Auseinandersetzungen in der Stuttgarter Innenstadt

Nach Krawallen in Stuttgart: Stadt sperrt Freitreppe zum kleinen Schlossplatz

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In der Stuttgarter Innenstadt hat es in der Nacht zum Sonntag Krawalle gegeben. Nun gibt es Konsequenzen: Die Stadt sperrt die Freitreppe zum kleinen Schlossplatz.

Update, 2. Juni, 10.50 Uhr: In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat es in der Stuttgarter Innenstadt Krawall gegeben: Teilweise haben sich zwischen 500 und 600 Menschen an der Freitreppe am Schlossplatz versammelt. Die Stimmung kippte, als die Polizei die Feiernden wegen des geltenden Alkoholverbots sowie des Versammlungsverbots der aktuellen Corona-Verordnung ansprach. Es flogen Flaschen, Polizisten wurden verletzt und es kam zu Festnahmen. Nun zieht die Stadt Stuttgart Konsequenzen.

„Die Freitreppe zum kleinen Schlossplatz wird ab sofort an Freitagen und Samstagen sowie vor Feiertagen jeweils zwischen 20 Uhr und 6 Uhr des Folgetags gesperrt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Stuttgart. „Die Sperrung der Treppe ist das Ergebnis einer intensiven Beratung zwischen Stadt und Polizei und eine Reaktion auf Auseinandersetzungen zwischen Polizeibeamten und mehreren hundert Jugendlichen und Heranwachsenden in der Nacht von Samstag, 29. Mai, auf Sonntag, 30. Mai.“

Krawalle in der Stuttgarter Innenstadt: Doch kein generelles Verweilverbot

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Clemens Maier, sagte: „Die Freitreppe war Samstagnacht Ausgangspunkt der Provokationen und Übergriffe auf Polizeibeamte. Von dort aus wurden die Einsatzkräfte massiv beleidigt und teilweise auch mit Flaschen beworfen. Um den Provokateuren die Bühne zu nehmen, wird die Freitreppe ab sofort an Freitagen und Samstagen sowie vor Feiertagen zwischen 20 Uhr und 6 Uhr gesperrt.“

Der Ordnungsbürgermeister erklärte, Überlegungen zu einem Verweilverbot in Teilen des Cityrings würden vorerst zurückgestellt, weil davon auch diejenigen betroffen wären, die sich friedlich und ordnungsgemäß verhalten würden: „Bei einem Verweilverbot darf der betroffene Bereich nur durchquert werden. Ein längerer Aufenthalt ist dort dann nicht mehr erlaubt. Wir möchten aber nicht, dass das Fehlverhalten Einzelner zu einem Kollektivverbot für alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter und Besucher der Stadt führt. Daher werden wir zunächst von einem Verweilverbot absehen.“

Stuttgart: Stadt zieht Konsequenz und sperrt Freitreppe zum kleinen Schlossplatz

Neben der Sperrung der Freitreppe wollen Stadt und Polizei die Präventionsarbeit in Stuttgart noch weiter ausbauen: Neben den Sozialarbeitern der Mobilen Jugendarbeit sind auch speziell geschulte Kommunikationsteams der Polizei im Einsatz. Sie sollen neben dem überwiegend friedfertigen Publikum auch Provokateure durch Ansprache und Aufklärung erreichen.

Jutta Jung von der Mobilen Jugendarbeit sagte dazu: „Die Abstimmung zwischen Stuttgarter Polizei und Mobiler Jugendarbeit ist erfolgreich – gemeinsam sind wir einer jugendgerechten Innenstadt verpflichtet, in der sich alle Bürgerinnen und Bürger wohl‐ und willkommen fühlen.“

In der Nacht am Samstag gab es rund um den Stuttgarter Schlossplatz Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei.

Die Polizei wird darüber hinaus die personenbezogenen Aufklärungsmaßnahmen verstärken. Der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Stuttgart, Markus Eisenbraun, erklärte: „Es hat sich gezeigt, dass es immer wieder Rädelsführer gibt, die die überwiegend friedliche Menge anzustacheln versuchen. Dabei nutzen sie die Freitreppe als Tribüne: Sie stehen im Mittelpunkt und werden von allen wahrgenommen. Diese Personen gilt es zu identifizieren und gezielt auf deren Verhalten einzuwirken.“

Stuttgart: Stadt droht mit krassem Verbot nach Krawallen in der Innenstadt

Update, 31. Mai, 9 Uhr: Das Wetter in Baden-Württemberg* wird immer sommerlicher und die Menschen zieht es nach draußen, so auch in der Stuttgarter Innenstadt. Dafür hat Innenminister Thomas Strobl generell auch Verständnis — allerdings nur, solange es friedlich bleibt. Doch friedlich war es in Stuttgart am Wochenende eher weniger, wie *echo24.de berichtet.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag flogen Flaschen, es wurde beleidigt und gestoßen: In der Stuttgarter Innenstadt sind am späten Samstagabend bei Auseinandersetzungen überwiegend junger Menschen mit der Polizei mehrere Polizisten verletzt, sowie Randalierer vorläufig festgenommen worden. Als Konsequenzen könnte nun ein Verweilverbot in bestimmten Bereichen der Innenstadt drohen.

Auch in Heidelberg war die Polizei an der Neckarwiese erneut aufgrund von Ausschreitungen am Wochenende im Einsatz. Nach Angaben der Stuttgarter Polizei hatten sich am Samstagabend teilweise zwischen 500 und 600 Menschen an der populären Freitreppe am Schlossplatz versammelt, die bereits einen Abend zuvor geräumt worden war. Die Stimmung sei in der Nacht zum Sonntag gekippt, als Polizisten Feiernde wegen des geltenden Alkoholverbots* und der Corona-Auflagen für Versammlungen ansprachen.

Nach Krawallen in Stuttgart: Mehrere Verletzte — Stadt droht mit Verweilverbot

„Offenbar kam es dort unvermittelt zu Flaschenwürfen in Richtung der Einsatzkräfte“, sagte ein Polizeisprecher. Als die Polizeibeamten die Freitreppe erneut räumten, flogen weitere Flaschen, Polizisten wurden nach eigenen Angaben massiv beleidigt und es kam zu Auseinandersetzungen. Auch Pfefferspray sei eingesetzt worden, hieß es.

Insgesamt wurden sechs Menschen vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Fünf Polizisten seien verletzt worden, bis sich die Lage in der Innenstadt gegen 2.00 Uhr am Sonntagmorgen beruhigte, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Seit dem vergangenen Donnerstag müssen Stuttgarter erstmals seit Wochen nicht mehr um 22.00 Uhr zu Hause sein. Das Alkoholverbot an vielen öffentlichen Plätzen in Stuttgart besteht allerdings weiter. Nun könnten schärfere Auflagen folgen: Nach dem Großeinsatz prüfen Stadt und Polizei ein Verweilverbot für die beliebten Bereiche in der City, am Schlossplatz, am Kleinen Schlossplatz und am Oberen Schlossgarten.

„Dieses könnte freitags und samstags in der Zeit von 22.00 bis 6.00 Uhr bis zum Beginn der Sommerpause Ende Juli gelten“, sagte Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Clemens Maier. „Ein Verweilen und Lagern würde dann an diesen Orten nicht mehr möglich sein.“

Update, 30. Mai, 15 Uhr: Innenminister Thomas Strobl hat die nächtlichen Krawalle in Stuttgart mit scharfen Worten verurteilt. Den Randalierern drohte er an, Straftaten „hartnäckig, akribisch und mit langem Atem“ gegen sie vorzugehen. Es sei verständlich, dass es Menschen „nach der langen Durststrecke ins Freie zieht“. Allerdings nur, solange alles friedlich und im Rahmen der geltenden Regeln geschehe.

Stuttgart: Nach Randale fällt Strobl vernichtendes Urteil

In der Nacht zu Sonntag hatten Personen in der Stuttgarter Innenstadt gegen die Kontrollen der Polizei rebelliert. Diese hatten unter anderem auf das geltende Alkoholverbot aufmerksam gemacht. Polizisten seien laut Strobl dabei „massiv beleidigt und gar verletzt“ worden. „Es gilt klipp und klar: Wir nehmen es nicht hin, dass Störenfriede gegen Recht und Gesetz verstoßen“, lautete die Erklärung des Innenministers zum polizeilichen Einsatzgeschehen.

Den handelnden Beamten stärkte Strobl deutlich den Rücken: „Die Polizei hatte die Lage in der Nacht freilich rasch unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte haben die Freitreppe geräumt und dem Treiben schnell ein Ende gesetzt.“ Er dankte ihnen zudem für ihre „hervorragende Arbeit“.

Stuttgart: Härtere Maßnahmen nach Randale in der Prüfung

Seit dem vergangenen Donnerstag müssen Stuttgarter erstmals seit Wochen nicht mehr um 22.00 Uhr zu Hause sein. Das Alkoholverbot an vielen öffentlichen Plätzen in Stuttgart besteht allerdings weiter. Nun könnten schärfere Auflagen folgen: Nach dem Großeinsatz prüfen Stadt und Polizei ein Verweilverbot für die beliebten Bereiche in der City.

„Das würde bedeuten, dass man an den kommenden Wochenenden zwischen 22 und 6 Uhr zwar noch durch die Innenstadt gehen darf, man kann sich dann aber nicht mehr dort niederlassen“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Zuvor hatten die Stuttgarter Nachrichten berichtet, das mögliche Verbot beträfe den Schlossplatz, den Kleinen Schlossplatz und das Gebiet um den Eckensee am Landtag.

Stuttgart: Wieder Randale bei Polizei-Kontrolle

Erstmeldung, 30. Mai, 12 Uhr: Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Déjà-vu. Im Juni 2020 kommt es in Stuttgart zur sogenannten Krawallnacht. Beinahe ein Jahr später wecken Szenen aus der Innenstadt böse Erinnerungen. Erneut kommt es zu einem Großeinsatz der Polizei und massiver Randale. Polizisten werden verletzt und mehrere Festnahmen erfolgen. Der Aufhänger laut echo24.de* einmal mehr: Die Corona-Regeln, deren Nicht-Einhaltung und die Kontrollen.

Wie die Polizei Stuttgart mitteilt, waren am Samstag zahlreiche Menschen in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs. In den späten Abendstunden hätten sich dann vermehrt Personen im Bereich des Schlossplatzes und der Freitreppe aufgehalten. Erlaubt ist das unter Einhaltung der Kontakt- und Abstandsregelungen durchaus.

Stuttgart: Wieder krasse Randale bei Polizei-Kontrolle

Seit Donnerstag, 27. Mai, darf Stuttgart den Öffnungsschritt 1 durchführen. Es gibt zahlreiche Lockerungen. Trotzdem gilt in Stuttgart an vielen öffentlichen Plätzen wegen der Pandemie weiterhin ein Alkoholverbot. Auf das und auf die Corona-Verordnung hätten Beamte einzelne Gruppen ab 22 Uhr hingewiesen. Gegen Mitternacht sei „die Stimmung im Bereich der Freitreppe zunehmen aggressiv“ geworden.

Und plötzlich folgen wohl Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte. Daraufhin habe sich der Einsatzleiter entschieden, die Freitreppe zu räumen. Beamte hätten die Menschen vor Ort dann zum Gehen aufgefordert und in Richtung Hauptbahnhof gewiesen.

Stuttgart: Polizisten bei Randale verletzt

Doch einige waren mit dieser Maßnahme offensichtlich nicht einverstanden. Es kam zu weiteren Flaschenwürfen, zu Auseinandersetzungen und zu „massiven Beleidigungen“ der Polizisten, heißt es in der Mitteilung.

Die Polizei habe darauf teilweise mit dem Einsatz von Pfefferspray reagiert. Insgesamt wurden sechs Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß.

Stuttgart: Randale nicht mit Krawallnacht vergleichbar

Erst zwei Stunden später hatte sich die Lage in der Innenstadt von Stuttgart deutlich beruhigt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren fünf Beamte verletzt worden, eine Polizistin hatte den Dienst vorzeitig beenden müssen.

Obwohl auch „diverse Sachbeschädigungen im Bereich der Königstraße“ festgestellt wurden, will die Polizei keine Parallelen zur Krawallnacht von 2020* ziehen. „Das ist nicht vergleichbar“, sagte ein Polizeisprecher. Die Stimmung sei zwar aggressiv gewesen und aufgeheizt, aber keineswegs in diesem Maß.

Randale auch in Heidelberg: Stadt und Polizei greifen hart durch

Trotzdem scheinen die Lockerungen gleichzeitig für Stress zu sorgen. Auch in Heidelberg kam es unlängst zu Angriffen auf die Polizei. Ordnungshüter und Stadt griffen deshalb nun knallhart durch. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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