Wohnbauprojekt „Quartier am Rotweg“

Stuttgart-Zuffenhausen: Bis zu 280 neue Mietwohnungen geplant

Wohnbauprojekt „Quartier am Rotweg“ in Stuttgart-Zuffenhausen. Mehrere Wohnblocks an der Fleiner Straße sollen dem neuen Quartier weichen.
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Wohnbauprojekt „Quartier am Rotweg“ in Stuttgart-Zuffenhausen. Mehrere Wohnblocks an der Fleiner Straße sollen dem neuen Quartier weichen.
  • Christina Rosenberger
    vonChristina Rosenberger
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In Stuttgart entsteht ein neues Stadtquartier mit bis zu 280 Wohnungen. Doch der Komplex „Quartier am Rotweg“ soll mehr sein als nur schnöde Wohngegend.

Stuttgart soll noch schöner werden - im Rahmen des Projekts „Am Rotweg“ sollen in den nächsten Jahren in Zuffenhausen 250 bis 280 neue Wohnungen entstehen. Die Bauherren sind die Baugenossenschaft Neues Heim und die Baugenossenschaft Zuffenhausen - und jetzt steht auch fest, wer das innovative Wohngebiet planen soll.

Für das neue „Quartier am Rotweg“ gab es einen städtebaulichen Wettbewerb - und der Sieger steht nun fest. Das Architekturbüro ISSS Research Architecture Urbanism aus Berlin hat gemeinsam mit dem Büro für Landschaftsarchitektur topo*grafik aus Marseille einen Entwurf eingereicht, der sich letztendlich gegen 15 andere Ideen durchgesetzt hat. Ab 2024 sollen mindestens 250 neue Mietwohnungen auf dem rund zwei Hektar großen Gelände im Bereich Rotweg/Fleiner Straße/Schozacher Straße entstehen. Außerdem wird es in dem Komplex auch Gemeinschafts- und Gewerberäumlichkeiten geben.

„Quartier am Rotweg“: Stuttgarter Großbauprojekt soll gemeinschaftlich geprägt sein

Konkret spricht ISSS Research von einer „aufgelockerten Struktur robuster Punktgebäude mit einem vielfältigen Freiraumangebot“, das Quartier in Stuttgart soll sehr grün und gemeinschaftlich geprägt sein. Wohnen und Arbeiten sollen verknüpft werden, wie auch im Heilbronner Stadtquartier „Neckarbogen“, deshalb werden unter anderem auch Läden, Ateliers, Werkstätten, ein Waschsalon und eine Kita entstehen.

Ein zentrales Thema des „Quartiers am Rotweg“ soll ein besseres Stadtklima sein. Es sollen Freiräume geschaffen werden, die nach dem Prinzip „Schwammstadt“ funktionieren. Das heißt, überall im Quartier wird es kleinteilige Plätze, Freiräume und Oasen geben - eine zentrale Gemeinschaftswiese bildet den Kern des Wohnkomplexes und bildet mit den angebotenen Gemeinschaftsgärten und Stadtplätzen eine Art „grüne Lunge“. Auf den Dächern der Wohnhäuser könnten zusätzlich begrünte Dachterrassen angelegt werden. Die Gebäude und Oasen sollen so angeordnet werden, dass die Luft auf natürliche Weise zirkulieren und das Quartier so abkühlen kann.

„Quartier am Rotweg“: Großprojekt mit 80 Millionen-Budget soll Nachhaltigkeit fördern

Um das Thema Nachhaltigkeit noch weiter einzubinden, soll das Quartier nach dem Konzept von ISSS lokal mit Energie versorgt werden - zum Beispiel durch Solaranlagen. Regenwasser soll mithilfe einer Zisterne und naturnahen Versickerungsflächen genutzt werden und das Wohngebiet bei starken Niederschlägen schützen. Ein hübsches Detail dürfte dabei die zentrale Grünfläche spielen, die als Retentions- und Versickerungsfläche genutzt werden soll. Sie wird zum Beispiel nach dem Regen zum Wasserspielplatz, im Winter zum Eislaufplatz und an langen sonnigen Tagen zur Sonnenliegewiese.

Rüdiger Maier, der Vorstandsvorsitzende der Baugenossenschaft Neues Heim, zeigte sich nach der Preisverleihung sehr zufrieden mit den Entwürfen. Er betonte, Ziel des Projektes sei es, das Zusammenleben in den nächsten 50 Jahren mit allen Facetten zu ermöglichen. Deshalb müsse man auch darauf achten, dass es auch künftig genossenschaftliche Mieten gebe. Das Großprojekt „Quartier am Rotweg“ soll geschätzt rund 80 Millionen Euro kosten. Die Bestandsbebauung aus den 1950er-Jahren muss zunächst abgerissen werden, 2024 soll es dann mit dem Wiederaufbau beginnen.

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