Coronavirus in Baden-Württemberg

Kurz nach Schulbeginn in Stuttgart: Immer mehr Infektionen an Schulen - kommt bald die Vorwarnstufe?

  • Julia Cuprakowa
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In Stuttgart steigt die Zahl an Neuinfektionen rapide an. Auch viele Schulen sind betroffen und müssen mit Quarantänemaßnahmen reagieren. Ruft die Stadt bald die Vorwarnstufe aus? 

Stuttgart - Das neue Schuljahr ist kaum zwei Wochen alt und schon wird die anfängliche Freude wieder vom Coronavirus überschattet. Denn die Zahl der Neuinfektionen in Baden-Württemberg steigt täglich weiter an. Wie das Landesgesundheitsamt (LGA) berichtet, sind vor allem junge Menschen unter den Neuinfizierten. Damit könnten sich vermutlich auch die zahlreichen Quarantänemaßnahmen an Schulen erklären. Denn seit Schulbeginn (Stand: 23. September) mussten inzwischen Klassen an 22 Schulen in Stuttgart heimgeschickt werden.

Diese Entwicklung betrachtet die Stadt Stuttgart mit wachsender Sorge, wie die StN.de berichtet. Denn das Infektionsgeschehen und die damit einhergehenden Quarantänemaßnahmen schreiten sehr schnell voran. Waren es am Montag noch sechs Schulen, so registrierte das Gesundheitsamt bis Mittwochabend 16 weitere Einrichtungen, in denen die Schüler aus einer oder mehreren Klassen in die häusliche Quarantäne geschickt werden mussten. Unter den insgesamt 22 Schulen sind drei Stuttgarter Grundschulen, 13 weiterführende sowie berufliche Schulen. „Zumeist gehen die Infektionen von den Schülern aus“, berichtet ein Sprecher der Stadt Stuttgart. Nichtsdestotrotz müssen auch Lehrer und andere Kinder, die mit dem infizierten Schüler in direktem engen Kontakt standen 14 Tage in strenge häusliche Quarantäne.

In Stuttgart: Neben 22 Schulen sind auch Kitas von Corona-Infektionen betroffen

Laut Stuttgarter Nachrichten seien auch sechs Kitas von Corona-Infektionen betroffen - eine Einrichtung mehr als noch am Montag. „Diese Zunahme erfüllt uns mit Sorge“, erklärt der Sprecher der Stadt. „Die Entwicklung mag erwartbar gewesen sein. Gleichwohl nähern wir uns dem ersten kritischen Schwellenwert bei der 7-Tage-Inzidenz.“ Laut Gesundheitsamt gab es am Mittwochabend 179 Neuinfektionen in Stuttgart innerhalb der letzten sieben Tage. Das entspricht einem Wert von 29,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Bei einem Wert der 7-Tage-Inzidenz von mehr als 35 tritt die Vorwarnstufe in Kraft.

Seit Schulbeginn mussten Klassen an 22 Schulen in der Stadt Stuttgart heimgeschickt werden.

Als bislang einzige Stadt in Baden-Württemberg galt in Heilbronn die Corona-Vorwarnstufe, weil die 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 35 überschritten hatte. Am 5. September und 6. September sank der Wert der 7-Tage-Inzident dann schließlich unter die kritische Marke und lag bei 29,3 und 26,9. Aufgrund dessen wurde die Vorwarnstufe in Heilbronn wieder ausgesetzt.

Erwartet Stuttgart nun das gleiche Schicksal wie Heilbronn? So unwahrscheinlich scheint diese mögliche Entwicklung nicht mehr zu sein. Der Grund: Die Zahl an Neuinfektionen müsse nur auf 215 innerhalb der letzten sieben Tage steigen, damit wäre der kritische Wert der 7-Tage-Inzidenz überschritten. Umso wichtiger sei es, jetzt wachsam und sorgsam zu sein, so der Sprecher der Stadt. „Das gilt auch in der Freizeit. Es liegt in unserer Hand, dass Kitas, Schulen, Läden, Cafés oder andere Treffpunkte uneingeschränkt offen bleiben.“

Rubriklistenbild: © Philipp Strobel/dpa

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