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Tödliche Schüsse bei Polizeieinsatz: Staatsanwaltschaft Mosbach nennt Details

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Von: Michaela Ebert

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Am Freitag stirbt bei einem Einsatz der Polizei Heilbronn ein Mann, der die Beamten zuvor mit einem Messer bedroht haben soll. Lange ist die Lage unklar, nun gibt die Staatsanwaltschaft Mosbach erste Details bekannt.

Am Freitag (13. Januar) eskaliert in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) ein Polizeieinsatz. Gegen 13 Uhr gehen Notrufe von mehreren Anwohnern bei der Polizei Heilbronn ein – kurze Zeit später treffen die Beamten am Einsatzort, dem Mosbacher Erlenweg, ein. Dort finden sie einen Mann vor, der sich in einem psychischen Ausnahmezustand befindet.

Mit einem Messer bewaffnet und lediglich in Unterhose und Bademantel bekleidet, habe er zuvor bereits vor dem Balkon seiner Ex-Frau gestanden, wild geschrien und Bibelverse zitiert. Das geht aus diversen Medienberichten hervor. Als er schließlich auf die Polizei zugeht und das Messer nicht niederlegen will, greifen die Einsatzkräfte zu Reizgas. Dann fallen tödliche Schüsse.

Polizist erschießt Mann mit Messer in Mosbach: Staatsanwalt gibt weitere Details zum Fall bekannt

Die Reanimationsmaßnahmen der Beamten bleiben erfolglos – der Mann stirbt noch am Einsatzort. Eine Nachbarin, die alles mit angesehen haben soll, schildert das Geschehen detailgenau.

Viel Offizielles ist zu dem Fall bisher noch nicht bekannt. Staatsanwaltschaft und Polizei halten sich mit Informationen auch drei Tage später noch zurück. Auf Nachfrage von echo24.de gibt jedoch Florian Sommer, Pressesprecher und erster Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Mosbach einige Details bekannt.

Mussten die Kinder den Tod ihres Vaters mit ansehen?

Demnach sei der Getötete zuvor tatsächlich in psychischer Behandlung gewesen. Ob es sich – wie die Bild-Zeitung schreibt – wirklich um Schizophrenie handele, kann der Staatsanwalt zum derzeitigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Auch nicht, wo sich das Ex-Paar kennengelernt habe. Nach Informationen einiger Zeitungen sei dies in einer psychischen Einrichtung geschehen.

Polizeibeamte arbeiten am Tatort. Ein Beamter hat in Mosbach einen Mann erschossen, der mit einem Messer bei seiner Ex-Partnerin aufgetaucht war.
In Mosbach endet am Freitag ein Polizeieinsatz tödlich. Die Staatsanwaltschaft gibt erste Details bekannt. © picture alliance/dpa | Heiko Becker

Aus der Beziehung seien zudem zwei Kinder hervorgegangen. Wie die Staatsanwaltschaft bestätigt, handelt es sich tatsächlich auch um die eigenen des getöteten Mannes. Mehreren Medienberichten zufolge hätten diese mit ansehen müssen, wie ihr Vater vor ihren Augen starb. Staatsanwalt Sommer kann dies zum derzeitigen Zeitpunkt jedoch nicht bestätigen, es sei jedoch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Dafür könne versichert werden, dass sowohl die Kinder als auch sämtliche Zeugen derzeit seelische Betreuung erhalten würden.

Ermittlungen laufen: Landeskriminalamt Baden-Württemberg zuständig

Für die laufenden Ermittlungen ist mittlerweile das Landeskriminalamt Baden-Württemberg zuständig. Da der Schuss aus einer Dienstwaffe der Heilbronner Polizei abgesetzt wurde, wird der Fall aus ermittlungstechnischen Gründen abgegeben. Das Polizeipräsidium Heilbronn ist demnach nicht mehr zuständig.

Ermittelt wird auch, zu welchem Zeitpunkt geschossen wurde – und vor allem, warum die Schüsse den Oberkörper und nicht zum Beispiel die Beine des Mannes getroffen haben. Dies soll derzeit anhand einer Tatortrekonstruktion und der Befunde der Rechtsmedizin festgestellt werden. Ebenso wie die Zahl der tatsächlich abgesetzten Schüsse. Den Zeugen aus verschiedenen Berichten zufolge sollen es zwei oder drei gewesen sein.

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