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Tödlicher Messerangriff in Illerkirchberg: Was über die Tat bekannt ist

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Von: Lisa Klein

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Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl legt einen Kranz am Tatort nach der Messer-Attacke auf zwei Mädchen in Illerkirchberg ab. Daneben steht Ahmet Basar Sen, Botschafter der Türkei in Deutschland
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl legt einen Kranz am Tatort nach der Messer-Attacke auf zwei Mädchen in Illerkirchberg ab. Daneben steht Ahmet Basar Sen, Botschafter der Türkei in Deutschland © Bernd Weißbrod/dpa

Ein Mann greift am Montag zwei Mädchen auf dem Schulweg in Illerkirchberg mit einem Messer an. Kurz darauf stirbt eine der beiden. Was wir bislang wissen.

Zwei Mädchen sind am Montagmorgen in Oberkirchberg – einem Teilort von Illerkirchberg (Baden-Württemberg) – auf dem Weg zur Schule, als sie von einem Mann angegriffen werden. Beide Schülerinnen werden schwer verletzt. Eines der beiden Mädchen stirbt später an den Verletzungen im Krankenhaus, die 14-jährige Ece S., eine Deutsche mit Migrationshintergrund. Ihre 13-jährige Freundin, Nerea M., eine deutsche Staatsangehörige, schwebt laut Polizei nicht in Lebensgefahr.

Die Familie von Ece trauert öffentlich um das Mädchen. Inzwischen hat die Obduktion ergeben, dass Ece in Folge der Stichverletzungen verblutet ist. echo24.de berichtete bereits ausführlich über die tödliche Messer-Attacke.

Messer-Attacke auf zwei Mädchen in Illerkirchberg: Was über den Täter bekannt ist

Die Polizei erfuhr unmittelbar nach der Attacke auf die Mädchen, dass „der Angreifer aus einer benachbarten Asylbewerberunterkunft gekommen und nach der Tat dorthin wieder geflüchtet sei“, heißt es in einer Pressemitteilung. Als die Polizei diese mit Spezialkräften durchsuchte, traf sie dort auf drei Bewohner, alle Asylbewerber. Die drei Männer werden vorläufig festgenommen.

Darunter der mutmaßliche Täter, der verletzt ist: ein 27-jähriger Asylbewerber aus Eritrea. Bei ihm fand die Polizei auch ein Messer, welches als Tatwaffe in Betracht kommt. Laut Polizei habe er sich vermutlich selbst damit verletzt. Der Verdächtige befindet sich unter polizeilicher Bewachung in einem Krankenhaus, er musste am Montag stundenlang operiert werden. Die anderen beiden Männer wurden wieder frei gelassen, da sich der Verdacht gegen sie nicht erhärtete.

Am Dienstag ist ein Haftbefehl wegen Mordes gegen den 27-Jährigen erlassen worden. Wie die Ermittler am Dienstag mitteilten, äußerte sich der Mann bei der Vorführung in der Klinik nicht zu den Vorwürfen.

Ulms Polizeipräsident geht von einer „Adhoc-Tat“ in Illerkirchberg aus

Bislang soll der mutmaßliche Täter nicht durch Gewaltdelikte aufgefallen sein. Er sei lediglich einmal als Schwarzfahrer erwischt worden und sonst nicht polizeibekannt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm der „dpa“. Derzeit lägen keine Erkenntnisse einer psychischen Beeinträchtigung vor.

Ulms Polizeipräsident Bernhard Weber erklärt gegenüber Bild, der mutmaßliche Täter habe „einen Aufenthaltstitel und hält sich berechtigt hier in Deutschland auf.“ Der Polizeipräsident geht von einer Einzeltat aus, einer „Adhoc-Tat“.

Motiv der tödlichen Messer-Attacke bislang unklar – keine Hinweise auf politische oder religiöse Tat

Jetzt ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei, weshalb es zum Angriff auf die beiden Mädchen kam und ob der Tatverdächtige und die beiden Mädchen sich vorher kannten. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (CDU) gibt es bisher keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet.

Dieses Ereignis darf kein Anlass und keine Rechtfertigung für Hass und Hetze sein.

 Baden-württembergischs Innenministers Thomas Strobl (CDU)

Die Hintergründe der Tat, insbesondere die Motivlage, seien bis zur Stunde unklar, sagte Strobl am Dienstag bei einem Besuch am Tatort. Weiter sagte er: „Ich möchte an dieser Stelle freilich sehr deutlich sagen: Wir haben keinerlei Erkenntnisse auf eine politische oder religiöse Motivation dieser Straftat.“

Kretschmann warnt vor voreiligen Schlüssen – Polizei bittet um Umsicht

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt vor voreiligen Schlüssen: „Ich kann nur warnen, irgendwelche Zusammenhänge aufzustellen, bevor überhaupt die Tat aufgeklärt ist“, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Über die Motive sei noch nichts bekannt. Teils geschürte Stimmungen nehme die Landesregierung ernst, deswegen fahre etwa auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) zum Ort des Geschehens, wie „dpa“ berichtet.

Auch die Polizei bittet darum, „keinen Generalverdacht gegen Fremde, Schutzsuchende oder Asylbewerber allgemein zu hegen oder solchem Verdacht Vorschub oder Unterstützung zu leisten“.

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