Wetter-Experte erklärt das Phänomen

Tornados über der Bodensee-Region – Experte warnt: Das auf keinen Fall tun

Wasserhosen am Bodensee.
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Am Sonntag wurden in Friedrichshafen zwei Mini-Tornados gesichtet (Symbolbild).
  • Jason Blaschke
    VonJason Blaschke
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In Friedrichshafen am Bodensee in Baden-Württemberg wurden am Sonntagabend zwei Tornados gesichtet. So gefährlich war das Wetterphänomen tatsächlich.

Das Wetter in Baden-Württemberg* spielt in letzter Zeit verrückt. Statt Schwitze-Hitze und Sonne satt ziehen teilweise heftigste Unwetter über Baden-Württemberg* und sorgten Berichten von echo24.de* zufolge vielerorts für Chaos und Verwüstung. Hagel, Gewitter, Starkregen – die Wetterextreme, die man im Südwesten in letzter Zeit beobachten konnte, waren vielfältig. Aber: Ein oder vielmehr mehrere Tornados waren bis jetzt nicht dabei.

Die Betonung liegt auf „bis jetzt“. Der Grund: Am Sonntagabend sind zwei Tornados – auch Windhosen genannt – über das Seeufer des Bodensees in der Nähe von Friedrichshafen gezogen. Die Europäische Unwetterdatenbank bestätigt, dass die Windhosen am Sonntag, den 1. August, bei Friedrichshafen beobachtet wurden. Weder Menschen noch Boote kamen durch die zwei Tornados zu Schaden. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Tornados und Windhosen?

Tornado in Baden-Württemberg: So gefährlich war das Wetterphänomen wirklich

Wie gefährlich sind solche Wetterextreme für die Menschen tatsächlich? Die echo24.de-Redaktion* fragt nach. Und zwar bei der UwBe Internationa lSevere Weather Research & Taskforce, die auf Unwetter-Beobachtung und Wetter-Forschung spezialisiert ist und weltweit Wetterextreme beobachtet. Windhosen – auch Wasserhosen genannt – seien nicht anderes als Tornados, erklärt Dominic Kurz, Präsident von UwBe International Severe Weather Research & Taskforce, auf echo24.de*-Anfrage.

Auf dem Wasser nenne man Tornados umgangssprachlich Wasserhosen, auf dem Land seien es Tornados, so Kurz. Doch nur weil sie auf dem Wasser einen anderen Namen haben, heißt das nicht, dass Wasserhosen weniger gefährlich sind. Zwar waren die beiden Tornados bei Friedrichshafen in Baden-Württemberg mit nur wenigen Kilometern pro Stunde unterwegs, doch solche Wasserhosen können laut Kurz auch das Gewässer verlassen und als Tornados mit mehr Tempo an Land weiterziehen.

Tornado in Baden-Württemberg: Warum sie ausgerechnet am Bodensee auftauchen

Der Wetter-Experte appelliert: „Man sollte also nicht direkt mit einem Boot in die Nähe einer solchen fahren oder hineinschwimmen.“ Dass solche Tornados oder auch Windhosen am Bodensee in Baden-Württemberg gesichtet werden, ist laut Kurz nicht ungewöhnlich. Insbesondere im Herbst würden die Wetterextreme über dem Meer oder großen Binnenseen, so wie am Bodensee, entstehen. Tatsächlich sind Windhosen am Bodensee in Baden-Württemberg also gar nicht so selten.

Sehr oft könne man Windhosen zum Beispiel auch an der italienischen Küsten bei Livorno, La Spezia und Genua beobachten, sagt Kurz. Doch auch für ihn und seine deutschsprachigen Kollegen sind Windhosen kein allzu seltenes Phänomen. „Jedes Jahr können wir ein bis zwei Windhosen beobachten.“ Bekannt für solche Wetterphänomene sei der Bodensee in Baden-Württemberg, aber auch der Neuenburgersee in der Schweiz. Der bisher größte „Wasserhosenausbruch“ war übrigens am 26. August 2018.

Tornado in Baden-Württemberg: Ab wann es für Menschen echt gefährlich wird

„Im August 2018 haben wir um 4 Uhr morgens mehrere Wasserhosen auf einmal am Bodensee in Baden-Württemberg beobachten können“, erzählt Kurz auf echo24.de*-Anfrage. Damals machte er auch Fotoaufnahmen, die ihr euch im Folgenden anschauen könnt. Übrigens: Auch an Land konnte man in Baden-Württemberg durchaus schon Tornados beobachten. Zum Beispiel im August 2006, als ein Tornado über Eppingen hinwegfegte.

Tornados in Baden-Württemberg: Fotos von mehreren Windhose am Bodensee

Wasserhosen am Bodensee.
Wasserhosen am Bodensee.
Wasserhosen am Bodensee.
Wasserhosen am Bodensee.
Tornados in Baden-Württemberg: Fotos von mehreren Windhose am Bodensee

Auf einer Skala von null bis fünf hatte der Tornado in Eppingen lediglich die Stufe Eins erreicht. Größere Tornados mit Unwetter-Potenzial sind in Baden-Württemberg und generell in Deutschland eher selten. Was aber NICHT heißt, dass von Tornados, wie eben am Bodensee, keine Gefahr ausgeht. Im Gegenteil, solche Tornados können zum Beispiel auch das Gewässer verlassen und auf das Land überschlagen.

Tornado in Baden-Württemberg: Experte des DWD gibt Entwarnung

„Ist das der Fall, können Tornados mitunter eine Gefahr werden“, erklärt ein Tornado-Experte des Deutschen Wetterdiensts (DWD) im echo24.de*-Gespräch. Im Fall des Tornados am Bodensee waren aber weder Menschen noch Boote in Gefahr. Ganz anders sah das noch vor ein paar Wochen aus, als schwere Unwetter über Teile Baden-Württembergs* zogen und eine Spur der Verwüstung hinterließen. Über die Wasserhose am Bodensee in Baden-Württemberg* berichtet aktuell auch bw24.de* in einem Beitrag. *echo24.de und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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