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„Überharte Vorschriften“: Veterinäramt verbietet Katzen im Stuttgarter Katzencafé

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Von: Kathrin Kuna

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Katzen sitzen eher selten am Katzentisch.
Im Stuttgarter Katzencafé erfreuten flauschige Samtpfoten die Gäste bei Kaffee und Kuchen (Symbolbild). © picture alliance / dpa / Georg Hochmuth

Das „Happy Cats Café & Trattoria“ war das erste Katzencafé in Stuttgart. Doch nun hat das städtische Veterinäramt die Haltung der Katzen verboten.

Mit seinen Samtpfoten wollte das „Happy Cats Café & Trattoria“ in Stuttgart den Gästen eigentlich eine Freude bereiten. Mit ihrem Lokal der besonderen Art, einem Katzencafé, griff der Inhaber Daniel Di Stefano ein Konzept auf, das vor allem im asiatischen Raum beliebt ist: Neben Kaffee und Kuchen gibt es auch Vierbeiner im Lokal – das perfekte Anti-Stress-Programm.

Doch dem flauschigen Treiben hat das Stuttgarter Veterinäramt ein Ende gesetzt und dem Katzencafé die Genehmigung entzogen, zwei der bislang vier Katzen in den Räumlichkeiten zu halten. Di Stefano führt das Café daher vorerst ganz ohne Katzen weiter – und ist bereits auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

Stuttgart: Katzencafé sieht sich „überharten Vorschriften“ und „kleinlichen Regeln“ ausgeliefert

Auf der Website des Stuttgarter Katzencafés prangert seit einigen Tagen in großen Buchstaben: „Schlechte Neuigkeiten: Keine Katzen mehr im Katzencafé“. Inhaber Di Stefano scheint sich mit dieser Tatsache nicht zufriedengeben zu wollen und informiert weiterhin: „Wir haben von Beginn an gegen die überharten Vorschriften versucht vorzugehen, um mehr als zwei Katzen im Café zu haben, was unserer Meinung vor allem gut für die ‚Betriebskatzen‘ gewesen wäre.“

Er räumt ein, dass sein Café in Stuttgart mehrmals gegen „die teils sehr kleinlichen Regeln“ des Veterinäramtes verstoßen habe, die aus seinen Augen „völlig veraltet sind und nicht mehr dem Wohl unserer Fellnasen dienen“. Und weiter: „Die Quittung dafür ist nun der Entzug der Entlassung für ‚gewerbliches Halten‘ von Katzen im Café.“

Aus für Stuttgarter Katzencafé? Veterinäramt kritisiert mangelnde Zuverlässigkeit des Betreibers

Wie auch die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sei dem Veterinäramt in Stuttgart die mangelnde Zuverlässigkeit des Betreibers ein Dorn im Auge gewesen. Immer wieder habe die Stadt den Inhaber des Katzencafés darauf hingewiesen, wie ein solches Lokal zu führen sei und welche Auflagen zu berücksichtigen sind.

Denn für das Betreiben eines Katzencafés gelten strikte Vorschriften, die sogenannten Vorgaben für „eine tierschutz- und hygienerechtlich verantwortbare Katzenhaltung“. Für das Café in Stuttgart bedeutete das aus Sicht des Veterinäramtes: Die Räumlichkeiten lassen nur zwei Katzen zu.

Inhaber des Katzencafés in Stuttgart: „Das Führen eines Cafés führt nicht zu Reichtum“

In seiner Stellungnahme teilt das Katzencafé aber nicht nur gegen das Stuttgarter Veterinäramt aus. Auch gegen seine Kritiker wehrt sich Inhaber Di Stefano und erklärt: „Allen denen, die uns vielleicht vorwerfen, dass wir nur mehr Katzen im Café wollten, um mehr Geld zu verdienen, sei versichert, dass das Führen eines Cafés nicht zu Reichtum führt (es sei denn, ihr seid Chef von Starbucks).“ Er habe den Traum gehabt, mit den Katzen „für besondere Momente der Ruhe und Gelassenheit für alle zu sorgen.“

Keine Katzen mehr im Stuttgarter Katzencafé: Facebook-Nutzer mit gemischten Gefühlen

Auch in den sozialen Netzwerken ist das Stuttgarter Katzencafé aktiv und informiert die Gäste über alle Neuigkeiten des Lokals. In den Kommentaren äußern die Nutzer auf Facebook gemischte Gefühle. Meist schließen sie sich der Kritik des Inhabers gegen das Veterinäramt an. So schreibt eine Nutzerin etwa: „Oh nein, was soll denn der Mist von den Behörden. Ich habe selbst jahrelang ehrenamtlich beim Tierschutz gearbeitet und kann diese blödsinnige Entscheidung vom Amt echt nicht verstehen.“

Eine andere Facebook-Nutzerin dagegen unterstützt die Entscheidung des Stuttgarter Veterinäramtes und kommentiert: „Nachvollziehbar und verständlich die Entscheidung. (...) Mehrere Katzen in einem kleinen Raum ohne ausreichende Rückzugsmöglichkeiten und on top noch, dass die Katzen ständig pendeln müssen. Wer ernsthaft an Tierwohl denkt, kann die Entscheidung nachvollziehen.“

Inhaber des Stuttgarter Katzencafés auf der Suche nach neuen Möglichkeiten in anderer Stadt

Auch gegen die Stadt Stuttgart richtet sich die Kritik des Katzencafés und vieler Facebook-Nutzer. So heißt es unter anderem in den Kommentaren des sozialen Netzwerkes: „Kann man nicht verstehen? In anderen Städten funktioniert das auch. Wer macht bitte solche Gesetze?“

Diese Sicht scheint der Betreiber des Stuttgarter Katzencafés zu teilen. Auf seiner Website versichert er, dass er nach einem neuen Standort suche, „an dem wir unseren Traum, Leute mit unseren Katzen glücklich zu machen, wieder verwirklichen können.“ Dafür bittet er auch um Hilfe seiner Kunden. „Solltet ihr ein Plätzchen kennen oder jemanden, der ein Café, Restaurant oder eine gewerbliche Immobilie besitzt und diese vermieten will, aber natürlich nicht in Stuttgart, gebt uns bitte per Mail Bescheid.“

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