Verwirrende Plakate in Stuttgart

Mysteriöse Plakate in Stuttgart: Das hat‘s mit der angeblichen „Lebensgefahr“ auf sich

Rote Plakate der “Bundeswehr“ am Schlossplatz in Stuttgart
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Überall am Stuttgarter Schlossplatz hängen rote Plakate, die vermeintlich von der Bundeswehr stammen.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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In Stuttgart hängen seit Montag mysteriöse Plakate, die auf eine angebliche Lebensgefahr hinweisen. Doch was hat es damit wirklich auf sich?

Stuttgart - Seit Montag finden sich in Stuttgart und anderen deutschen Großstädten rote Plakate, die vor vermeintlichen Sprengstoff- und Munitionsdepots in der Umgebung warnen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt weisen diese Plakate rund um den Schlossplatz sogar auf eine angebliche Lebensgefahr hin - dort, wo vor wenigen Monaten die Stuttgarter Krawallnacht* für Schlagzeilen sorgte. Diese Plakate stammen angeblich vom Militärischen Abschirmdienst (MAD). Doch was steckt wirklich dahinter?

Stuttgart: Mysteriöse Plakate - das steckt hinter angeblicher „Lebensgefahr“

Dass es bei der Bundeswehr - die in Stuttgart beim Kampf gegen das Coronavirus hilft* - zu Pannen kommen kann, ist ein offenes Geheimnis. Dort verschwinden immer wieder Schusswaffen und Munition aus den Kasernen oder fallen Rechtsextremen in die Hände. Neu ist jedoch, dass der MAD scheinbar öffentlich nach verschwundenen Waffen sucht.

Dieses Plakat hängt seit Montag auch in Stuttgart.

Zusätzlich zu den Plakaten kursiert ein gefälschtes Schreiben, das angeblich von der Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sein soll. In diesem Schreiben wird der Großraum Stuttgart-Ulm zur Kampfmittelverdachtszone erklärt. Auf Anfrage von echo24.de* erklärte das Verteidigungsministerium, dass es sich dabei um eine Aktion der Gruppe „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) handelt.

Stuttgart: Zentrum für politische Bildung macht auf verschwundenen Waffen aufmerksam

Neben den Flyern macht das ZPS auch über den eigenen Twitter-Kanal auf die Aktion „Unsere Waffen“ aufmerksam. Dort schreibt die Gruppe: „Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat bei der Aufklärung versagt. Deshalb haben wir den Laden übernommen!“ Auf der für die Aktion eingerichteten Website unsere-waffen.de listet das Kollektiv die Kampfmittel auf, deren Verschwinden bekannt ist.

Demnach sollen 60 Kilogramm Sprengstoff und 70.000 Schuss Munition sowie zahlreiche Waffen, wie Sturmgewehre von Heckler & Koch, die bei der Bundeswehr bald ersetzt werden*, abhanden gekommen sein. Das ZPS verweist dabei laut der Stuttgarter Zeitung auf Angaben der Bundeswehr. Um die Rückgabe zu erleichtern, hat das Kollektiv vor dem Kanzleramt in Berlin eine Rückgabestation aufgebaut, an der die Waffen anonym eingeworfen werden können.

Stuttgart: Kopfgeld für Hinweise auf Verbleib der Waffen

Zudem lobt die Gruppe in einer Pressemitteilung ein „Kopfgeld“ aus: Nützliche Hinweise auf den Verbleib der Kampfmittel belohnt das ZPS mit 1.000 Euro. Bei der vermeintlichen Bundeswehr-Suche „Wo sind unsere Waffen?“ handelt es sich um die 15. Aktion des Künstlerkollektivs. Der Grund: Bereits seit Jahren bereiten sich rechtsextreme Netzwerke in der Bundeswehr auf einen Bürgerkrieg vor. Dazu entwenden diese schwere Waffen - wie Sturmgewehre und Maschinenpistolen - und Munition, das berichtet die Stuttgarter Zeitung unter Berufung auf das ZPS. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netwerks.

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