna an, das mit seinem Corona-Impfstoff schon lange auf dem Markt ist. Moderna habe in den USA bereits früh eine Milliarde Dollar zur Verfügung gestellt bekommen.

„Die US-Regierung hat Moderna große Freiheiten gelassen nach dem Motto: Fangt an, den Impfstoff zu entwickeln, wir wissen, es kann auch scheitern, aber wir müssen anfangen. Bei CureVac mussten wir erst einmal Finanzierungsrunden durchführen, um dahin zu kommen“, sagte Haas. „Da geht es um hohe dreistellige Millionenbeträge, die eine Biotech-Firma wie wir nicht so einfach zur Verfügung hatte.“

Neue Hoffnung im Kampf gegen Coronavirus: Impfstoff von CureVac vor Zulassung

Erstmeldung, 1. März: Wenn sich Angela Merkel am Mittwoch mit den Ministerpräsidenten zum digitalen Corona-Gipfel trifft, geht es auch um die Frage, wie es mit dem Lockdown weiter geht. Eine Verlängerung ist dabei aufgrund der wieder steigenden Inzidenzen nicht unwahrscheinlich, auch wenn einige Politiker vermehrt Öffnungen fordern.

Doch um die Pandemie in den Griff zubekommen, benötigt es nicht nur eine niedrige 7-Tage-Inzidenz, sondern eben auch einen Impfstoff. Mit den Wirkstoffen von Biontech, Moderna und AstraZeneca sind in der Europäischen Union bereits mehrere zugelassen. Bald könnte auch der Impfstoff von Johnson&Johnson folgen.

Coronavirus: Zulassung von CureVac Impfstoff Ende Mai oder Anfang Juni

Doch es steht noch ein weiterer Kandidat in den Startlöchern und der kommt vom baden-württembergischen Unternehmen CureVac. Aktuell befindet sich der Impfstoff - an dessen Entwicklung auch der Pharmakonzern Bayer beteiligt ist - in der letzten Testphase.

Wie der SWR berichtet, erwartet CureVac die entscheiden Daten der klinische Test für Mitte April. Heißt: Eine baldige Zulassung des Impfstoffs von CureVac und Bayer ist sehr wahrscheinlich. In einer Anhörung des Europarlaments erklärte der CureVac-Chef Franz-Werner Haas, das eine Zulassung des Impfstoffs gegen das Coronavirus für Ende Mai oder Anfang Juni angepeilt werde.

Coronavirus: Impfstoff von CureVac wirkt auch gegen Mutationen

Zudem erklärte Haas laut dem SWR, dass der Impfstoff von CureVac auch gegen die mutierten Varianten des Coronavirus wirkt. Erste Studien hätten gezeigt, dass der Impfstoff auch gegen die Varianten aus Großbritannien und Südafrika wirkt. Entsprechende Studienergebnisse will CureVac bald veröffentlichen.

Um Lieferengpässe zu vermeiden, lässt CureVac den Impfstoff bereits auf Vorrat produzieren. Dabei setzt das Tübinger Unternehmen auf Partner in ganz Europa, so soll der Impfstoff beispielsweise im Bayer-Werk in Wuppertal hergestellt werden. Alleine in diesem Jahr sollen rund 300 Millionen Dosen des Impfstoffs gegen das Coronavirus hergestellt werden.

Coronavirus: Neue CureVac-Erfindung - Gibt es bald noch schneller Impfstoffe?

Diese Zahl lasse sich in Zukunft weiter steigern, auch weil CureVac jüngst den weltweit ersten Impfstoffdrucker entwickelt hat. Wie der SWR berichtet, lasse sich damit unkompliziert mRNA-Impfstoff herstellen, dazu werden die genetischen Informationen eines Virus per Druckauftrag eingespeist und automatisch der passende Impfstoff produziert.

Der von CureVac entwickelte Impfdrucker könnte den Lauf der Pandemie entscheidend verändern.

Wie das CureVac-Vorstandsmitglied Florian von der Mülbe erklärt, könne man so auch schnell auf Mutationen von Viren reagieren. Der vier Meter lange und zwei Meter hohe Drucker kann zudem große Impfstofffabriken ersetzten und weltweit eingesetzt werden. Pro Woche kann der Impfstoffdrucker von CureVac demnach rund 100.000 Impfstoffdosen herstellen.

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