Strafverfahren eingeleitet

Nach „Querdenker“-Demo: Mehrere Blitzer in Stuttgart sabotiert

Eine leere Straße, in der Mitte steht eine Blitzer-Säule. (Symbolbild)
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Hat Corona einen Effekt auf Autofahrer? Polizei kontrolliert über 200 Raser auf Autobahnen bei Stuttgart (Symbolbild)
  • vonChristina Rosenberger
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Nach einer riesigen „Querdenken“-Demo am vergangenen Samstag (03. April) in Stuttgart mit ca. 15.000 Teilnehmern sind mehrere Blitzer in der Stadt außer Gefecht gesetzt.

Es war ein unglaubliches Szenario: Am vergangenen Samstag (3. April) haben sich in Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen etwa 15.000 Corona-Maßnahmengegner zu einer sogenannten „Querdenken“-Demo versammelt - und die Stadt hat noch immer mit den Folgen dieser Veranstaltung zu kämpfen.

Denn nach der Mega-Demo hagelte es Kritik aus verschiedenen Lagern der Politik - die Stadt Stuttgart musste sich massiven Vorwürfen stellen. Der Kritikpunkt: man hätte die Versammlung untersagen müssen. Außerdem hat die Polizei mittlerweile festgestellt, dass sich wohl einige Demo-Teilnehmer an Stuttgarts Blitzern vergangen haben.

Nach „Querdenken“-Demo in Stuttgart: Mehrere Blitzeranlagen sabotiert - mit Aufklebern und Markern

Auf der Route der Corona-Demos haben sich laut Stuttgarter Nachrichten Unbekannte an mehreren Radarfallen zu schaffen gemacht, also die Blitzanlagen überklebt und somit außer Gefecht gesetzt. Nach den Osterfeiertagen hatten demnach Beschäftigte der Verkehrsüberwachung erst mal alle Anlagen auf den Routen der „Querdenken“-Versammlung überprüft.

Dabei kam heraus: An vier Blitzern auf der Cannstatter Straße waren Aufkleber angebracht - und nicht nur dort, sondern auch auf je zwei Radarfallen auf der Theodor-Heuss-Straße und der Friedrichstraße. Bei allen Anlagen wurden die Sichtfenster der Messgeräte überklebt, sodass sie nicht mehr funktionierten.

Nach „Querdenken“-Demo in Stuttgart: Strafverfahren eingeleitet

Auf den Aufklebern standen laut Stuttgarter Nachrichten Botschaften wie „Ich lasse mich nicht zwangsimpfen“, „Menschlichkeit kennt keine Inzidenz“ oder „Grundrechte sind nicht verhandelbar“. Außerdem verwiesen einige Sticker auf Internetseiten, auf denen „die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus infrage gestellt werden“. Zusätzlich sind laut Polizei einige Radarfallen mit schwarzen Markern beschmiert worden.

Mittlerweile haben Mitarbeiter der Stadt die Aufkleber und Schmierereien zwar wieder entfernen können, doch trotzdem hat Stuttgart bereits Anzeige gegen die Täter erstattet. Auch wenn es laut Polizei bisher keine namentlich bekannten Tatverdächtigen gibt, ist das Strafverfahren eingeleitet worden - die Beklebung der Anlagen zählt als Sachbeschädigung. Deshalb laufen aktuell Ermittlungen - ob man die Verantwortlichen aber tatsächlich finden kann, bleibt wohl fraglich.

Doch die nächsten Probleme könnten schon in der kommenden Woche auf die Landeshauptstadt zukommen: Nach dem Demo-Desaster am 3. April planen die sogenannten „Querdenker“ schon ihren nächsten Protest am 17. April. Doch ob diese Versammlung dann letztendlich auch stattfinden kann, ist fraglich - denn nach der Demo am Karsamstag beraten die Landesregierung und die Stadt Stuttgart aktuell, ob Demos dieser Art künftig überhaupt noch stattfinden können.

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